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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Erinnert sich noch jemand daran – Kippa contra Gürtel?

    verfasst von nereus, 25.06.2018, 15:48

    Die Seifenoper wird jetzt vor Gericht verhandelt.

    In der Verhandlung gibt Knaan Al S. gegenüber dem Richter an, er sei von dem späteren Opfer Adam (21) unvermittelt als Hurensohn bezeichnet worden.
    Der Richter fragt nochmal genauer nach: Per Dolmetscherin erklärt Al S., dass er seinen Cousin aus Spaß auf Arabisch auf der Straße mit „Verflucht seien Deine Juden“ beschimpft habe. Das sei in seiner Heimat so üblich.

    Der Richter fragt: „Ist das Wort Jude für Sie ein Schimpfwort?“ „Nein, das ist mir so rausgerutscht“, sagt Al S. „Ich wollte nur seine Person damit beschimpfen, nicht alle Juden. Es gilt als Schimpfwort, aber war nicht so gemeint.“

    Der Israeli Adam A. und sein Begleiter, die auf der anderen Straßenseite unterwegs waren, sollen ihn daraufhin als „Hurensohn“ beschimpft haben.
    Er habe gesagt: „Warum beschimpfst Du mich, ich habe Dir nichts getan.“
    Weitere obszöne Schimpfwörter seien ebenfalls gefallen. Deswegen habe er ihn geschlagen, mehrere Male mit einem Gürtel.
    Erst beim letzten Schlag habe er die Kippa auf Adam A.s Kopf gesehen. Und erst dann habe er den Ausdruck „Jude“ benutzt.

    Außerdem sei er „auf Drogen“ gewesen, Haschisch und Ecstasy. „Ich habe was gekifft, mein Kopf war müde“, sagt er. „Es tut mir sehr leid, es war ein Fehler von mir”, sagt Al S. und und fügt hinzu: „Ich wollte ihn nicht schlagen, ich wollte ihm nur Angst machen.” Gegen Juden habe er nichts, auch sei er unpolitisch und kein strenger Muslim.

    Am Mittag sagt Adam A. aus. „Am 17. April war ich gegen 20 Uhr mit meinem besten Freund unterwegs, wir wollten ein Sofa holen. Wir trugen Kippa.
    Auf dem Weg zur Tram haben wir jemanden gehört, der uns beleidigt“, so der Tiermedizinstudent. Zwei Männer hätten sie auf Arabisch Schlampe und Hurensohn beschimpft.
    A. und sein Freund liefen weiter.
    “Dann rannte der eine mit einem Gürtel auf mich zu.
    Ich wollte nicht weglaufen. Ich habe angefangen zu filmen, in der Hoffnung, dass er aufhört. Aber er schlug zu.“

    Der Richter fragt nochmal genau nach, was passierte.
    Adam A.: „Mein Kumpel hat denen gesagt, dass sie uns in Ruhe lassen sollen, abhauen sollen. Dann ist der andere ausgerastet, rannte auf uns zu, sagte ‚dreckige Juden‘.
    Mein Freund sagte, renn weg und ist selbst weggerannt.“
    Er selbst sei nicht gerannt, weil er ja nichts getan habe.

    Adam A.: „Bis heute finde ich es schwierig, da zu wohnen, wo ich gerade wohne.
    Ich renne von der Bahnhaltestelle nach Hause. Als es passierte, waren so viele Leute da, keiner hat was gemacht. Berlin war immer so eine Traumstadt von mir, wo so etwas nicht passieren könnte. Auf Facebook habe ich viele Kommentare gelesen, welche diese Schläge unterstützen.“

    Der Richter: „Ist das spezifisch judenfeindlich?“
    A.: „Ja.“ Die Kippa würde er alleine in der Öffentlichkeit nicht mehr tragen.


    Quelle: https://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/prozess-gegen-antisemitischen-guertelschlaeger-beginnt

    Unter Berücksichtigung der sicherlich zuvor erfolgten anwaltlichen Beratung finde ich den Abgleich zwischen den Aussagen des Geschädigten und des Täters mit dem einst geschilderten Szenario bemerkenswert.

    Ich war damals über das „Warum beschimpfst Du mich?“ gestolpert, was nicht so glatt in die Berichterstattung des Adam A. passen wollte.
    Nun wird sogar noch ein „ich habe Dir nichts getan hinten“ angehängt.

    Diese Erklärung – wenn sie nicht erfunden ist – ergibt nur Sinn, wenn der Gürtelschwinger nicht unmittelbar zuvor mit dem Kippa-Träger konfrontiert gewesen war.
    Daher hege ich Zweifel am Ablauf der Schilderungen des Adam A., der behauptet:

    Auf dem Weg zur Tram haben wir jemanden gehört, der uns beleidigt“, so der Tiermedizinstudent. Zwei Männer hätten sie auf Arabisch Schlampe und Hurensohn beschimpft.
    A. und sein Freund liefen weiter. “Dann rannte der eine mit einem Gürtel auf mich zu.


    Jetzt wird nicht Knaan Al S. als Hurensohn betitelt, was die Reaktion „warum beschimpfst Du mich ..“ logisch erklären würde, sondern nun haben der Kippa-Mann und sein Begleiter komplett geschwiegen bis sie angefallen wurden.
    Auf Nachfrage des Richters gibt es dann noch vom Geschädigten zu Protokoll:

    „Mein Kumpel hat denen gesagt, dass sie uns in Ruhe lassen sollen, abhauen sollen. Dann ist der andere ausgerastet, rannte auf uns zu, sagte ‚dreckige Juden‘.

    Man kann es drehen und wenden wie man will, das Schimpfen paßt da nicht hinein.
    Das wird nur erklärbar, wenn auch die andere Seite provokant auftrat.

    Ich bleibe dabei: Das war bewußt organisierter Zoff, der zum Staub aufwirbeln dienen sollte. Das zeigt auch die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

    Der erste Prozesstag wurde ungewöhnlich schnell, nach nur zwei Monaten anberaumt. Das Gericht will damit auch ein Signal setzen.
    Es sind Zuschauer aus den USA und Israel da, auch Vertreter der jüdischen Gemeinde. Der Medienandrang ist so immens, dass die Verhandlung kurzerhand in einen größeren Saal verlegt werden musste.


    Quelle: https://www.nwzonline.de/politik/berlin-kippa-prozess-seelischer-schmerz-noch-groesser_a_50,1,3542199742.html

    Meine Güte, wegen der Gürtelkloppe fliegt man extra aus den USA ein.
    Und was der Tagesspiegel zu erwähnen vergaß, lesen wir hier noch am Rande.

    Zudem habe der Israeli seine Mutter beschimpft, da sei er sehr wütend geworden. „Ich fühlte mich im Recht“, erklärt Knaan Al S.

    In der Jüdischen Allgemeinen gibt es noch dieses Fragment zur Aussage von Adam A..

    Bestätigt wurden seine Angaben von einer Zeugin, die unweit des Tatortes zur Tatzeit in einem Restaurant saß. Ihr seien die beiden Jungs sofort aufgefallen, weil sie eine Kippa trugen und homosexuell wirkten, sagte die 44-Jährige aus Hamburg.
    Nach ihren Angaben gingen die Beschimpfungen eindeutig von den drei Arabern aus. »Die Provokationen waren eindeutig«, sagte die Zeugin.


    Quelle: https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32010

    Man muß sich als interessierter Leser quasi die Puzzlestücke selbst zusammen suchen.
    Aber man wird fündig.

    Kurz bevor der Richter die Verhandlung unterbricht, um zwei weitere Termine anzuberaumen, bekommt der Fall noch einen bizarren Dreh. Die Anwältin von Adam Armush, dem Israeli, der im April von dem aus Syrien geflohenen Palästinenser Knaan Al S. mit einem Gürtel misshandelt wurde, wendet sich an die Zeugin, die die Szene am Helmholtzplatz beobachtet und durch ihr Dazwischengehen womöglich eine weitere Eskalation verhindert hat: „Gehören Sie irgendeiner jüdischen Organisation an?“ Die Hamburgerin – nach eigenen Angaben mit israelischem Hintergrund – verneint das kategorisch, in Saal 700 des Landgerichts wird getuschelt.

    Quelle: http://www.taz.de/!5514784/

    Mit israelischem Hintergrund? Ah ja.
    Das hatten wir schon bei Adam A.
    Wie viele Menschen mit israelischem Hintergrund waren denn damals noch am Helmholtzplatz „versammelt“ um zu „beobachten“?
    Hatte Adam A. nicht sogar von einem Experiment gesprochen?

    Hintergrund der Frage, so die Anwältin, sei die Unterstellung, es gebe eine Verschwörung gegen den Angeklagten. Geäußert habe sie der Anwalt des zweiten Angeklagten, Cousin von Al S., der in die Attacke involviert war und gegen den noch ermittelt wird.

    Das wird ja immer interessanter.
    Aber vielleicht lügen die Araber genauso wie einst die Kreter, denn ..

    Adam Armush, der an diesem Tag in Begleitung eines Freundes im Prenzlauer Berg mit der jüdischen Kopfbedeckung unterwegs war, wies die Darstellung von Knaan Al S. zurück. Er habe mit dem Angeklagten vor der Attacke keinerlei Worte gewechselt. Ein Trio um den Angeklagten habe sie über die Straße hinweg beschimpft. Sein Begleiter, ein Deutsch-Marokkaner, habe die Angreifer daraufhin aufgefordert, sie in Ruhe zu lassen.

    Da hatte der Palästinenser wohl Stimmen im Drogenrausch gehört oder so ähnlich.
    Über diese Unstimmigkeit ist man dann sogar bei der BZ gestolpert:

    „Ich ficke deine Mutter. Ich verfluche deinen Juden“, habe er dem Cousin zugerufen. Aus Spaß, versichert er. Mit diesen Worten fluche nun einmal ein Araber.
    Von der anderen Straßenseite will Knaan S. plötzlich die Worte Hurensohn und Sohn einer Schlampe gehört habe. Der Angeklagte bezog die Schimpfwörter nach eigenen Worten auf sich. Deswegen sei er hinüber gerannt. Deswegen habe er den Gürtel gezogen. Deswegen habe er den Studenten gefragt, warum er ihn beschimpfe. Deswegen habe er zugeschlagen, bis sein Cousin ihn weggezogen habe.
    Und wirklich stammen die ersten, schlecht verständlichen Worte, die auf dem Video des Israeli zu hören sind, von Knaan S. „Warum beschimpfst du uns?“, fragt er auf Arabisch, bevor er immer wieder zuschlägt.
    Die Frage hat offenbar auch Adam Armoush bis zu diesem Prozesstag noch nicht wahrgenommen. Das behauptet er jedenfalls.
    „Ich kann dazu nur sagten, dass ich kein Wort zu dem Angeklagten gesagt habe, bevor er auf unsere Straßenseite kam“, versichert er.


    Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/schlaege-auf-kippa-traeger--ich-fuehlte-mich-im-recht--30649422

    Einfach großartig.
    Der zugekiffte Pali hört Stimmen aus seiner anderen Welt und der “Filmemacher” war so sehr mit dem Filmen beschäftigt, daß er die “Anklage” des Schlägers überhörte.
    Oder er lügt einfach dreist, aber solche absurden Gedanken wollen wir gleich wieder vertreiben.

    Und die TAZ weist auch noch dezent auf die „Größe des Falls“ hin.

    Ein Mann trägt eine Kippa in Berlin und wird deshalb misshandelt – das ist es, was den Fall so groß macht, der sonst wohl in ein, zwei Stunden abgehandelt würde.

    Herzlichen Dank für diesen Augenöffner!
    Das wußte ich zwar schon vorher, aber ich finde es immer wieder gut, wenn es ab und zu von offizieller Quelle bestätigt wird.
    Ganz besonderen Menschen gehört nun einmal eine ganz besondere Aufmerksamkeit.

    mfG
    nereus

    

    gesamter Thread:

  • Erinnert sich noch jemand daran – Kippa contra Gürtel? - nereus, 25.06.2018, 15:48

Wandere aus, solange es noch geht.


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