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ZITAT »Es wird die Rechtssicherheit sein, die an allen Ecken und Enden wegbröckeln wird.«

    Zu Meinungsfreiheit / Holocaust / politischer Korrekheit usw.

    verfasst von Phoenix5 E-Mail, 08.03.2009, 16:46
    (editiert von Phoenix5, 08.03.2009, 16:48)

    Bezogen auf die Diskussion zwischen Oblomov und Mephistopheles hier:
    www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=89194
    will ich ein paar Worte zum Thema "Meinungsfreiheit" anbringen, die, so denke ich, einen eigenen Thread durchaus rechtfertigen.

    Es ist erschreckend, immer mehr Menschen zu begegnen, die Dank staatlicher Umerziehung gar nicht mehr begreifen was Meinungsfreiheit eigentlich ist, welch wertvolles, zerbrechliches Gut sie ist und dass es sich für sie zu sterben lohnt, da es kaum bessere Gradmesser für das kulturelle Niveau einer Zivilisation gibt als das Recht seine Meinung frei zu äußern.

    Noch nie in der gesamten Menschheitsgeschichte wurde die Meinungsfreiheit subtiler ausgehebelt als heute, wo der Staat die Illusion einer kulturell hochentwickelten Gesellschaft vorgaukelt, indem er sich "Demokratie" und "Meinungsfreiheit" auf die Fahnen heftet und zwar umso plakativer, je mehr es sie auf der anderen Seite beschneidet.
    Er bedient sich dabei des Orwellschen Neusprech, das nirgendwo unverfälschter zum Ausdruck kommt als in den sogenannten "antifaschistischen" Bewegungen, deren Agenda da lautet:

    Durch faschistischen Terror den Antifaschismus sichern.
    Durch undemokratische Aktionen die Demokratie bewahren.
    Durch Zensur und Meinungsterror die Meinungsfreiheit garantieren.
    Durch Gewalt und Krawalle für den Frieden kämpfen.

    Die "Anti"fa ist eine der wenigen tatsächlich faschistischen Organisationen der Nachkriegszeit und sie bildet den Kern jener perfiden Sprachideologie, derer sich auch alle Parteien bedienen, denn wer die Sprache beherrscht, der beherrscht das Denken. Ausgeburten dieser perversen Ideologie ist beispielsweise die sogenannte "politische Korrektheit".

    Wer tatsächlich glaubt, die Meinungsfreiheit müsse durch staatliche Pflege (Zensur) geschützt werden, der hat nicht nur den Sinn des Wortes "Meinungsfreiheit" nicht begriffen, sondern macht obendrein den Bock zum Gärtnter - ist es doch der Staat selbst vor dem die Meinungsfreiheit immer und immer wieder über tausende Jahre bis in die Gegenwart beschützt werden musste.

    Das Wort "Meinungsfreiheit" ist ganz klar definiert und es kann keine Diskussion darüber geben, ob sie um ihrer selbst Willen nicht doch ein bissi beschnitten gehört. Daher macht die Meinungsfreiheit auch vor dem Holocaust nicht Halt, der, weil prima geeignet, zum Dreh- und Angelpunkt dieser ganzen grotesken Ideologie geworden ist, denn "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" und mit diesem Satz lässt sich jede x-beliebige Meinung verbieten, denn "Wer Faschist ist, bestimme ich" und zum Faschisten lässt sich schnell wer abstempeln. Es genügt, wie bei Fr. Herman gesehen, wenn man zwei Worte aneinanderreiht, die irgendwo irgendein Nazi auch einmal verwendet hat (in dem Fall "hemmungsloser Individualismus").

    Gern wird das Argument vorgebracht, eine Aufhebung des Paragraphen "Holocaustleugnung" würde eine Flut von revisionistische Literatur in die Welt setzen und vermutlich stimmt das auch, doch ist dies doch nur ein weiterer Beweis dafür dass jeder Staatseingriff (wirtschaftlich wie gesellschaftlich) nur kurzfristig Gutes schafft, langfristig aber fatal endet, denn man muss schon außerordentlich dämlich sein, wenn man glaubt durch Zensur und Verbot würde nicht erst das Interesse und die Lust am Verbot erwachen. Warum maschieren denn in den USA nicht schon längst die Braunhemden mit Hakenkreuzfahne? Weil Holocaustleugnung und Neonazismus dort abgesehen von ein paar Sektierern niemanden interessiert, eben WEIL es nicht verboten ist. Wie kann es sein, dass der Holocaust an den Juden immer und immer wieder für hitzige Diskussionen sorgt, während andere Völkermorde kein Schwein interessieren? Vielleicht weil es ein Verbot gibt und der staatliche Schutz die Holocaust-Mythologie bewahrt? (vor kurzem erst hab ich eine Doku gesehen, wie die Belgier Ende 19.Jhdt 5 Millionen(!) Kongonesen ermordert haben - ein Holocaust von dem ich noch nie gehört hatte). Wie sonst kann es denn sonst sein, dass beispielsweise ein Land, dass nicht einmal halb so groß ist wie Österreich ständig im Fokus der Kritik liegt, obwohl deren Verbrechen sich nicht großartig von denen anderer Länder unterscheiden? Vielleicht weil auch hier die staatliche politische Korrektheit Denkverbote auferlegt? Warum wächst der Antisemitismus obwohl kaum mehr Juden hier leben und Israel uns nichts angeht? Vielleicht weil staatliche Ver- und Gebote den Fokus ständig dorthin richten? (Ganz abgesehen davon, dass der Anstieg des Antisemitismus perfekt mit den Einwanderungszahlen von Moslems korreliert, aber das darf man ja nicht sagen).
    Erhärtet sich nicht langsam der Verdacht, dass erst der Staat den Antisemitismus heranzüchtet, als deren Bekämpfer er dann auftritt? (Ein Schema das den Staat eigentlich durchgehend kennzeichnet, da alle Probleme die der Staat bekämpft und seine Existenz damit rechtfertigt, ohne ihn erst gar nicht entstanden wären)

    Und da wären wir auch schon bei angeblich "dumpfen Nationalismus" der bei Wegfall diverser Verbote aufblühen würde. Dazu sei gesagt:

    1. Gesunde Selbstachtung eines Volkes verhindern erst Leute wie Hitler, der nur deshalb eine Chance hatte, weil die Gesellschaft durch staatliche Machtspielchen (1.WK, danach Versailles) vollkommen demoralisiert war und jede Selbstachtung verloren hatte, die erst Hitler wiederherstellte, indem er den Pöbel zur Herrenrasse erklärte
    und
    2. Extremer Nationalismus IMMER das Resultat staatlicher Indoktrination ist. So perverse Entartungen eines ganzen Volkes wie im dritten Reich oder aber die politische Korrektheit heute, sind ohne staatlicher Ideologisierung der Gesellschaft UNMÖGLICH denkbar.

    Die Ausschweifung des Textes ist gewollt, da überall dort, wo man Beschneidungen von Grundrechten zulässt oder sogar zustimmt (z.B. Meinungsfreiheit) sich bereits ein Hintertürchen öffnet, das so ein krankes Theater wie heute überhaupt erst ermöglicht, wo Politiker schon in der politischen Laufbahn lernen wie man möglichst "empört" dreinschaut, wenn einer "Autobahn" sagt oder welche heuchlerisch "schockierte" Fresse man macht, wenn wieder mal Holocaust-Zeremoniern gefeiert werden und man sich seiner "historischen Verantwortung" bewusst wird. (Ich hab übrigens gar keine Verantwortung und finde es eine Frechheit dass dort in meinem Namen gesprochen wird, bloß weil ich in Landesgrenzen geboren wurde, wo vor über 60 Jahren ein Verbrechen stattfand). Wo Demokratie bedeutet sich alle paar Jahre zwischen subtilen Abspaltungen ein und desselben Packs zu entscheiden. Wo Politiker traurige Gesichter heucheln, wenn sie "Holocaust" hören, aber keine Skrupel haben eine Staatsverschuldung aufzubauen die in Bürgerkrieg, Chaos, Mord und Totschlag enden MUSS. Wo man uns einredet dass Sozialismus das Gegenteil von Nationalsozialismus ist. Wo dann diesselben Sozis unsere Meinungsfreiheit und persönlichen Freiheiten beschränken um uns vor den Meinungsfreiheits-Gegnern und Terroristen zu schützen....usw.

    Dies zum Nachdenken für all jene, die glauben man müsse immer irgendwo einen "Mittelweg" finden. Bei Grundpfeilern wie "Meinungsfreiheit" gibt es keinen Mittelweg. Es gibt einen ganz klaren und radikalen Weg.

    Dies ist natürlich nicht als Kritik gegen den @Chef zu sehen, der hier aufgrund beschissener Gesetze der Staatsgewalt Threads löschen muss, die ohne diese Gesetze gar nicht erst entstanden wären.


    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan

    ---
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    gesamter Thread:

  • Zu Meinungsfreiheit / Holocaust / politischer Korrekheit usw. - Phoenix5, 08.03.2009, 16:46

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