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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    antikapitalistischer Kapitalist?

    verfasst von Weiner E-Mail, 29.11.2019, 23:46

    Hallo @O. -

    ich darf aus der Wikipedia (Robert Bosch GmbH) zitieren:

    Die Robert Bosch Stiftung hält 92 % der Anteile der Robert Bosch GmbH, hat aber keine Stimmrechte. Die Kommanditgesellschaft Robert Bosch Industrietreuhand KG ist mit aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsleitung, Vertretern der Familie Bosch und Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens wie Jürgen Hambrecht (ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der BASF) besetzt und hat 93 % der Stimmrechte, jedoch praktisch keine GmbH-Anteile.

    Die restlichen Anteile und Stimmrechte sind im Besitz der Nachfahren des Firmengründers Robert Bosch. Aufgrund dieser Konstruktion zwischen Beteiligung und Stimmrecht, sowie der – für ein Unternehmen dieser Größenordnung untypischen – Gesellschaftsform der GmbH fließen die Unternehmensgewinne der Robert Bosch GmbH an die gemeinnützige Robert Bosch Stiftung oder verbleiben in der GmbH.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Bosch_GmbH

    https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Bosch_Stiftung

    Robert hat 1906 den 8-Stunden-Tag eingeführt (hielt er gemäß seiner eigener Beobachtung für die produktivste und am besten regenerierfähige Zeitspanne bezogen auf berufliches Arbeiten). Vielleicht war er der erste Großindustrielle in Deutschland, der diesen Schritt tat. Aufgrund sehr vieler anderer 'Vergünstigungen' für seine Mit-Arbeiter (!!) nannte man ihn auch den "roten Bosch". Es hat ihn tief verletzt, dass seine Mitarbeiter, denen er eine Mitarbeitervertretung wie auch gewerkschaftliche Organisation zugestand, ihn 1913 dennoch bestreikt haben (vermutlich war es u.a. auch die Intrige einer rachsüchtigen Gewerkschaftlerin und Sozialistin namens Clara Zetkin, deren Ehemann, der Maler Friedrich Zundel, nach der Scheidung eine Tochter von Robert heiratete).

    Die der Bosch Stiftung zugeführten Gewinne der Bosch GmbH wurden und werden überwiegend für medizinische Versorgung und Forschung in der Region Stuttgart ausgegeben (Robert Bosch Krankenhaus, früher einmal rein homöopahtisch). Viele Projekte, die heute gefördert werden, würde Robert Bosch wohl nicht gutheißen.

    Es gibt recht viel Literatur zu Robert Bosch.*) Die Frage, die seine geschichtliche Gestalt (neben einigen anderen vergleichbaren Unternehmern jener Jahre) aufwirft: darf man es dem 'zufälligen' guten Willen und Charakter eines Kapitalisten überlassen, dass er seine Arbeiter nicht als ausbeutbare Objekte ansieht? Wenn alle Kapitalisten so gut wären wie Bosch, wäre dann die Welt besser?

    Oder müsste allgemein eine von der gesamten in einer Wirtschaftregion tätigen Menschengemeinschaft getragene wirtschaftliche 'Verkehrsordnung' entwickelt werden, derzufolge sich Kapitalist und Arbeiter fair und auf Augenhöhe begegenen (= vertraglich binden) können, ohne dass es zu asymmetrischen (Ausbeutungs-) Verhältnissen kommt - und ohne dass erst der eine ( = Unternehmer) moralisch gut sein muss, damit es dem anderen ( = Arbeiter) ökonomisch nicht schlecht geht. Oder ist eine Wirtschaftsordnung denkbar, in der es die Spaltung Kapitalist/Arbeiter überhaupt nicht gibt?

    Wenn jemand die Thematik vertiefen will, für den hier ein lockere aber hochwertige Einführung:

    https://www.arte.tv/de/videos/083305-001-A/arbeit-lohn-profit-arbeit/

    MfG, Weiner


    *) hier eine kleine Kostprobe aus der Lokalpresse:

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.robert-bosch-wie-sich-der-rote-bosch-einst-dem-koenig-entzog.c67a0266-c3cf-4fa5-8b35-709ecd99b12b.html

    

    gesamter Thread:

  • Wasserstoff-Brennstoffzelle Aktien - Oblomow, 28.11.2019, 22:49

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