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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Richtig erkannt - höhere Verschuldung = höheres Vermögen +...

    verfasst von Silke, 13.05.2019, 18:49
    (editiert von Silke, 13.05.2019, 19:12)

    die Prozessverluste die in der Thermodynamik der nicht mehr nutzbaren Energie entsprechen, weil die Entropie des Systems mit Zeitablauf steigt.
    Und das ist eben der Haken an einem debitistischen System.
    Die Verschuldung steigt immer gesamtsystemisch schneller, als das zugehörige Vermögen im System zunimmt.

    Lieber nereus,

    dieses Phänomen wird nur dadurch verdeckt, dass ständig neue Ressourcen und geraubtes Potential ins System gezerrt werden (dein Innovationsdruck und die schlimme Ausrichtung der Menschen im ZMS), die aber wieder neue und höhere Schulden verursachen und dafür erst später Termin haben (eine Umweltkatastrophe morgen wegen der Produktion heute ) und ständig Ausbuchungen durch fallierende Schuldner stattfinden, von denen wir die meisten nicht wahrnehmen oder verleugnen z.B. durch deren Leid oder Tod sonst wo in Raum und Zeit.

    > Was ist der Unterschied zwischen einem guten alten Schnurtelefon und einem
    > Handy? Es sind Telefone zum Telefonieren, mehr nicht. [/i]
    >
    > Das ist schon klar, daher wählte ich ja auch ein Beispiel, wo die Zeit
    > besser genutzt werden kann. Die heutigen mobilen Telefone sind ja eher
    > Zeitvergeuder.

    "Laufen" und "Fahrrad fahren“ ist das gleiche Dilemma wie "sich mit dem Gegenüber direkt zu besprechen" und "telefonieren".
    Die Verschuldung bei letzterem nimmt stärker zu als das dadurch erlangte Vermögen durch die Befähigung, solche fortschrittlichen Sachen bauen und nutzen zu können.
    Wo gehobelt wird fallen ja bekanntlich Späne und die muss später irgendwer teurer zusammen kehren und entsorgen, als sie heute entstehen.

    > Das Fahrrad konstruieren, bauen, warten, reparieren und entsorgen
    > kostet so unglaublich viele Ressourcen, dass diese Kosten im Vergleich zum
    > einfachen laufen nie kompensiert werden können = Aufschulden.

    >
    > Wenn man das Gesamtsystem betrachtet – und darum dürfte es nur in der
    > Debatte gehen – verschwindet dieser „Gewinn“ wohl tatsächlich
    > wieder.

    Ja, genau.

    > Aber das Wissen, ein Fahrrad bauen zu können, bleibt erhalten.
    > Der Forschungsaufwand – auch wieder sehr simpel formuliert – entfällt
    > künftig.

    Das Vermögen des Systems wächst. Es enthält nun mehr Information, die evolutionär entscheidend oder unwichtig werden kann, je nachdem, wie sich die ständig veränderte Umwelt entwickelt.
    Die Systeme (wie die Staaten) und in ihnen die Systemelemente wie du und ich sind ja Kinder der sich verändernden Naturgewalten und von nichts anderem.
    Geht der Yellowstone morgen hoch brauchen wir alle keine Fahrräder mehr.
    Im Übrigen steigt ja nicht nur das Vermögen, Fahrräder zusammenschrauben zu können, sondern nach meinem Empfinden auch sehr stark das Vermögen zu betrügen, zu rauben, zu stehlen und zu lügen, ohne dafür haftbar gemacht werden zu können.

    > Aber ich sehe schon, wo die ganze Fragerei hinführt.
    > In Massen- und Zwangsproduktion a la DDR oder Nordkorea.

    Das ist nicht meine Intention.
    Meine Arbeitshypothese lautet, so wie ich @dottore, @Ashitaka u.a. verstanden habe:

    Verschuldung in debitistischen Systemen wächst über ausreichend lange Zeit betrachtet schneller an als die daraus entstehenden Vermögen.
    Deshalb schulden alle Privaten und alle ZMS in summa auf, auch wenn sich ein Teil der Systemelemente auf Kosten der anderen über eine gewisse Zeit und mit geeignetem Aufwand dieser Entwicklung entziehen kann.

    > Deine Verkäufe steigen aber nicht in gleicher Höhe wie deine
    > Transportgeschwindigkeit, weil die von Nachschuldnern, von Neuverschuldung
    > abhängen und nicht von der Geschwindigkeit der Entstehung einer
    > Produkthalde im Punkt A.

    >
    > Selbst wenn sie nicht kongruent steigen, ein Nachteil ist es ganz sicher
    > nicht länger am Markt zu stehen als mit „unverkäuflicher“ An- und
    > Abreise zu verbringen.

    Zeit gewinnen.
    Nur das kann uns der Debitismus anbieten.
    Davor und danach ist Katastrophe angesagt.
    Dein längeres stehen auf dem Markt schafft keine Neuschuldner, die deine Produktion abräumen können.

    > Wartende Käufer sind ein Märchen oder ein Phänomen von
    > Monopolprodukten.
    > Ein gesunder Käufer überlegt sehr genau was er mit seiner begrenzten
    > Liquidität kauft und räumt keinen Ramschladen voll Müll leer.

    >
    > Gesunde Käufer?
    > Das hast Du aber jetzt schön gesagt.

    Ok. "gesund" ist kein so gut gewähltes Wort.

    > Gesund im Sinne des Absatzes ist ein Käufer der sich bis über die
    > Halskrause verschuldet.

    Dann droht zuerst sein eigenes Fallieren per Überschuldung.

    > Die knausrige schwäbische Hausfrau ist unter
    > dieser Perspektive eher krank.

    Bei ihr droht zuerst das Fallieren der Anderen, dann das Fallieren des Systems und erst damit das eigene Fallieren.

    Sie hat mehr Zeit gewonnen.
    Untergehen tun sie alle. Die Reihenfolge unterscheidet sich.

    > Ganz anderes sieht es aus, wenn es um die „finanzielle Freiheit“ des
    > Käufers geht.
    > Mit permanent fälligen Kreditraten schläft es sich schlechter, was kaum
    > als gesund zu bewerten wäre.
    > Und klüger sind die heutigen Käufer ganz sicher nicht geworden.
    > Unterm Strich wird tatsächlich immer mehr Müll gekauft.

    Die fleißigen und mutigen Käufer von Müll, Immos, EM’s, Raviolidosen und Anlageprodukten sind die das System verlängernden Nachschuldner - kleine Helden.
    Es ist und bleibt ein Dilemma.
    Den Debitismus verstehende Gemeinschaften bekommen wir nicht mehr hin.
    Die Gesellschaften sind immer verschuldeter, vermögender komplexer aber offensichtlich auch verletzlicher als vor tausenden Jahren geworden.
    Ich bezweifle, dass uns der wissenschaftlich-technische Fortschritt bisher vor irgendetwas richtig großem und schlimmen bewahrt hat.

    > Aber egal, das ändert nichts am Problem, das sind nur verbale
    > Leibesübungen, die ins Nichts führen.

    Würde ich es für sinnlos halten würde ich weder posten noch antworten.
    Ich finde es spannend, sich darüber auszutauschen, wenn das in angemessener Art erfolgt.

    > Ich fragte: In welchem schwarzen buchhalterischen Loch verschwindet diese
    > gewonnene Zeit bzw. die höhere Effizienz solcher Prozesse? Wer mußte sich
    > hier jetzt HÖHER verschulden?
    >
    > Silke antwortet: In dem Loch: "Verhältnismässig mehr Nachschuldner
    > finden" weil deine Beispiele von einer höheren Anfangsverschuldung
    > ausgehen.
    > In einem Kettenbriefsystem musst du die Basis exponentiell ausweiten, dass
    > die Spitze nicht kracht. Das geht nicht unbegrenzt und mit steigender
    > Verschuldung und mit Zeitablauf immer schlechter.

    >
    > Das ist wohl das alles entscheidende Stichwort: KETTENBRIEF
    > Hier ist die Pyramide, mit ihrem ständig steigenden Bedarf das eigene
    > Fundament zu erweitern, wohl unbestreitbar. Sie muß wachsen, wenn sie
    > nicht einstürzen soll.

    Da sind sich doch hoffentlich alle im Forum einig?

    Schulden werden in sich immer mehr verbreiternden und vermehrenden Gläubiger-Schuldner-Ketten weiter gereicht bis zur Tilgung zum Termin (Wodurch? Na durch Neuschuldner) oder Ausbuchung (Bei wem? Na bei den fallierenden Verlierern).
    Immer mehr neue Schuldner müssen alten Schuldnern aus ihrer Patsche helfen, sind dann aber selber Altschuldner die immer mehr Neuschuldner brauchen um aus ihrer Patsche zu kommen…
    Das ganze wird durch ein System betrieben, dass die Kosten seiner Existenz bestreiten muss (ZMS z.B. als Simulation in Form eines Staates) per Aufschuldung, besichert durch einzutreibende Abgabeforderungen ex nihilo (per zwingender Gewaltanwendung).

    > Selbst wenn man nur minimal verbreitert, am Verbreitern gibt es kein
    > Vorbei.

    Wenn das System nicht sofort krachen soll muss von möglichst vielen haftbar (privat und institutionell) immer neu verschuldet werden.

    > Da fällt mir jetzt erst einmal nichts Alternatives mehr ein, außer eben
    > Zwangswirtschaft.

    Wer hat den von Alternativen für das System gesprochen? Ich nicht mehr.
    Die gibt es nicht.
    Es funktioniert bis es nicht mehr funktioniert.
    Ich möchte nur für mich klar haben, warum das System aufschuldet, warum es aufschulden muss, und warum es nicht "nicht aufschulden " kann.
    @Slavisa bestaunt ja nicht allein die immer höheren Schuldsummen im System.
    Nur die dumpfen Erklärungen und Lösungsvorschläge in den MSM wie direkte Staatsfinanzierung, Kommandowirtschaft und Enteignung sind bitter, weil die ja historisch auch schon durchlitten wurden.

    > Schade eigentlich. [[zwinker]]

    Ich bin dankbar dafür, dass mir und den Meinen die Zeit geschenkt wird, die anderen und den Ihren nicht geschenkt wird.

    Liebe Grüße
    Silke

    ---
    "Es ist zu spät, das war es schon immer, und das wird es immer sein.“
    Watchmen – Die Wächter
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=250729

    

    gesamter Thread:

  • Pro-Kopf-Verschuldung in den USA - Slavisa, 12.05.2019, 19:51

Wandere aus, solange es noch geht.


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