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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Die "ich-Illusion", die 5 Skandhas

    verfasst von mabraton E-Mail, 04.01.2019, 15:41

    Hallo Falkenauge,

    was macht uns aus?

    Im Buddhismus beschreiben die so genannten Fünf Ansammlungen (Sanskrit: Skandhas) die ganze Vielfalt der Aspekte, die eine Person ausmachen. Das Erkennen dieser einzelnen Facetten arbeitet der starken inneren Gewohnheit entgegen, die Person (Anm.: und ihr Denken) auf ein immer gleich bleibendes Ich einzuschränken.

    Eine wirkliche Einheit der Persönlichkeit, die uns auf ein bestimmtes Bild von uns selbst festlegt existiert nicht. Daraus entstehen weitere falsche Anschauungen und Störungen. Erkennt man, dass die Vorstellung einer solchen Einheit der Persönlichkeit nur eine gewohnheitsmäßige Vereinfachung ist, kann man diese vielen Facetten als Reichtum bei einem selbst und bei anderen erkennen.

    1. Die Ansammlung der Form
    Unter dem Begriff "Form" versteht man alle Dinge, die mit den Sinnesorganen wahrgenommen werden können. Man unterscheidet hierbei die "ursächliche Form" - die vier Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Wind) - und die "bewirkte Form" - die fünf Sinnesfähigkeiten mit den dazu gehörigen fünf Sinnesobjekten (sichtbare Formen, Klänge, Gerüche, Geschmäcker und berührbare Objekte) sowie Formen für das Geistbewusstsein (siehe Ansammlung des Bewusstseins). Die Sinnesfähigkeiten sind die Sinnesorgane wie beispielsweise das Auge. Die Sinnesobjekte gliedern sich in acht Arten von Gestalt und zwölf Arten von Farbe, acht Arten von Klängen, vier Arten von Gerüchen, sechs Arten von Geschmack und elf Arten von Körpergefühlen. Hinzu kommen fünf verschiedene Formen für das Geistbewusstsein, zum Beispiel alle Arten vorgestellter Formen.

    2. Die Ansammlung des Gefühls
    Das charakteristische Merkmal der Gefühle ist ganz allgemein Erfahrung oder Erlebnis. Man unterscheidet drei Arten von Gefühlen: angenehme, unangenehme und neutrale. Sie beziehen sich entweder auf den Körper oder auf den Geist. Vor allem die geistigen Gefühle, die zum Beispiel in der Meditation erfahren werden, kann man in unendlich viele weitere Facetten aufgliedern. Furchtlosigkeit, Freude und Mitgefühl werden als absolute Gefühle bezeichnet, da sie der Natur des Geistes entsprechen. Alle anderen Gefühle sind relativ, da sie aus Bedingungen heraus entstehen. Die Ansammlung des Gefühls ist gleichzeitig einer der Geistesfaktoren (siehe Ansammlung der Geistesfaktoren).

    3. Die Ansammlung der Unterscheidung
    Dieses Skandha wird besonders hervorgehoben, weil Unterscheidung für die Entwicklung von Weltanschauungen oder Sichtweisen sehr wichtig ist. Hierbei gibt es Unterscheidung ohne Namen - wenn man zum Beispiel den Namen nicht kennt, oder in der Art, wie Babys Dinge wahrnehmen. Die Unterscheidung mit einem Namen hilft, etwas als gut oder schlecht zu beurteilen oder Dinge anders zu benennen. Menschen können lediglich den Tierbereich direkt wahrnehmen, während die Wesen anderer Bereiche, zum Beispiel der Form- und formlosen Bereiche, Menschen wahrnehmen können. Auch Unterscheidung zählt zu den Geistesfaktoren.

    4. Die Ansammlung der Geistesfaktoren
    färbt das Bewusstsein. Sie bestehen aus sechs verschiedenen Gruppen geistiger Ereignisse. Als Geistesfaktoren bezeichnet man alle positiven, negativen und wandelbaren Zustände im Geist. Es gibt fünf "allgegenwärtige Faktoren", die jede geistige Erfahrung begleiten. Dazu gehören Absicht oder Kontakt; fünf "eindeutige Faktoren", die den Geist auf bestimmte Objekte ausrichten, wie Streben, Wertschätzung oder Achtsamkeit; elf "positive Faktoren", wie zum Beispiel Vertrauen, Schamgefühl oder Respekt; sechs Hauptstörungen wie Unwissenheit, Begierde und Hass, 20 Nebenstörungen wie Feindseligkeit, nachtragend zu sein oder Groll; vier "wandelbare Faktoren", die entweder positiv oder negativ sein können, wie Schlaf oder Bedauern. Es gibt auch Geistesfaktoren wie Geburt, Lebenskraft, Begriffe oder Worte, die weder eindeutig geistig noch eindeutig materiell sind.

    5. Die Ansammlung des Bewusstseins
    Hier unterscheidet man begriffliche Aspekte des Bewusstseins und solche, die frei von Begriffen sind. Dabei ist Bewusstsein das, was Objekte wahrnimmt, was klar ist und Dinge erkennt. Im Theravada, teilweise auch im Großen Weg, unterteilt man Bewusstsein in sechs Aspekte: die fünf Arten von Sinnesbewusstsein und das Geistbewusstsein.

    In anderen Schulen wie der des Mahayana (des Großen Fahrzeugs), der so genannten „Nur Geist-Schule" und der „Shentong-Madhyamaka-Schule", unterteilt man es in acht Aspekte,

    - Sehbewusstsein
    - Hörbewusstsein
    - Riechbewusstsein
    - Geschmacksbewusstsein
    - Tast- oder Fühlbewusstsein
    - Geist- oder Intellektbewusstsein
    - verschleiertes Bewusstsein
    - Basis- oder Speicherbewusstsein

    Die effektivste Art der Einflussnahme ist es bewusst mit dem Geist zu arbeiten, in Form von Meditation.

    Dazu Künzig Shamar Rinpoche, höchster Lehrer des Vajrayana.
    Wir müssen neue geistige Gewohnheiten entwickeln. Es gibt eine ganze Reihe von Methoden den Geist zu zähmen, aber eine der kraftvollsten ist die Meditation der Geistesruhe (tib.: Shine). Man sollte sich bemühen sehr viel Geistesruhe zu praktizieren, denn es ist das beste Werkzeug um den Geist zu befrieden. Sie hilft, die Gewohnheit von geistiger Konzentration zu entwickeln und bewahrt den Geist davor wegzuwandern.

    Ausführlich, hier

    Beste Grüße
    mabraton

    

    gesamter Thread:

  • Wie kommt die Weisheit der Welt in unser Denken? - Falkenauge, 04.01.2019, 09:29

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