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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Das ist alles wichtig, richtig und schön kurz und knapp,

    verfasst von Silke, 16.06.2019, 13:04
    (editiert von Silke, 16.06.2019, 13:12)

    aber eben auch ganz schön komplex, lieber Ostfriese,

    Irgendwie ahne ich die Richtigkeit und Wichtigkeit dieser Denkansätze über:
    - Zentralmachtsysteme, debitistische/thermodynamische/lebende Systeme mit ihren hier dargestellten Gesetzmässigkeiten,
    - Leben und den atemberaubenden Zusammenhang zu seinem Attraktor, dem allgegenwärtigen goldenen Schnitt,
    - Entropie und unsere daran gewachsene Simulation eines Zeitkonzeptes,
    - Potential (passiv) und Potenzialität (aktiv) mit ihren Chancen für jeden von uns,
    - die Welt als diskrete Wirkungen in Verhältnissen vs.materialistische Sicht auf meine konstruierte Realität und die dahinter vermutete Wirklichkeit,
    - Ideen von Szepter, Phasenraum und EMAs
    - Bewusstseinsforschung und sogenannte AI?
    (wie bewusster, intelligenter und schlauer bin ich denn noch im Vergleich zu diesen Blechdosen und Algorithmen), die inzwischen immerhin Schach- und Go-Weltmeister alt aussehen lassen und mit Amelia, Alexa, Echou.a. ständig an Präsenz gewinnen - offensichtlich noch menschliche Werkzeuge wie Hammer und Schraubenzieher, Kalaschnikov und Pegasus) - oder sind wir nicht schon längst ihre Werkzeuge?
    Bei systemischer Betrachtung: Weder noch, sondern beide, Menschheit wie Maschinenwelt sind Ergebnis von Potentialverleihungen - dissipative Strukturen unterschiedlicher Komplexität.

    > Rudolf Clausius (1822 – 1888) hatte ein Gesetz erkannt, dass berühmt
    > werden sollte:
    >
    > Wärme fließt natürlicherweise vom warmen zum kalten Körper; sie
    > fließt nicht spontan vom kalten zum warmen Körper.

    Wenn ich so staune, wie schwer sich die Menschheit mit dem "Phänomen Wärme" getan hatte, bevor die ersten Strukturen und Gesetzmäßigkeiten griffig und plausibel definiert wurden...

    > Dies ist das einzig allgemeine Gesetz der Physik, das zwischen
    > Vergangenheit und Zukunft unterscheidet, wie Carlo Rovelli schreibt:
    >
    > "Bei keinem anderen ist dies der Fall: Ob Newtons Grundgleichungen der
    > Mechanik, Maxwells Gleichungen der Elektrizität und des Magnetismus,
    > Einsteins Relativitätstheorie der Gravitation, Heisenbergs
    > Quantenmechanik, die Elementarteilchen Schrödingers und Diracs oder der
    > Physiker des 20.Jahrhunderts – keine dieser Gleichungen
    > unterscheidet Vergangenheit und Zukunft. Wenn die Gleichungen eine Abfolge
    > von Ereignissen zulassen, ist diese auch rückwärts in der Zeit
    > möglich."

    ...wundert mich das Zeitkonzept auch nicht.

    > Das ist zum Beispiel der entscheidende Unterschied zu fallenden Körpern:
    > Ein herabgefallener Ball kann seine Bewegung umkehren zum Beispiel durch
    > den Rückprall: Wärme nicht.
    >
    > Claudius' eingeführter Begriff der Entropie S, deren Wert in einem
    > isolierten Prozess wächst oder gleich bleibt und niemals geringer
    > wird, misst diesen unumkehrbaren Abfluss der Wärme:
    >
    > Delta(S) ≥ 0 ↔ ΔS ≥ 0
    >
    > Die thermische Bewegung beim Durchrühren einer heißen Tasse Tee mit
    > einem kalten Löffel bedeutet, dass Wärme vom Warmen zum Kalten fließt
    > und nicht umgekehrt.

    Veränderung des Informationsgehaltes nach Shannon, der Optionen und Möglichkeiten im System, der Ordnung.

    > Oder beim stetigen Mischen eines Stapels mit
    > Spielkarten: Sind die Karten geordnet – in ''besonderer Konstellation'':
    > die ersten 26 sind rot und die nächsten 26 schwarz oder die ersten 26
    > Karten bestehen nur aus Herz oder Pik oder usw. usf. –,

    Geniales Bild von H.P.Dürr.

    > werden sie durch
    > Vermischung durcheinandergebracht. Die Unordnung erhöht sich.

    Der Informationsgehalt sinkt, die Möglichkeiten schwinden, die Ordnung reduziert sich.
    Milch (Emulsion/Dispersion aus Fett und Wasser) + Kaffee (Extrakt psychotroper Stoffe in Lösungsmittel) -> Milchkaffee (Matsch aus beiden)

    Milch - "Weiße, trübe Emulsion bzw. kolloidale Dispersion von Proteinen, Milchzucker und Milchfett in Wasser".
    Kaffee - "Schwarzes, psychotropes, koffeinhaltiges Heißgetränk, das aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen, den Samen der Frucht der Kaffeepflanze, und heißem Wasser hergestellt wird".
    Milchkaffee – Mischung mit weniger Information/Optionen/Ordnung

    > Wir verdanken Ludwig Boltzmann (1844 – 1906) ein grundlegendes
    > Verständnis der tiefliegenden Strukturen der Welt.
    >
    > Rovelli argumentiert relational: "Boltzmann zeigte, dass die Entropie
    > deshalb existiert, weil wir die Welt ungenau beschreiben, und dass die
    > Entropie eben diejenige Größe ist, die zählt, wie viele
    > verschiedene Konfigurationen es gibt, die unsere unscharfe Sichtweise
    > nicht unterscheidet."

    Mich + Kaffee ->mehr Konfigurationsmöglichkeiten
    Milchkaffee -> weniger Konfigurationsmöglichkeiten

    > Wegen der Quantenmechanik ist der genaue Zustand der Welt auf
    > mikroskopischer Ebene nicht vollständig zu bestimmen. Der Unterschied
    > zwischen Vergangenheit und Zukunft ist also unserer unscharfen Sicht
    > geschuldet.

    Es wird uns von klein auf gelehrt. Wir akzeptieren ohne Gegenwehr und sind gefangen.

    > Boltzmann erkannte, dass die Entropie nichts anderes ist als die Anzahl
    > der mikroskopischen Zustände, die unsere unscharfe Sicht von der Welt
    > nicht auseinanderhalten kann.
    >
    > S = k × log W ist auf seinem Grabstein eingemeißelt, wobei gilt:
    > S = Entropie, k = Boltzmann-Konstante, W = Anzahl der
    > mikroskopischen Zustände oder das entsprechende Volumen im Phasenraum

    Lebendig = viel mehr Möglichkeiten von mikroskopischen Zuständen
    Tot = viel weniger Möglichkeiten

    > Es ist nicht die in Hülle und Fülle zur Verfügung stehende Energie, die
    > die Welt benötigt, sondern geringe Entropie – nicht die Energiequellen,
    > sondern die Quellen der geringen Entropie treiben den Weltenlauf an.

    Das habe ich neulich auch erst begriffen.
    Energie geht vollumfänglich mit verschiedenen Anteilen mit unterschiedlicher "Geschwindigkeit" durch ein System durch, manche Anteile schneller, andere langsamer, indem sie Komplexität von dissipativen Strukturen ermöglichen, die die Durchflussgeschwindigkeit teil massiv verändern („Energie/Materie/Informations“-Umwandlungsprozesse bei denen du immer wieder auf Wirkungen und Verhältnisse, auf die Beschreibung des „Dazwischen“, abzielst -Dürr: „Wir sollten für diese Beschreibungen keine Substantive sondern nur Verben benutzen“).

    > Die
    > Sonne schickt heiße Photonen auf die Erde, die 12-fach (im Verhältnis 1
    > zu 12) in der Nacht als kalte Photonen emittiert werden. Die einfallende
    > Energie ist in etwa so groß wie die abgestrahlte. Wir gewinnen keine
    > Energie – sonst würde die Erde den Wärmetod erleiden. Die Sonne mit der
    > pulsierenden Quelle der niederen Entropie lässt die Natur wachsen, die
    > Zivilisationen entstehen und das Gelbe Forum gedeihen [[top]].

    Kurze Zustände von Ordnung, bevor sich letztlich Unordnung breit macht.

    > Der Unterschied zwischen Vergangenheit und Zukunft ist in den Spuren,
    > welche die Vergangenheit in der Gegenwart hinterlässt, allgegenwärtig.
    > Mondkrater zeugen von vergangenen Einschlägen, Fossilien verraten alte
    > Lebensformen, Teleskope zeigen, wie ferne Galaxien früher einmal aussahen,

    So simulieren wir uns die Realität.
    "Wir sind wie die Spinnen. Wir weben unsere Welt, die Vorstellung von uns selbst, sowie der Welt um uns herum, bewegen uns nur deshalb und solange wie wir weben in ihr."
    @Ashitaka

    > wie frühere Kurse mit früheren EMAs rekursiv in heutigen EMAs wieder
    > auftreten mit dem Ziel der
    > Fourier-Analyse
    > und zukünftiger Beantwortung des 'Schlüsselgedankens': "Welchen
    > exponentiellen Einfluss muss z.B. ein niederer Sinusoid nach einer aus dem
    > negativen Wertebereich in den positiven Wertebereich zurückschlagenden
    > Krümmung – im goldenen Teilungsverhältnis – auf alle höheren
    > Sinusoide ausüben?" [[top]], usw. usf.

    Ein für mich schwieriges Konzept.

    > Ein Interview mit Rovelli und einige Rezessionen seines Buches sind im
    > Netz zu finden.

    Schöne Quelle.
    Offensichtlich ist auch das Phänomen Zeit wieder nur eine ganz persönliche Angelegenheit mit all seiner Relativität in verschiedene Richtungen.
    Dean Buonomano: "Your Brain is a Time Machine".
    Sinngemäss: Durch ständige Interpretation und Deutung der gegenwärtigen Sinneseindrücke in Verbindung mit einem Modell der Vergangenheit versucht das Gehirn ständig, die Zukunft zu prognostizieren und hilft somit bei der Schaffung derselben (oder schafft sie gar selbst?).

    Liebe Grüsse
    Silke

    ---
    "Es ist zu spät, das war es schon immer, und das wird es immer sein.“
    Watchmen – Die Wächter
    https://www.youtube.com/watch?v=z3EQqjn-ELs
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=250729

    

    gesamter Thread:

  • Worauf seid ihr stolz? - Silke, 09.06.2019, 10:56

Wandere aus, solange es noch geht.


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