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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Geldsystem für Dummies

    verfasst von Friedrich, 11.07.2018, 20:16

    Wie entsteht Geld - und wie wird es in Umlauf gebracht?

    1. Es gibt kein Geld!
    2. Außer es geht jemand auf die Bank und nimmt Schulden auf. Nur dabei entsteht Geld.

    Frage: Heißt das etwa, dass alles Geld da draußen irgendwo als Schuld verbucht ist?
    Antwort: Ja!

    Frage: Alles Geld, also Gedrucktes, auf dem Girokonto ... ?
    Antwort: Ja so ist es, gäbe es anderes "Geld", so wäre dies Falschgeld und dafür geht man bekanntlich in den Knast. Alles in Umlauf befindliche Geld - jeder einzelne Euro ohne jede Ausnahme, entstand durch Kredit bei einer Bank. Punkt.

    Frage: Hm, das würde ja bedeuten, dass für JEDEN Euro ständig Zinsen zu zahlen sind?
    Antwort: Ja, für jeden Euro! Egal ob als Zahl irgendwo gebucht oder als Münze (Geldmenge M0 oder M1 - je nach Definition) im Umlauf oder in Deinem Nachttisch liegend gibt es irgendwo jemand, der dafür gerade Zinsen bezahlt.

    Merke: Geld ist in Umlauf gebrachte Schuld! Es gibt kein Geld - außer es geht jemand auf die Bank und verschuldet sich. Das kann jeder Marktteilnehmer sein: Der "Staat", Industrie und Betriebe, der Privatmensch. Jede natürliche und juristische Person kann Schulden machen und damit Geld generieren. (Wobei mir nicht bekannt ist, ob die 40 Mark pro Kopf 1948 als Start auch "angeschrieben" wurden oder ein "warmherziges Geschenk" unserer Besatzer waren ... weiß jemand mehr?)

    Frau B geht morgens auf die Bank und zahlt 1000 Euro in bar ein. Herr C braucht dringend ein Auto und geht eine Stunde später auf dieselbe Bank und fragt um einen Kredit über 10 000 Euro nach. Der Mensch auf der Bank schaut nach - ja, geht gerade, denn eine Bank darf maximal 10mal so viel Geld aus dem NICHTS (!) für einen Kredit erzeugen, wie sie gerade an Sichteinlagen hat. So lauten die Bilanzierungsspielregeln in unserem Geldsystem.

    Herr C bekommt die 10 000 Euro. Wichtig: die gab es vorher in dieser Welt gar nicht - sie werden von der Bank aus dem NICHTS in die Welt gebracht (das Entscheidende ist die Unterschrift von Herrn C - aber das ist ein anderes, wirklich sehr sehr sehr interessantes Thema! Nicht heute.)

    Eine Bank verleiht nicht die Sichteinlagen ihrer Sparkunden! Das darf sie gar nicht! Das ist sogar gesetzlich verboten! Beweis: selber googeln nach der Sammelklage in AT, wo Prof. Franz Hörmann Banken verklagte, die in Prospekten den Anschein erweckten, sie würden Sichteinlagen verleihen ... !

    Herr C hat den Kredit zu folgenden Konditionen erworben: 10 Jahre Laufzeit, rückzahlbar am letzten Tag in voller Höhe, Zins 7,1% und einige Gebühren. Macht 20 000 Steine, die er in den kommenden 10 Jahren anderen Marktteilnehmern durch Leistung und Konsumverzicht bei sich selber abnehmen und der Bank geben muss.

    Nach 10 Jahren geht Herr C auf die Bank mit den 20 000. Nun passt genau auf, was dann passiert. Die 10 000 aus dem NICHTS gehen genau dahin zurück, woher sie kamen: ins NICHTS! Halten wir fest: Schulden bezahlen heißt Geld vernichten! OK?

    Dann bekommt die Frau B noch - sagen wir mal - 100 Euro Guthabenzinsen für die 1000 Steine, die sie brav der Bank 10 Jahre überließ.

    Bleiben noch 9900 Euro für die Bank über. Das ist der Gewinn der Bank. Wohlgemerkt: für etwas, dass sie "im Schweiße ihres Angesichts" verlieh, das die Bank nicht nur gar nicht besaß, was es ja gar nie gab!!! Die machen Geschäfte mit Luft ... noch viel weniger als das! Mit NICHTS eben. Das ist das beste Geschäft ever. BANKEN!

    Lass Dir ruhig Zeit. Les das mehrfach, so lange, bis Du es komplett nachvollzogen hast und ohne Hilfsmittel jedem Interessierten erklären kannst. Erst dann hast Du es begriffen. Lohnt sich.

    Machen wir ein Beispiel: angenommen mein Nachbar schrottet sein Auto und kommt zu mir und bittet um meinen Wagen fürs Wochenende. Ich stimme zu. Montag steht meine Karre vollgetankt im Hof und auf dem Sitz liegen 50 Euro.

    Das finde ich stark und denke jetzt weiter wie ein Bankster es tut: ein Auto hab ich ja, hab ich mir zusammengespart. Freitags erzeuge ich nun immer 10 neue Wagen - Schnipp - aus dem NICHTS, verleihe sie übers Wochenende für je 50 Euro, und Montagmorgen - Schnipp - schick ich sie wieder zurück ins Nirwana und fahre meinen Alten weiter. Und mir bleiben noch 500 Euro für diese extrem "harte" Arbeit - ich verleihe etwas für Bares, was es noch nie gab und für was ich NULL Leistung erbringen musste. So funktioniert eine Bank! Jeder andere - außer der Bank - kann nur das verleihen, was er sich erarbeitet hat. Darauf pfeift die Bank, das findet sie viel zu anstrengend! Und exakt genau das ist das Wesen der Bankgeschäfte ... viele würden es Betrug nennen und in den USA hat es ja einer geschafft, genau dieses ein Gericht erkennen zu lassen und er musste nie den Hauskredit zurückzahlen ... !

    Merke: Nur Dilettanten überfallen eine Bank und rauben sie aus. Wahre Profis gründen eine ... und rauben die gesamte Menschheit und deren Lebensleistung!!!

    Was passiert im Geldkreislauf? Herr C kauft sich den Wagen des Nachbarn, der ist wirklich gut in Schuss. Im Geldkreislauf erhöht sich die Menge des in Umlauf befindlichen Geldes um 10 000 Euro. Der "Markt" gewöhnt sich daran. Aber: in der Folge wird die in Umlauf befindliche Geldmenge um 20 000 Euro verringert und zur Bank getragen zur Tilgung des Kredits! Das geht gar nicht, das wäre eine extrem fette Deflation. Inflation ok, aber das Gespenst der Deflation .... NEIN! Lösung? Ganz einfach, in den 10 Jahren, wo Herr C dem Markt 20 Mille entzieht, müssen sich andere Marktteilnehmer in entsprechender Höhe verschulden ... tut das niemand, bricht das Geldsystem sehr schnell zusammen! Entweder es verdoppelt sich wie vorgesehen, oder es kracht! Und wollen Privatmenschen keine Schulden machen und die Betriebe etwa auch nicht, na dann springt halt der Staat ein. Irgendwer muss fortlaufend immer höhere Schulden machen, sonst krachts unausweichlich! Wer hier nicht zustimmen mag, hat das zuvor Gesagte nicht verstanden und möge sich bitte ein leeres Blatt Papier zur Hand nehmen und die Sache selber überdenken.

    Jetzt erkennen wir auch das Wesen von Zins und Zinseszins: (bei gleichem Zinssatz) eine Verdopplung der Geldmenge in gleichen Zeitabständen, Beispiel: bei 7,1% Zinsen verdoppelt sich die in Umlauf befindliche Geldmenge genau alle 10 Jahre, bei anderen Zinsen halt entsprechend früher oder später. Aber sie verdoppelt sich, auch noch bei 0,5%.

    Nach dem ersten Verdopplungszeitraum sinkt die Kaufkraft der Moneten also auf die Hälfte (wenn die Produkte nicht günstiger produziert werden können), nach dem Zweiten auf ein Viertel, nach dem Dritten auf ein Achtel, nach dem Vierten auf 1/16 ... das nennt man in der Mathematik eine Exponentialfunktion. Geld sparen ist anscheinend dumm. Die kalte Enteignung schlägt immer zu. Zinsen von der Bank gleichen das nie aus, aber auch das ist ein anderes Thema und führt dahin, dass nur die Superreichen Gewinner dieses Systems sind, jene also, die mehr Zinsen durch Guthaben generieren, wie sie in Form von Käufen (in den Preisen der Produkten stecken ja auch versteckte Zinsen!) verlieren. Aber lassen wir das. Vielleicht ein anderes Mal.

    Eine Exponentialfunktion hat übrigens sehr erstaunliche Eigenschaften. Betrachten wir hierzu die Geschichte mit dem Sultan, der einem Mann viel Dank schuldet und ihn fragt, was er für ihn tun könne. Der Mann sagt gerissen: er hätte gerne auf einem Schachbrett auf dem ersten Feld ein Weizenkorn, auf dem 2. 2 Körner, dem 3. 4 Körner, dem 4. 8 usw., also immer die doppelte Menge auf dem nächsten Feld. Der Sultan lachte und meinte, das sei ja ein bescheidener Wunsch.

    Nun, ihr wisst, die Geschichte ging ungut für den Sultan aus, er konnte nicht bezahlen. Unser Gehirn denkt linear. Auf dem Schachbrett liegt aber locker mal eine Weltjahresproduktion ...

    Verdopplung oder Halbierung in gleichen Zeitabständen sind sehr sehr tückisch und für unser Gehirn nicht begreifbar, es sei denn, man riecht den Braten schon vorher. Ansonsten wird die Wirkung immer (!) gnadenlos unterschätzt. Immer.

    Dazu ein Beispiel: über viele Jahrzehnte stieg der jährliche Rohölbedarf auf dieser Welt im Schnitt um rund 6% (also alle 12 Jahre eine Verdopplung). Hört sich peanutsmäßig an? Na, dann pass mal auf:

    Auf dem 3. Feld des Schachbretts liegen ja vier Körner, auf den ersten beiden 1 und 2, also in Summe 3.

    Auf dem 4. Feld des Schachbretts liegen 8 Körner, auf den ersten 3 davor 1 und 2 und 4, also in Summe 7.

    Auf dem 5. Feld des Schachbretts liegen 16 Körner, auf den ersten 4 davor 1 und 2 und 4 und 8, also in Summe 15.

    Wir lernen: auf jedem folgenden Feld liegen mehr Körner, wie in Summe auf allen (!) Feldern davor. Was heißt das für den Ölverbrauch? Nun, wir verbrauchen im aktuellen Verdopplungszeitraum mehr Öl, wie in allen Verdopplungszeiträumen davor! In allen seit Anbeginn! Mehr Öl, als wir je davor verbraucht haben! Das musste Dir mal vorstellen! Das ist krass. Von wegen 6% und so. Deswegen gibt es ja das Sprichwort: nur Idioten und Wirtschaftsfachleute sind der Meinung, dass exponentielles Wachstum dauerhaft möglich sind ... gar nix ist möglich! Ein Scheißdreck! Jedes exponentiell sich verhaltene System stirbt. Immer. Ist nur eine Frage der Zeit. Und das ist bei einer Fiktion - genannt Geld - auch nicht anders. Wartet noch ein paar Monate ... wir sind bereits mitten drin im Sterbeprozess.

    So, nun zurück zum Geld, welches ja komplett als Kredit auf der anderen Seite verbucht ist. Ich würde hier nun gerne eine kleine Zeichnung einfügen, weiß aber gar nicht, ob ich das kann, also bitte ich um Eure ganze Aufmerksamkeit, es geht sehr schnell und ist auch ganz einfach zu "sehen".
    Angenommen, alles Geld im System wäre ein Stapel von einem halben Meter Höhe. Dann stellen wir uns daneben einen gleichhohen Stapel Kredit plus Zinsen plus Gebühren vor, sagen wir mal, der wäre ca. einen Meter hoch (ja ja, hängt vom Zins und der mittleren Laufzeit ab).

    Was lernen wir daraus? Es gibt I M M E R (!) mehr Schulden als Geld in dieser Welt! Zu keinem (!) Zeitpunkt können die Schulden mit dem aktuell vorhandenen Geld zurückbezahlt werden!

    Pause.

    Ist das klar? Wenn nicht, spring nach oben und beginne von vorne. Das ist wichtig zu verstehen. Das hat enorme Konsequenzen! Für uns ALLE! Für die Tiere, die Pflanzen, die gesamte Schöpfung! Nur Hirntote und Demagogen behaupten, man müsse Schulden zurückbezahlen und alles wäre gut. Gar nix ist gut. Der Crash ist unausweichlich! (Wenn die Menschheit nicht vorher vernünftig wird - aber das erlauben sich nicht mal Optimisten zu träumen). Wir sitzen in einer ganz bösen Falle.

    Das ist soo dermaßen wichtig zu verstehen und es ist mit Verlaub eine entsetzliche Schande, dass man das in einem Börsenforum im Sommer 2018 (!) noch erklären muss. Also reißt Euch gefälligst zusammen. Und bevor hämische Kommentare getippt werden: studiert erst mal das Gesagte.

    Schulden können nicht getilgt werden! Niemals. Dazu fehlt das Geld. Würde man nun noch einen halben Meter Geld durch Kredit erzeugen, um den Meter Schulden daneben zu bezahlen - äh äh, geht nicht, jetzt sind es schon 2 Meter Schulden. Pech für Egon! Nö, Pech für uns alle! Wir kommen da nicht mehr raus! Nie mehr. Nur durch einen Systemzusammenbruch! Es sei denn, alle Egoismen ... ach lassen wir das.

    Halten wir fest: die Geldmenge steigt exponentiell (verdoppelt sich (je nach Zins) in einem gewissen Zeitraum). Aber auch die Schuldenmenge steigt exponentiell! Und der Abstand zwischen dem verfügbarem Geld und der bestehender Schuld, auch der steigt exponentiell. Wer mir das nicht glaubt und oben das nicht versteht, Professor Senf hat sehr gute Vorträge zu dem Thema gemacht. Besser ist es jedoch, du malst dir das mal geschwind auf. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

    Die Aussage heute von Manuel H.: "Vermehrung Verschuldung immer gleich Vermehrung Vermögen" wäre nicht mal falsch, hätte er gesagt: "Vermehrung Verschuldung ist immer auch Vermehrung Vermögen" - aber er sagt das Wort "gleich" und das ist superfalsch und zeigt, dass er keinen blassen Schimmer von der Thematik hat. Wirklich: nichts ist falscher als das Gesagte und ich wünsche Dir, Manuel H., dass Du nun durchblickst. Das ist in der Tat blanker Unsinn, den Du hier verbreitest. Da lege ich mich absolut fest. Es geht aber nicht nur um Dich, es geht um ALLE und ALLES. Es ist das grundlegendste Thema in dieser Welt. Ich sehe das bestehende Geldsystem als die Urkrankheit aller Krankheiten an. Das kann aber jeder sehen, wie er mag.

    Was ist nun das satanische an unserem Geldsystem? Der Wachstumszwang durch die vorgegebene Exponentialfunktion! Alles muss wachsen. Die Geldmenge, das Einkommen, der Umsatz ... beim Krebs ist das ja auch so - Ausgang ist ja hinlänglich bekannt. Man hat uns hier ein Krebsgeschwür installiert, das es zu überwinden gilt! Ansonsten gibts sehr viele Tote! Das ist keine Drohung, das ist eine Feststellung.

    Folge der Exponentialfunktion ist die komplette Zerstörung des Planeten. Bäume werden umgesägt, nur weil es Geld bringt. Geld Geld Geld ... ich führe diesen Zusammenhang nicht weiter aus, er ist deprimierend und leicht einzusehen.

    Wir stehen an der Schwelle einer Zeitenwende. Ich denke, in dem neuen Zeitalter gibt es kein Geld mehr. Nur Primitive brauchen Geld. Höher entwickelte Gesellschaftsformen erkennen das sofort als DIE Krankheit. Aber die wurden ja alle mit Stumpf und Stiel ausgerottet, diese höheren Gesellschaftsformen ... und nun fehlt uns die Anschauung anderer Systeme. Fatale Situation. Mal sehen, wie es ausgeht.

    Viel Freude beim Vermehren der Erkenntnisse. Nehmt Euch Zeit und nicht das Leben!

    Grüße - Friedrich

    

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  • Geldsystem für Dummies - Friedrich, 11.07.2018, 20:16

Wandere aus, solange es noch geht.


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