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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Was würde passieren, wenn sich Eigentum in den Händen derer befindet, die es zum Kauf (Kredit) von Produkten nicht benötigen

    verfasst von katzama, 22.03.2009, 09:53

    Guten Morgen BillHicks,

    > > Hallo BillHicks,
    >
    > Hallo katzama,
    >
    > > Bank A vergibt einen Kredit an Kunde K mit Nennbetrag 100. Kein Damnum,
    > > englische Buchung:
    > >
    > > Aktiv_________________Bank_A___________________Passiv
    > > Forderungen +100_________|_________Sichteinlagen +100
    > >
    > > Gedankenfragekette
    > > Gegen wen hat die Bank Forderungen und was wurde Ihr zur Absicherung
    > > dieser Forderung gegeben?
    >
    > sie hat eine Forderung gegen K auf Tilgung + Zins. Besichert durch
    > irgendeine Form von Eigentum (wenn es gut läuft hat dieses
    > Sicherungseigentum einen Verkehrswert, der den Nennbetrag der Schuld
    > abdeckt).
    >
    > > Was wird mit dieser Sicherheit, z.B. eine Grundschuld, passieren, wenn
    > der
    > > Kunde seine Schuld nicht mehr begleichen kann?
    >
    > Die Bank erhält Zugriff darauf.
    >
    > > Könnte evtl. die Sicherheit selbst dann als Aktiva statt den
    > Forderungen
    > > in der Bilanz erscheinen?
    >
    > Selbstverständlich. Entweder wird die Sachsicherheit - wie etwa ein
    > Häuschen - mit irgendeinem Buchwert in die Bilanz übernommen oder die
    > Sachsicherheit wird sofort verwertet.
    >
    > > Könnte eine Bilanzverlängerung innerhalb der Bank mit obiger Buchung
    > > statt finden, wenn sich keine solventen Schuldner mehr finden liesen
    > und
    > > keine adäquaten Objekte zum Kauf zur Verfügung stehen würden?
    >
    > Verstehe ich nicht. Die Bank kann selbstverständlich das Risiko eingehen
    > Kredite an Schuldner zu vergeben, die sie von vornherein als wenig solvent
    > einstuft - und deren Sicherheit auch nicht ausreichend ist. Sie kann das
    > machen, sollte sie aber (im eigenen Interesse) nicht - es sei denn
    > sie weiß von vornherein, dass sie das Risiko durch Forderungsverbriefung
    > an andere Investoren weiterreichen kann.

    Du hast Recht. Die Bank könnte Kredite auch an Menschen und Unternehmen vergeben, bei denen nicht sicher ist, ob diese ihre Schulden zurückzahlen könnten. Mir ging es bei dieser Frage allerdings mehr um den Buchungssatz. Könnte die Bank aus dem obigen Buchungssatz irgendeine Art Gewinn ziehen, wenn sich niemand bereit erklären würde, einen Kredit bei ihr aufzunehmen?

    >
    > > Ist es nicht letztlich der Schuldner, welcher Eigentum einsetzt um
    > einen
    > > Kredit zu erhalten und dadurch Geld in Umlauf bringt?
    >
    > Sicher. Die Bank aber muss ebenfalls über Eigentum verfügen oder muss
    > zumindest im Publikum die Illusion aufrecht erhalten, dass sie über genug
    > Eigentum verfügt um all ihre Verbindlichkeiten abzudecken. Illusion
    > deshalb, weil Banken regelmäßig "Fristentransformation" vornehmen - das
    > kann so extreme Formen wie bei der HRE annehmen und endet dann in
    > "Liquidity Gaps", die der Staat auffüllen muss, wenn er nicht möchte,
    > dass die Bank pleite geht.
    >
    > > Muß dieses Geld zu einer Inflation führen oder könnte mit diesem
    > Geld
    > > die Forderung der Bank ausgelöst und damit das Geld "gebunden" werden?
    >
    > Was ist mit Inflation gemeint? Die Erhöhung der Summe der
    > Schuldendeckungsmittel? Oder eine erhöhte Nachfrage durch vermehrten
    > Kauf?

    Ich dachte hier an eine erhöhte Nachfrage durch vermehrten Kauf.

    >
    > > Es wurde vom Staat viel Geld (Verschuldung) z.B. in die Hypo Real
    > Estate
    > > gesteckt und damit deren Kunden ermöglicht, ihr Geld von dieser Bank
    > > abzuziehen.
    >
    > Richtig. Siehe oben. Es wurde der HRE ermöglicht kurzfristige
    > Verbindlichkeiten zu bedienen (insbesondere diejenigen, die die Summe der
    > kurzfristigen Forderungen überstiegen - "Liquidity Gaps" mussten
    > geschlossen werden).
    >
    > > Hofft nun der Staat, dass dieses Geld in Staatsanleihen
    > > angelegt (gebunden) wird und nicht in den Wirtschaftskreislauf gelangen
    > und
    > > dort zu einer verstärkten Nachfrage (Inflation) führen wird?
    >
    > Meiner Meinung nach versucht der Staat derzeit alles um den Leuten Angst
    > vor Inflation zu machen. Angst vor Inflation ist der beste Schutz vor der
    > Deflation.

    Ich denke, wenige Menschen können mit den Begriffen Deflation und Inflation etwas anfangen. Was die Bevölkerung allerdings durchaus sieht und was auch der Staat nicht verbergen kann, sind Arbeitslosigkeit, Geldmangel im Portmonee, Wartezeiten beim Arzt, etc..

    >
    > > Grüße
    > >
    > > katzama
    >
    > Grüße zurück!

    Worauf ich mit meinen Worten hinaus möchte, schrieb etwas genauer sensortimecom in einem der Beiträge etwas weiter unten. Sobald Eigentum als Sicherheit eingesetzt wird, steht es dem Markt nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Bildlich gesehen übernimmt die Bank die Aufgabe, die Sicherheiten in kleinere Einheiten (Geld) zu zerstückeln, mit denen dann auch leichter auf andere Produkte zugegriffen werden kann, als wenn man z.B. einen Teil des Hauses zum Tausch gegen einen Traktor verwenden würde. Im Falle eines Tausches müsste das Unternehmen, um seine Schulden bezahlen zu können, der Bank den Teil des Hauses anbieten. Wie sähe es zudem mit einer Art Prämie aus, welche das Unternehmen - später die Bank fordern würde, damit der Eigentümer des restlichen Hauses auch den getauschten Teil des Hauses bewohnen darf?
    Und eine weitere Frage. Was wird passieren, wenn Eigentum sich fast ausschließlich in den Händen derer befindet, welche es nicht nötig haben, Kredite aufzunehmen, da sie genug Geld auf ihrem Konto oder in ihrer Geldböerse vorweisen können?
    Ist es nicht so, dass die derzeitige Krise in Deutschland vor allem dadurch entstand, dass man der menschlichen Arbeit den größten Teil der Kosten (Staat) über die Besteuerung der Einkommen und des Konsums aufbrummte, während man die Gewinne, Investitionen und Exporte hofierte?

    Grüße

    katzama

    

    gesamter Thread:

  • Kaufen vs. Bezahlen - oder: Warum 'Geld' mit 'Tausch' reichlich wenig zu tun hat - BillHicks, 20.03.2009, 22:59

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