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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    G.O.?

    verfasst von dottore, 05.04.2009, 19:44

    Hi Maria,

    was hat sich geändert? Nichts.

    1. Die Überschuldung hat sich massiv gesteigert und ist zum Teil von den bisherigen Leveragern, die Einkünfte und Kapital gehebelt hatten, nunmehr ins Große Buch der Staaten gewandert. Diese sind nunmehr zu etwas geworden, das seine Einkünfte noch mehr hebelt als jemals zuvor in der Geschichte, heißt: der weltweite Staatsbankrott ist schneller zu erwarten als es selbst die diesbezüglich skeptischen Rating-Agenturen noch vor Jahresfrist angenommen hatten.

    2. Mit Cash wurde (bis auf wenige Ausnahmen) in der Zwischenzeit gewonnen, vor allem bei Assets wie Immos, Aktien, Dienstleistungen, sogar den meisten Konsumgütern (sog. deflationäres Ambiente).

    3. Das alte „Game“ existiert nicht mehr. Es wurden a) die Banken „gerettet“ (Verstaatlichungen, „Garantien“ usw.) statt sie in Konkurs gehen zu lassen (der alte Japan-Fehler), b) die Buchhaltungsstandards geändert (EU, jetzt auch USA), also neue Bewertungsstandards ermöglicht (aus Null-to market mache „’fair (!!!) value to market’“, c) ein neuer Tatbestand des „sytemisch Relevanten“ kreiert. Neuer Wein in alten Schläuchen.

    4. Es tobt nun die alte Schlacht zwischen Illusionisten und Realos. Erstere glauben an NWO etc. oder für etwas für sie Schöneres (Hyperinflation) und sehen in den G20-Beschlüssen die Bresche. Die anderen halten sich an die Fakten – egal, ob nun Fakes oder nicht. Zum Schluss muss der Fuchs aus dem Bau. Er wird nicht anders ausschauen als andere.

    5. Von Hyperinfla kann derzeit keine Rede sein – auch kein Ansatz, jedenfalls soweit es die Realwirtschaft betrifft, weltweit. Das GM-Argument sticht nicht, da die GM automatisch steigt, sobald tote assets ersetzt werden. Das aber macht sie nicht wieder lebendig, sondern ersetzt nur Verluste, die sonst zum Kollaps führen würden.

    6. Der G20 ist – von witz- und wirkungslosen Sidesteps à la Steueroasen abgesehen – eine IWF-Nummer. Der IWF wird damit a) vor der Pleite bewahrt und b) sind die 500 oder so Mrd USD ein Nullinger, zumal sie für „ärmere“ Länder gedacht sind, die Kohle brauchen, um nicht in der Frontline der Staatsbankrotteure zu stehen.

    7. Die „Stimmung“ hat sich aufgehellt, keine Frage. Daher die ab 9. März-Hausse, die – nach Korrekturen – siehe die Profis @ulu und @ELLI hier – rundum abschmieren sollte. Damit dürfte sich die „Stimmung“ schlagartig wieder eintrüben. Dies ist eben kein „primary trend“, sondern ein „secondary“ (vgl. Dent). Der Meister des „black swan“ ist gerade auf Bloomberg derselben Meinung. Myanville jüngst dito.

    8. Ein Stretching des status quo ante ist keine Lösung, sondern steigert nur die Fallhöhe. Gern kannst Du auf das Stretching zocken und – wie getan – HRE-Anleihen kaufen. Damit wirst Du aber nicht dem Tag der Wahrheit entkommen. BTW: Wer in den letzten Tage nicht Daimler gekauft hatte, war selber Schuld. Denn das optimale Investment sind Firmen, die ihre Belegschaft gänzlich streichen.

    9. Die „Inflation, Inflation, Inflation“ des hochverehrten @wgn ist Unsinn. Seit G.O.-Ansage hat sich die Zahl der Arbeitslosen in den G20 um ca. 50 Mio erhöht. In einer Volkswirtschaft ist die Letzt-Kennziffer immer die Verschuldungsbereitschaft des Publikums ( = Letztverbraucher = Finis in der debtistischen Kette). Nicht anderes.

    10. Du kannst gern die möglichen 5000 plus DAX ausreizen (nichts anderes versuche ich auch). Das Erwachen aus Blütenträumen wird umso brutaler werden.

    11. Kurzum: Der Stamm ist morsch und kann dennoch treiben. Das mit einer „dauerhaften Erholung“ oder gar einer „Wende“ zu bezeichnen, ist m.E. Casino, um nicht zu sagen Amok pur.

    Summa: Die Märkte korrigieren ganz normal. Über-Trend ist abwärts. Gegentrend-Zocks allright. Der Hammer hängt schon an der Wand mit hauchdünnem Faden. Fall: jederzeit. Auf den Staat als „borrower of last resort“ ist (noch) Verlass. Bin daher selbst CoBa und sogar HRX long. Aber Peanuts.

    Das Spiel ist aus, Maria. Nur liegen noch nicht alle Karten auf dem Tisch. Du kannst gern Deinen Einsatz noch erhöhen. Und nicht vergessen: The winner takes all.

    Gruß!

    

    gesamter Thread:

  • @Dottore: Bitte ein Wort zum Game Over. - MariaBitterlich, 05.04.2009, 12:58

Wandere aus, solange es noch geht.


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