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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Schöner Text - wir brauchen eine neue Story für die Zukunft

    verfasst von el_mar, 09.07.2019, 10:07

    mit "artgerechter Menschenhaltung" und Verbindung zu unserer "Natur":
    the price we pay for progress

    Vor mehr als 60 Jahren geschrieben:

    Sowohl unsere Seele wie der Körper bestehen aus Einzelheiten, die alle
    schon in der Ahnenreihe vorhanden gewesen sind. Das «Neue» in der
    individuellen Seele ist eine endlos variierte Rekombination uralter
    Bestandteile, Körper wie Seele haben daher einen eminent historischen
    Charakter und finden im Neuen, eben erst Entstandenen keine richtige
    Unterkunft, d. h. die anzestralen Züge sind darin nur zum Teil zu Hause. Wir
    sind mit Mittelalter und Antike und Primitivität noch längst nicht so fertig
    geworden, wie es unsere Psyche erfordert. Wir sind statt dessen in ein en
    Katarakt des Fortschritts hineingestürzt, der mit umso wilderer Gewalt vorwärts in die Zukunft drängt, je mehr er uns von unseren Wurzeln abreißt. Ist
    aber das Alte einmal durchbrochen, dann ist es meist

    auch vernichtet, und es gibt überhaupt kein halten mehr. Es ist eben gerade
    der Verlust dieses Zusammenhangs, die Wurzellosig -keit, die ein derartiges
    «Unbehagen in der Kultur» und eine solche Hast erzeugen, daß man mehr in
    der Zukunft und ihren chimärischen Versprechen eines goldenen Zeitalters
    lebt, anstatt in der Gegenwart, bei welcher unser ganzer
    entwicklungsgeschichtlicher Hintergrund überhaupt noch nicht einmal
    angelangt ist. Man stürzt sich hemmungslos ins Neue, getrieben von einem
    zunehmenden Gefühl des Ungenügens, der Unzufriedenheit und
    Rastlosigkeit. Man lebt nicht mehr aus Besitz, sondern aus Versprechen, nicht
    mehr im Lichte des gegenwärtigen Tages, sondern im Dunkel der Zukunft,
    wo man den richtigen Sonnenaufgang erwartet. Man will es nicht wahrhaben,
    daß alles Bessere durch ein Schlechteres erkauft wird. Die Hoffnung auf
    größere Freiheit wird durch vermehrte Staatssklaverei zunichte gemacht
    , nichtzu sprechen von den fürchterlichen Gefahren, denen uns die glänzendsten
    Entdeckungen der Wissenschaft aussetzen. Je weniger wir verstehen, wonach
    unsere Vater und "Vorväter gesucht haben, desto weniger verstehen wir uns
    selbst, und helfen mit allen Kräften, die Instinkt - und Wurzellosigkeit des
    Einzelmenschen zu vermehren, so daß er als Massenpartikel nur noch dem
    «Geist der Schwere» folgt.
    Verbesserungen nach vorne, d. h. durch neue Methoden oder «gadgets»
    sind zwar unmittelbar überzeugend, aber auf die Dauer zweifelhaft und auf
    alle Fälle teuer bezahlt. Keinesfalls erhöhen sie das Behagen, die
    Zufriedenheit oder das Glück im großeii und ganzen. Sie sind meist hinfällige
    Versüßungen des Daseins, wie z. BTzei (verkürzende Maßnahmen, die
    unangenehmerweise bloß das Tempo beschleunigen und uns somit^ weniger
    Zeit lassen als je zuvor. Omnis festinatio ex parte diaboli est - alle Eile ist des
    Teufels - pflegten die alten Meister zu sagen.
    Verbesserungen nach rückwärts indessen sind in der Regel weniger
    kostspielig und dazu dauerhaft, denn sie kehren zu den einfacheren und
    bewährten Wegen der Vergangenheit zurück und machen den sparsamsten
    Gebrauch von Zeitungen, Radio, T. V. und allen quasi zeitsparenden
    Neuerungen.

    Aus Erinnerungen- Träume - Gedanken von CG. Jung

    Saludos
    elmar

    ---
    Sorry, der Lebensstil den Sie geordert haben, ist ausverkauft!

    

    gesamter Thread:

  • Interview mit Adam Curtis im Economist - Naclador, 09.07.2019, 08:45

Wandere aus, solange es noch geht.


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