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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    @dottore - Nachtrag contra debitistische Zinstheorie (Zinserklärung aus Abgaben)

    verfasst von moneymind, 16.04.2009, 14:27

    Hallo dottore,

    ich knüpfe nochmals an die Überlegungen zur Zinstheorie in Posting 96066 und dort verlinkten Vorpostings an und ergänze:

    Für die Entwicklung in Griechenland (polis) bemerkt Richard Pipes, daß

    "In ancient Athens, landownership and citizenship were indissolubly linked, in that only citizens could own land and only landowners could be citizens; noncitizens could pursue finance and commerce, they could lease land and mines, but they could not own real estate ... Athenian citizens were not taxed, considering taxation a hallmark of lower status ..." (Richard Pipes: Property and Freedom, New York 1999, S. 101)

    Und für Rom:

    "In ancient Rome, only land located on the Italian peninsula, the so called ager Romanus, could be held as absolute Property (known as quiritarian ownership), and only by Roman Citizens. It was not taxed. Land which Rome conquered became ager publicus and as such was subject to tax (a form of tribute): it was either leased or colonized but, being state property, it could not be fully owned. " (Richard Pipes: Property and Freedom, New York 1999, S. 104)

    Schlußfolgerung für die Zinstheorie:

    Wir wissen nun also, daß Geldschöpfung "landownership" voraussetzt, nur "citizens" (freie Bürger) Grundeigentümer sein und damit Geld schöpfen konnten und genau diese freien Grundeigentümer eben keine Steuern zahlten, sondern der Staat sich aus der Ausbeutung der unfreien Nicht-Bürger reproduzierte. Gleichzeitig wissen wir, daß es den Zins aber sehr wohl gab (von Aristoteles ausführlich als "naturwidrig" kritisiert - "Chrematistik").

    Daher kann man die Abgaben hier nicht zur Erklärung des Zinses heranziehen, so wie sie das tun.

    Vielmehr müssen wir unter diesen Voraussetzungen eine Zinstheorie finden, die Zins ohne Abgaben, allein aus individualisiertem Existenzrisiko (Abwesenheit von stammesgesellschaftlich Solidar- und Hilfspflichten sowie feudalen Abgaben und Zuteilungen), und aus ("Unter-") Eigentum und dessen individueller Verlierbarkeit durch Vollstreckung (dann auch Verlust der citizenship) und schuldrechtlicher Haftung begründet.

    Die Heinsohn/Steigersche Zinstheorie ("Eigentumsblockierung" - Verzicht auf freie Verkauf- und Belastbarkeit als angeblicher Zinsgrund) ist aber nicht haltbar - darüber bin ich mit Ihnen einig.

    Die Zinsbegründung, die ich in 96066 und den dort verlinkten Vorpostings skizziert habe - Zins als Prämie für die Umwandlung einer Forderung in eine besser gesicherte Forderung höheren Liquiditätsgrades durch Bereitstellen zusätzlichen haftenden Vermögens - , erfüllt aber diese Bedingungen (und zeigt auch deutlich, warum Eigentum, Freiheit, Zins und Geld unauflöslich miteinander verknüpft sind und Zinsverbote nicht funktionieren können).

    Daß eine freie Wirtschaft ohne Staat mit einem die freie Wirtschaft übergreifenden Herrschaftsrecht und Machtmonopol nicht existieren kann, sondern nur eingebettet in diesen, bleibt dabei von mir völlig unbestritten.

    Es würde mich freuen, wenn Sie kurz ihre Sicht der Dinge zu dieser Zinserklärung posten könnten.

    Gruß
    moneymind

    

    gesamter Thread:

  • @MariaB - Staatsentstehung bei Heinsohn - moneymind, 11.04.2009, 17:50

Wandere aus, solange es noch geht.


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