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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Ich und Freiheit

    verfasst von Falkenauge, 06.06.2019, 17:35

    > Dem ist auf grundlegender Ebene zu widersprechen. "Das Christentum" gibt
    > es ebensowenig, wie es "die Menschheit" als homogenen Block mit einer
    > Seele, einheitlichen Wollen und Instinkt gibt. Es gibt so viele
    > Christentümer wie es Kulturen und Völker gibt, die christlich geworden
    > sind.

    Es gibt "das Christentum", insofern es den einen Jesus-Christus gibt, dem sich die Völker von verschiedenen Ausgangspunkten nähern.

    > Die abendländisch Fassung des Christentums ist innerhalb des
    > Kulturkreises wiederum gespalten, nämlich grob entlang derselben Linie,
    > die romanische (mehrheitlich katholische) und germanische (mehrheitlich
    > protestantische) Völker trennt. Die Linie verläuft durch Deutschland, wo
    > einst die Grenze des römischen Reiches und des Einflusses Roms verlief.

    Hier liegt eine Verwechslung der christlichen Kirchen und ihrer Dogmen mit dem objektiven Christusgeschehen, dem Christentum, vor. Das sind zwei verschiedene Dinge.

    > Die Auflehnung gegen Rom, die sich im religiösen Bereich als
    > Protestantismus aller germanischen Völker gegen den Katholizismus
    > äußerte, ist Folge des germanischen Freiheitsdranges, der nach rund einem
    > halben Jahrtausend als unbewußten seelischen Grundimpuls die Loslösung
    > vom Christentum anstrebte, sich dessen wegen der gekappten Traditionen
    > geistig aber nicht mehr völlig entwinden konnte, so daß die Loslösung
    > lediglich in Form selbständiger Kirchen kristallisierte.

    Das war und ist nicht der germanische, sondern der deutsche und mitteleuropäische Freiheitsdrang, der sich der Seelenherrschaft des Papsttums entgegen stellte. Der hat ja nicht in germanischer, sondern in nachchristlicher Zeit stattgefunden, als im Zuge der Völkerwanderung durch die Vermischung der germanischen Stämme mit der jeweils einheimischen Bevölkerung allmählich etwas Neues, die europäischen Völker, entstanden. Dieser Freiheitsdrang war also bereits stark durch den Christus-Impuls bewirkt. Es war der Christ-durchdrungene Drang der "Freiheit eines Christenmenschen".

    > Was vermeintlich das Christentum zur (geistigen) Freiheit des Einzelnen
    > beitrug, ist nicht eigentlich christlich, sondern im Kern
    > faustisch-germanisch. Die christliche Herleitung und Begründung ist rein
    > oberflächlich. Sie stellt eine nachträgliche rationale und theologische
    > Begründung eines Freiheitsdranges dar, der eigentlich ein fundamentaler
    > Zug der germanischen Seele bzw. der faustischen Seele der abendländischen
    > Kultur ist und einer rationalen, theologischen und philosophischen
    > Begründung eigentlich nur noch zur eigenen Bewußtwerdung bedurfte, nicht
    > aber weil die Freiheit nicht seit jeher nach Möglichkeit gelebt oder
    > angestrebt worden wäre.

    Genau anders herum. Richtig ist, dass die germanischen Stämme bereits eine starke Ich-Kraft hatten (Thor). Diese war aber noch in das Gruppenbewusstsein der Sippe und des Stammes eingebettet. Von innerer Freiheit kann da noch keine Rede sein. In der "faustischen" Seele, die in der nachchristlichen Zeit auftritt, wirkt bereits untergründig der Freiheitsimpuls Christi. Ohne ihn hätte die germanische Ich-Kraft nicht zur Freiheit kommen können. Das muss man unterscheiden.

    Aus zeitlichen Gründen soweit meine Erwiderung.
    Gruß
    Falkenauge

    

    gesamter Thread:

  • Das Christentum, die freie Individualität und die antichristliche Kraft des Islam - Falkenauge, 06.06.2019, 09:50

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