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ZITAT »Diese Verschwörer sind aber nicht die Wurzel allen Übels, sondern ausführende Kräfte des Zeitgeistes.«

    Leben in/mit der Krise

    verfasst von Bär E-Mail, 22.04.2009, 14:09

    Antwortschreiben auf den unten stehenden Gedankenaustausch zum Thema Stammtisch bei Tante Käthe:

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=97304

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=97364

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=97445

    Die Thematik passt nur am Rande zu Tante Käthes Faden. Darum wurde ein neuer Faden gewählt.




    Hallo Morpheus,

    du kristallisierst meines Ermessens eine der zwei zentralen Fragen gut heraus. Eine zentrale Frage für aktuelles Handeln/Vorbereiten ist wann die möglichen Entwicklungen zu erwarten sind.

    Die Große Depression

    oder die Frage wann

    Schauen wir doch dazu erst einmal auf die Erfahrungswerte, die wir haben. Da ist in erster Linie die große Depression.

    Die Aktienmärkte kollabierten 1929/30. Analog wären die Jahre 2008/09 zu sehen. Wir reden also von einem Vorgang, der von 1929 begann und 1941 endete...endete mit dem zweiten Weltkrieg.

    "Die Weltwirtschaft erreichte erst weit nach dem Zweiten Weltkrieg in Indikatoren wie Industrieproduktion, Aktienpreisen und dem weltweiten Bruttosozialprodukt wieder den Stand von 1929."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Depression

    Das damalige Game Over war demnach kein Zeitpunkt sondern vielmehr ein Zeitraum. "Besserung" ergab sich denmnach erst durch Ankurbelung der Wirtschaft mittels Produktion von Rüstungsgütern:

    "In den USA erreichte die Wirtschaft in den Jahren 1932/1933 ihren Tiefpunkt, erholte sich zur Mitte des Jahrzehnts, aber wurde erst durch den Kriegseintritt 1941 und die dadurch nötige Rüstungsproduktion wieder stabilisiert." (Quelle in beiden Fällen Wickipedia)

    Arbeitslosigkeit mit allen begleitenden Folgen hatte den Tiefpunkt 1932 (entsprechend 2012).

    Die Agrarproduktion wurde anfangs (1931) sogar noch gesteigert um die Arbeitslosikeit und deren Folgen zu kompensieren.

    Der Preisverfall dauerte bis 1932 (entsprechend 2012). Erst danach zogen die Preise real an.

    Natürlich lässt sich dies nicht verallgemeinern. Natürlich kann sich im globalen Dorf 2009 alles zeitlich anders, schneller oder langsamer entwickeln.

    Eines ist sicher: Wir werden nicht eines Morgens aufwachen und alle Supermärkte haben geschlossen, kein Staatsdiener in Uniform ist zu sehen und alle Laternen sind bestückt. Es ist ein schleichender Vorgang, eine zunehmende Verschlechterung, kein Urknall.

    Nicht wirklich befriedigend ist derzeit, dass die Grundstückspreise demnach auch erst 2012 unten ankommen. Was unsere Region angeht bestätige ich, dass zwar immer mehr Väter zu Hause auf dem Sofa sitzen müssen. Die Bärin arbeitet als Erzieherin und bestätigt, dass täglich neue Kinder berichten ihr Papa wäre jetzt immer zu Hause.

    Die Immobilienverkäufer jedoch schalten auf stur: "Kann ich nicht mit Gewinn verkaufen, behalte ich die Immobilie einfach. Immobilien werden immer wieder teurer."

    Noch ist ihnen die Luft nicht ausgegangen und wenn es nach unserer Regierung geht, wird bis zur Pleite, zumindestens aber bis zur Wahl kurz gearbeitet.

    Der Bauer und sein Hof

    Ein konkretes Beispiel:

    Ein Bauer mit heruntergewirtschaftetem Hof, Stall 800 m², zwei Wohngebäude sanierungsbedürftig bis Ruine, 3 ha Acher/Weide, Verkehrswert 350.000 € Preis 295.000 € VHB. Sanierungsbedarf 400.000 € aufwärts.

    Dies bedeutet für den potentiellen Jungbauern 700.000 €, im Regelfall als Kredit. Wer bitte soll das 1. finanziert bekommen, 2. abbezahlen können mit 23 Cent pro Liter Milch die in der Produktion 40 Cent kosten??? Das geht schlichtweg nicht.

    Das Bäuerchen ist 68, ledig, keine Erben/Verwandten. Für weniger als 280.000 € behält er seinen Hof. Er nutzt ihn zwar nicht, altersbedingt, aber hergeben ist auch nicht, zumindest nicht unter Preisniveau 2007/08. Am Rande frage ich mich, was Opi mit 300.000 € will. Er lebt freiwillig unter Sozialhilfeniveau, ernährt sich von geschenktem abgelaufenen Aldiessen, mietfrei. Seine einzigen Einkäufe sind ab und an "Rasierschaum oder so" nach eigener Auskunft.

    Morpheus, da ist vorläufig keine Änderung in Sicht. Ich weiß sehr, sehr gut, wie wichtig der Zeitfaktor ist, in ein verändertes Leben einzutauchen, wieviel Planung und Vorlauf nötig ist. Aber sollen wir allen Ernstes eine Immobilie kaufen, die 2012 nur noch die Hälfte an Wert hat? Dann können wir auch DJ-Werte mit buy and hold Strategie kaufen. Wird auch irgendwann wieder mehr wert...vielleicht zumindest.

    Strategie

    Ich suche derzeit weiter und werde einen Mittelweg gehen. Ich gehe von bis 50% Wertverlust der Immobilien aus. Für mich wird es ab 30% dann interessant. Ich halte noch einen Teil Cash. EM habe ich zum Werterhalt.

    Cash werde ich bei Erreichen der Ziele AU/AG ab Ende Welle 3 der C portionsweise spekulativ in EM unsetzen. Der Preisverfall von Immobilien und das Anziehen der EM`e laufen parallel.

    Die Spekulations-EM setze ich ein um bei ordentlichen Relationen Immo/EM zu tauschen.

    Kommen wir nun zur zweiten zentralen Frage, der Frage wie die Entwicklung aussehen kann oder besser noch wird. Naturgemäß interessiert natürlich besonders: Kann 1932 (2012), mangels anderer Informationen die Große Depression als zeitlicher Massstab angenommen, noch gebaut werden, kann noch umgebaut, saniert werden? Kann ich einen Hof dann noch aufziehen?

    Um diese Frage zu erläutern greife ich auf Erfahrungswerte aus den Bürgerkriegen des Balkans zurück. Hautnah miterlebt ist es für mich naheliegend zu vergleichen, auch wenn dort noch der Rest der Welt funktionsfähig gewesen ist und Hilfe von außen kam.

    Naturgemäß wurde während der Kriege erstmal nur alles plattgestampft. Das Bauen reduzierte sich auf Sandsäcke zur Sicherung und Plastikfolien um Regenwasser abzuleiten.

    Ich begann unmittelbar nach Einstellung der Kriegshandlungen dort mit Wiederaufbau.

    Bosnien nach den Bürgerkriegen

    Warlords und Kriegshelden bestimmten das Geschehen. Die kroatische Mafia hatte alles in ihrem Griff. Staatsstrukturen existierten offiziell, waren aber eher rudimentär. Steuern wurden nicht gezahlt. Strom und Wasser wurden ebenfalls nicht gezahlt. In der Folge wurde das Wasser nur stundenweise angestellt. Strom fiel regelmässig für längere Zeiträume aus.

    Die internationale Gemeinschaft war es wohl, die überhaupt durch finanzielle Zuwendungen ermöglichte, dass Strom und Wasser noch angeboten werden konnten.

    Kein Strom bedeutet mehr, als dass die Leuchten ausgehen. Rechner stürzen ab. Nicht zwischengespeichert ist die Arbeit eines ganzen Tages im Eimer. Die Bohnensuppe bleibt kalt, Mittagessen fällt aus. Mit dem Auto fahren kannst du nur, wenn du für Hin- und Rückfahrt genug im Tank hast, denn Tankstellen haben Pumpen und die brauchen Strom.

    Ich habe in letzter Zeit hier Tankstellenbesitzer gefragt ob sie auf einen Stromausfall vorbereitet wären. Sie schauten mich fassungslos an. Strom kommt doch aus der Steckdose...

    Das gesamte öffentliche Leben wird zu einem kollektiven Freizeitpark nur ohne Attraktionen. Mann sitzt also in der Sonne und wartet bis wieder was geht. Der gestrige Ausfall der Telekomdienste hat so einen kleinen Teilaspekt aufgezeigt.

    Generatoren sind ja ganz nett. Aber was soll ich mit Licht bei mir im Keller wenn die Welt um mich herum stillsteht? Nicht ganz überflüssig, aber auch kein Allheilmittel.

    Nachhaltiger geht das mit Holzheizung, Holzbackofen, Kerzen/Öllampen und einem Esel, den man nach getaner Arbeit auch noch aufessen kann. Im Erdreich ist es permanent um die 10 Grad. Das Erdloch ersetzt also durchaus den Kühlschrank, auch im Sommer.

    Und was machen nun unsere Immobilien? Sie sind billig. Auch Papierschnipsel sind nichts mehr wert. Ich fand bei Mostar einen aufgebrochenen Safe des damaligen Postamtes in dem das alte Geld noch drin lag! Es hatte sich kleiner die Mühe gemacht es heraus zu nehmen. Als Klopapier zu hart und reduziert auf seinen realen Wert war es schlicht wertlos.

    Ich wollte übrigens dort Schmuck kaufen. Fehlanzeige. EM gab es nicht zu kaufen. EM war aufgebraucht worden um Verwandte aus den KZ´s freizukaufen, das Nötigste zu erwerben.

    EM lagen bei den Kriegsgewinnern. Auch die gab es dort zuhauf. Es wurde für Luxuslimousinen geworben, von denen ich hier in D noch keine Werbung gesehen hatte. Und sie fuhren dort auch herum.

    Naturgemäß ist die Frage besonders interessant für mich gewesen ob Baumaterial zu haben war.

    Fangen wir mit der Immobilie an. Die Häuser waren zerstört. Du konntest eine Ruine mit Grundstück für etwa 2.000 DM kaufen. Der Neubau/Wiederherstellung kostete 5.000 DM. Somit konntest du ein Haus mit Grundstück für 3.500 Euro kaufen. Als International hast du etwa 12.000 DM verdient im Monat. Du hast also 10 Unzen AU verdient und konntest für einen halben Monatsverdienst ein Haus kaufen.

    Anders war die Situation der Natives. Monatsverdienst eines Technikers war 150 DM. Hinweis: Ich rede immer von DM weil die Marka dort das Zahlungsmittel war. Das Arbeitsamt hies dort "Arbeitsamt" und Rentner und Heimkehrer bekamen etwa 80 Marka monatlich von diesem "Arbeitsamt" nach teutonischem Vorbild. Der leitende Ingenieur verdiente 300 Marka.

    Nun muss man wissen, dass ein Bosnier pflegt seiner Türkischen Kaffe täglich im Caffe einzunehmen. Kosten 1 DM. Minsestens 30 Mark monatlich also allein für den Kaffe. Lebensmittelpreise für Tomaten/Gurken 1 kg eine Marka, Tabak 1 Kilo 10 Marka. Importierte Sachen waren unbezahlbar für die Natives.

    Wie konnten sie nun davon leben? In erster Linie davon, dass der symbolische Verdienst im Beruf durch das aufgestockt wurde, was unter dem Tisch den Besitzer wechselte.

    Ungeachtet der offiziell freien Heilfürsorge hat dich kein Arzt behandelt, dem du nicht Naturalien auf den Untersuchungstisch gelegt hast. Ich habe von meinem Hausarzt Medikamentenmuster mitbekommen. Der damit beglückte Arzt im Krankenhaus Mostar hat sie schlichtweg verkauft und sich bereichert an der Spende. Da musstest du dann die Augen zumachen und dir denken, Hauptsache die Medikamente sind im Umlauf.

    Der öffentlich Bedienstete hat seinen Job dazu benutzt sich seinen Lebensunterhalt durch Schmiergeld zu finanzieren. Bauunternehmer, die eine Bauleistung erbracht hatten bekamen das Geld gebracht und bar ausgezahlt. Mein erstes Erlebnis war mit einem neu angestellten Maurer. Am Monatsende, wir haben weit überproportional gezahlt, bekam er seine 256 DM ausnahmsweise von mir überbracht.

    Er hatte 6 Kinder und war Alleinverdiener. Die 200 DM steckte er ein und die 56 Mark waren Trinkgeld für mich, den Überbringer. Meinen Wutausbruch hörte man wohl noch im 10 Kilometer entfernten Mostar. Er war fassungslos, dass ich das selbstverständliche Bakschisch ablehnte.

    Machst du nun drei Nullen an die Zahl, weisst du wovon die Überbringer öffentlicher Gelder lebten.

    Banken in der Krisenregion

    Bankverkehr war nicht möglich. Das THW hatte anfangs eine halbe Million DM auf einer bosnischen Bank um Zahlungen leisten zu können. Nach einiger Zeit stand in der Zeitung das THW hat eine halbe Million geklaut. Die Bank hatte das Geld einfach umgebucht und als Startkapital verwendet. Der Presse wurde die Lügengeschichte präsentiert und schon hatte die Bank Geld an das unsere Leute nie mehr heran kamen.

    Nun ist D nicht BiH. Wie Banken über angelegte Gelder denken können lässt sich aber gut daraus ableiten. Die tolle Story mit den Einlagensicherungsfonds ist für mich ein übler Scherz. Das funzt nur solange es Donators gibt. Crasht die Welt fehlen die Geber und es nichts gesichert, erst Recht keine Einlagen.

    Nun aber zum Thema Bauen. Bürgerkriegsgeschüttelt stehen die Bänder still. Aber die Menschen müssen von etwas leben. Also arbeiten, produzieren sie in der Hoffnung auf Käufer. Die Folge war, dass Baumaterialien im Lande erzeugt wurden. Hattest du Cash konntest du auf ein eingeschränktes Angebot zurück greifen. Du konntest bauen.

    Begehrt waren zwar die Baustoffe, die man kannte aus Ex-Jugoslawien. Aber die kamen aus Kroatien wie Fenster oder Serbien wie Ziegel. Es ging extrem schnell bis sich die Handelsbeziehungen entwickelten. Offiziell war man Spinnefeind, krieglüstern, aber der Handel entwickelte sich rasend schnell wieder. Mit Cash konntest du bauen.

    Arbeitsleistung war spottbillig zu haben. Steuern, Abgaben waren Fremdwörter. Mit Cash aber konntest du alles bauen und zwar billigst.

    Nahrungsmittelversorgung

    Während der Kriege gab es naturgemäß kaum etwas zu kaufen. Nahrungsmittel waren nahezu unerschwinglich.

    Und hier beginnt mein Szenario zu wanken. Immobilien waren nach den Kriegen billigst zu haben aber Nahrungsmittel während der Krise extrem begehrt. Das würde bedeuten in der Krise musst du produzieren können und den Hof danach kaufen...

    Aus diesem Wissen heraus kalkuliere ich ein, dass ich vor dem Tiefpunkt der Immobilienpreise kaufe und einen teilweisen Verlust des Wertes der Immobilie hinnehmen muss. Dafür erleichtere ich mir mit Kaninchen und Kartoffeln aus eigener Zucht/Anbau das eigene Leben ungemein und kann im Zweifel sogar noch etwas hinzuverdienen und wenn nur ich den Arzt mit Äpfeln schmiere.

    Dann aber in der Aufbauphase, die unweigerlich auch dem größten Crash aller Zeiten folgen wird, wenn noch kein Vertrauen in die neue Währung existiert, dann ist der Zeitpunkt des Güldenen bekommen, sofern du es nicht zum Ewrwerb von Kartoffeln eingesetzt hast in der Krise. Der Comexpreis ist völlig uninteressant. Ob 200 $/uz oderr 20.000 $/uz, du bekommst sehr viel dafür.

    Du hast etwas, was über 90 % der Leute nicht haben: Echtes Hartgeld, echte Währung, Währung mit einbautem Vertrauen. Damit kannst du Verwandte aus dem KZ freikaufen, eine Schafsherde kaufen, eine Gewerbeimmobilie kaufen. Du kannst Löhne zahlen und Rohstoffe erwerben. Du kannst produzieren und bauen.

    Du startest nicht bei LOS sondern in der Schloßallee.

    Fazit

    Die Quintessenz sind meine drei Standbeine:

    1. Säule

    Nahrungsmittelvorräte für die Krise.

    Lange haltbar, physiologisch ausgewogen und autark. Im Idealfall soviel, dass du etwas abgeben kannst. Je nach Neigung verschenken oder mit Gewinnabsicht.

    Optimal natürlich ist es wenn du in der Krise selbst produzieren kannst. Der Verlauf bisheriger Krisen zeigt aber, egal welche Richtung sich entwickelt, dass eine Produktion nur eingeschränkt erfolgen kann und der massenhafte Besitz von wertvollen Gütern überproportionale Risiken hat.

    Also dem Nachbarn deine Vorratskammer lieber nicht zeigen.

    Auf die Details der Vorratshaltung gehe ich hier jetzt nicht ein. Größere Mengen Getreide, eine gute Handmühle und ein Holzbackofen sind sicher sinnvoller als Dosenbrot sofern du ortsfest und sicher bist. Aber dieses Thema sollte gesondert abgehandelt werden.

    2. Säule

    Edelmetalle als Wertspeicher

    Gold für größere Investitionen, Silbermünzen für die kleinen Dinge des Lebens wie Handwerkerrechnungen oder Luxusartikel. Ein Teil des Silbers kann auch spekulativ eingesetzt werden. Dabei sind dann Kilo Münzen (7% MWST) oder 100 uz-Münzen wie von den Cook Islands meines Ermessens gut geeignet.

    Ohne hierauf jetzt im Detail einzugehen ist zu beachten, dass EM eine Blase werden wie sie bisher die Papiuerwerte waren. Es wird eine fulminante Welle 5 kommen, die aber genauso in sich zusammen fallen wird wie alle Blasen. Also wichtig: Den richtigen Zeitpunktz nicht verpassen mit dem Tausch von EM in Realgüter.

    3. Säule

    Autarkie/Subsistenz

    Für mich bedeutet dies insbesondere eigenes Land und Wasser zu haben, eine Immobilie in der ich wohnen kann. Die Produktion eigener Nahrungsmittel zumindest für den Eigenverbrauch ist langfristige Existenzgrundlage. Regenerative Energien zu nutzen bedeutet, sich wenn man das Glück hat Wald in der Nähe zu haben weitgehend auf Holz als Energieträger einzustellen. Heizen und kochen mit Holz ist dann immer möglich.

    Wer es luxoriös mag kann sich Gedanken über Photovoltaik machen. Das Preis/Leistungsverhältnis ist derzeit im zügigen Wandel zugunsten der Solarenergienutzung. Windenergie ist regional und lagebedingt auch interessant. Wasserkraft steht wohl den Wenigsten zur Verfügung.

    Der Generator ist abhängig von ErdöL. Vielleicht bietet sich eine Alternative mit PÖL an sofern man selber produziert und presst. Geeignet ist es wohl nur im geringen Umfang in der Realität, vielleicht um mit einem PÖL Trekker stundenweise Arbeit zu verrichten..

    Wasser als Bach, Brunnen oder im Idealfall als Quelle zu haben ist existenziell wichtig. Nördlich Mostar befand sich der Foodbasket von Mostar, eine zerstreute Ortschaft. Die abziehenden Serben hinterließen verbrannte Erde. Wasser wurde vor den Kriegen aus wenigen Quellen und hauptsächlich aus gespeichertem Regenwasser gewonnen. Die Zisternen und Leitungen wurden alle zerstört.

    Der ganze Wiederaufbau der Region hing an der Reparatur der Zisternen und Leitungen.

    Kann uns nicht passieren? Und was wenn die Arbeiter des Wasserwerkes seit einem halben Jahr keinen Lohn bekommen? Sie bleiben zu Hause. Und das Wasser fließt nicht mehr. Wird das Militär die Werke betreiben? Die paar Hansele werden gebraucht um Unruhen zu befrieden sofern es überhaupt noch motivierte weil bezahlte Soldaten gibt. Ansonsten nehmen die ihr Sturmgewehr einfach mit nach Hause und kaufen für ihre Familie mit Waffengewalt ein.

    Kann uns also doch passieren.

    Die schlechte Nachricht: Keiner weiß , was danach kommt.

    Die gute Nachricht: Es gibt ein Danach.

    Auch in der Bronzezeit wurde gehandelt. Auch der Regenwaldkommunist wird irgendwann tauschen weil auf seinem Acker nur Kartoffeln wachsen und der Nachbar die Obstbäume hat.

    Optionsscheine, Futures und CDS werden aber nicht besonders gefragt sein.






    Der Bär

    ---
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    Wolfgang Sofsky


    gesamter Thread:

  • Leben in/mit der Krise - Bär, 22.04.2009, 14:09

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