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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Der zögert das Fallieren der Wirtschaftssubjekte und des gesamten Systems hinaus

    verfasst von Silke, 13.05.2019, 11:10
    (editiert von Silke, 13.05.2019, 11:32)

    Lieber nereus,

    wer der Überschuldung (früher Versklavung und physischer Tod), heute sozialer Tod (Abstieg der Mittelschicht) ins Auge blickt wird wie auch immer kreativ.

    > Buchhalterisches mag das ja alles richtig sein, trotzdem bleibt ein
    > komisches Gefühl zurück.

    Ja.

    > Nicht wegen der steigenden Schuld und der Verweigerung solche Prozesse
    > anzuerkennen.

    Zumindest ist ein globales privates und öffentliches Aufschulden nachweisbar.
    Wir diskutieren nur über die Ursachen.

    > Leben und Sterben sind auch Prozesse mit unvermeidlichem Ausgang.

    Du kannst dabei einzig nur Zeit gewinnen, Termine verschieben (finanzieren = Grenze ausweiten).

    > Nein, ich meine die Möglichkeiten schneller/effizienter zu leisten und zu
    > tilgen.

    Das wird ja dauernd gemacht. Es reicht nicht.
    Die Deutschen rödeln immer heftiger um sich am Ende des Tages weniger leisten zu können.
    Die private und öffentliche Verschuldung steigt an.
    Was ist der Unterschied zwischen einem guten alten Schnurtelefon und einem Handy? Es sind Telefone zum Telefonieren, mehr nicht.
    Der Hokuspokus drum herum (leistungsstarke Kleincomputer - dein sog. Fortschritt ist nur ein Fortschreiten vom Wesen dieses Gerätes ohne sinnvollen Mehrnutzen und mit unglaublichen Mehrkosten/ Mehraufwand/Verschuldung).

    > Ich bleibe bei einem trivialen Beispiel.
    >
    > Gemüse-/Blumenverkauf
    >
    > Früher mußte man eine Strecke zu Fuß gehen, jetzt kann man diese mit
    > dem Fahrrad fahren.

    Das Fahrrad konstruieren, bauen, warten, reparieren und entsorgen kostet so unglaublich viele Ressourcen, dass diese Kosten im Vergleich zum einfachen laufen nie kompensiert werden können = Aufschulden.

    > Durch die höhere Geschwindigkeit kann der Umsatz gesteigert werden.
    > Früher benötigte man für den Hinweg von A nach B 1,5 h und für den
    > gleichen Weg zurück nochmals die gleiche Zeit.
    > Von angenommenen 10 h Arbeitszeit mußten 3 für An- und Abreise
    > aufgewendet werden.

    Deine Verkäufe steigen aber nicht in gleicher Höhe wie deine Transportgeschwindigkeit, weil die von Nachschuldnern, von Neuverschuldung abhängen und nicht von der Geschwindigkeit der Entstehung einer Produkthalde im Punkt A.

    > Mit dem Drahtesel benötigt man nur noch 50 Minuten.
    > Es verbleiben nun über 2 h mehr Verkaufszeit.

    Aber keine zusätzlichen Käufer.

    > Das muß nicht automatisch mehr Absatz bedeuten, doch das Beispiel soll
    > einfach gehalten werden.

    Zu einfach.

    > Die Käuferseite profitiert auch, da sie nicht mehr so lange auf den
    > Anbieter warten muß (Schlange stehen?) und dadurch mehr Zeit für
    > „Anderes“ erübrigen kann.

    Wartende Käufer sind ein Märchen oder ein Phänomen von Monopolprodukten.
    Ein gesunder Käufer überlegt sehr genau was er mit seiner begrenzten Liquidität kauft und räumt keinen Ramschladen voll Müll leer.

    > Dieses Mehr ermöglicht es anstelle von 2 kg Kartoffeln und 4 Stück
    > Kopfsalat jetzt 2, 5 kg Kartoffeln zu „kaufen“ und 5 Stück Kopfsalat,
    > was wiederum für den Anbieter höheren Umsatz bedeutet.

    Wenn der Umsatz denn kommt, ja.

    > Selbst bessere Ideen, Prozesse neu/anders zu organisieren, haben zunächst
    > nichts mit Verschuldungsvorgängen zu tun.

    Sie werden durch den Schuldendruck im System erzwungen.

    > Ja, das Fahrrad kostete zunächst höheren Aufwand, doch wenn es kein
    > Montag-Produkt war, dann holt es diesen Aufwand – ich vermeide Geld zu
    > sagen – schnell wieder rein.

    Entscheidend ist der Absatz (Nachschuldner aquirieren). Du musst viel größere Strecken bewältigen um den nun nötigen viel höheren Absatz zu erzeugen um alle bilanziell wichtigen Kosten im Zusammenhang mit dem Fahrrad wieder herein zu bekommen (Womit ist das eigentlich vorfinanziert?).

    > Wenn Dir das Fahrrad zu modern ist, dann nehmen wir ein Pferd.
    > Das Pferd grast auf der Wiese oder frißt das überschüssige Gemüse.
    > Mir ist auch klar, daß es nicht nur Gemüseanbieter und Gemüsekäufer
    > gibt, aber der Sinn der Übung sollte klar geworden sein.

    Deine Gedanken sind ja völlig verständlich.
    Allein das Grundproblem bleibt.
    Existenz verursacht Schulden.
    Schulden verursachen immer mehr Schulden.
    Je komplexer du wirst um so verhältnismässig (nicht in absoluten Zahlen) höher ist deine Schuldenlast und damit dein Neuverschuldungsbedarf, der dich von den Altschulden erlöst.

    > Frage an Silke: In welchem schwarzen buchhalterischen Loch verschwindet
    > diese gewonnene Zeit bzw. die höhere Effizienz solcher Prozesse?
    > Wer mußte sich hier jetzt HÖHER verschulden?

    In dem Loch:
    "Verhältnismässig mehr Nachschuldner finden" weil deine Beispiele von einer höheren Anfangsverschuldung ausgehen.
    In einem Kettenbriefsystem musst du die Basis exponentiell ausweiten, dass die Spitze nicht kracht.
    Das geht nicht unbegrenzt und mit steigender Verschuldung und mit Zeitablauf immer schlechter.

    Liebe Grüße
    Silke

    ---
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    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=250729

    

    gesamter Thread:

  • Pro-Kopf-Verschuldung in den USA - Slavisa, 12.05.2019, 19:51

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