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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Wo stehen der Priester, der Schläger und der HartzIV-ler in deiner Pyramide?

    verfasst von Silke, 13.06.2018, 23:36

    Lieber nemo,

    > hier mal meine Sicht der Dinge.

    gut gemacht.[[zwinker]]

    Vor deiner „1.“ sollten aber die stehen, die:
    - bestimmen können, was Geld ist und die,
    - die sich davon ausreichend viel verschaffen können,
    also z.B. die Damen und Herren mit der Waffe oder dem Fluch, die die Bewohner von Uckmuckistans mit schlagenden Argumenten davon überzeugen können, dieses in der Menge und Qualität zu demunddem Termin her zu tun, was sie gerade benötigen, so dass dieses im ganzen Lande gelt.
    Und wozu benötigen sie dieses?
    Um damit Söldner (Beamte/Krieger) für sich gewinnen zu können, die auf Befehl auf die Mütze geben falls wer dieses nicht hergeben will oder kann und dafür mit diesem in jeder Kneipe und in jedem Einkaufstempel wiederum ihre Bedürfnisse befriedigen können, wenn sie das nicht mit ihrem Kurzschwert tun dürfen, weil der Herr Hammurapi/oder Vorgänger/Nachfolger in seinem Codex (gesetztes Recht) solches Handeln mit der Todesstrafe belegt hat.

    > 1.
    > Es ist das größte
    > Privileg in unserer
    > Welt, genügend Geld
    > zu besitzen, um sich nicht
    > mehr darum kümmern zu müssen
    > und bis ans Lebensende ausgesorgt
    > zu haben.

    Wie ich schon einmal schrieb kann ich (wenn ich @dottore und @Ashitaka richtig verstanden habe) Geld nicht besitzen sondern nur die Urkunden über Guthaben auf Geld (Giral) oder die Urkunden über Geldsummen (Scheine, Münzen).
    Die Urkunden sind dinglich, das Geld ist es nicht.
    Deshalb ist auch das Halten von Geld ein schwieriges Unterfangen wie uns die kommende Bargeldabschaffung beweisen wird.
    Habe ich dann nur noch ein Konto mit einem Guthaben, so lässt sich dieses jederzeit mittels Kürzung vollautomatisch den Bedürfnissen der Nation anpassen, wenn die Staatsschulden wieder einmal einigen Nichtverstehern zu hoch erscheinen.
    Da kann ich jetzt rödeln und knausern wie ich will, es wird dann niemanden mehr interessieren, weil ein Algorithmus (das sind die Dinger von denen mancher hier behauptet, dass sie am gerechtesten wären) mir entweder xx % oder eine feste Summe (Prokopfstaatsverschuldung?) ausbucht.
    Wer dann tiefrot im Minus ist wird je nach Herrschaftsform begnadigt oder versklavt.


    > 2.
    > Das zweitgrößte Privileg in unserer Welt
    > besteht darin, ein leistungsloses Einkommen
    > zu erzielen, weil man Teil eines politischen oder
    > wirtschaftlichen Netzwerkes ist, in dem die Gelder
    > anderer verteilt werden.

    Das ist ja nie leistungslos (von der Vorfinanzierung mal ganz abgesehen) sondern ein knallhartes und eckliges Geschäft, wenn ich mich so prostituieren und zum Mops machen würde wie unsere armen Politiker. Die Frau Klatten in der Wirtschaft ist ja offensichtlich auch nicht wirklich glücklich mit ihrem von Frau Wagenknecht beklagtem total ungerechtfertigtem angeblich leistungslosen und unverschämten Einkommen. Du möchtest doch so ein "Privileg" nicht ernsthaft geschenkt haben?

    > 3.
    > Das drittgrößte Privileg ist ein ausreichendes Einkommen
    > durch Steuermittel, bei dem man ein gutes Leben führen kann
    > und ab dem Rentenalter hohe Pensionsansprüche erhält.

    Das wäre dann der Renditus vulgaris, der gemeine Rentner.
    Dieses Privileg müssen sich die meisten auch sehr hart erkämpfen.
    Und keiner weiß, wann es verglüht, weil immer mehr Rentner auf der Bildfläche auftauchen (Stichwort Frührentner und Babyboomer) und immer weniger Rentenbeitragszahler auf der Bildfläche erscheinen oder bleiben, weil sie die Seiten oder die Landesgrenzensicht wechseln (Stichworte Geburtenschwäche und Auswandern).

    > 4.
    > Das viertgrößte Privileg ist ein gutgezahlter Job in der Wirtschaft,
    > bei dem jedoch Leistung verlangt wird und den man bei Nichterfüllung
    > dieser Leistung auch wieder verlieren kann.

    Das sieht aber in unserer KMU-Landschaft extrem heterogen aus mit der Leistungsfähigkeit der Wirtschaftssubjekte.
    Wie hart arbeitet den jemand der in China Schrauben oder Autoteile einkaufen lässt, seine Aufkleber drauf macht und sie in BRD teuer verkauft?

    > 5.
    > Das Ende dieser Pyramide besteht aus Jobs, die gerade so zum Leben
    > reichen,
    > bei denen man nur durch harte Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreitet,
    > weil das
    > Gehalt immer nur bis zum Monatsende reicht.

    Hart arbeiten muss im Kapitalismus im Prinzip jeder.
    Selbst der Erbe muss auch erst einmal an sein Erbe kommen.
    Selbst der Migrant muss auch erst einmal den Weg her schaffen und dann hier aushalten.
    Selbst der Anleger hat die Qual der Wahl und die Angst vor dem Verlust seiner Millionen.
    Den Arbeiter hindert niemand daran, zum Unternehmer zu werden.
    Und Politiker kann wirklich jeder werden, der des Lesens und Schreibens mächtig ist (selbst Herr Öttinger kann mit seinen Englischkenntnissen und seinen überragenden Fähigkeiten wie der Herr Schulz ein Spitzenverdiener werden, wenn er nur hart genug arbeitet)

    > 6.
    > Das untere Ende dieser Pyramide besteht aus prekären Jobs, die nicht zum
    > Bestreiten
    > des Lebensunterhaltes reichen, so dass man mehrere Jobs braucht oder auf
    > zusätzliche
    > Sozialleistungen angewiesen ist.

    Die muss man doch nicht annehmen.
    Wir haben in BRD einmalig auf der Welt das Menschenrecht auf lebenslange grundgesicherte Menschenwürde (das hat kein Lebewesen sonst weltweit) - da muss man nur knallhart dranbleiben gegen die Damen und Herren vom Sozialamt (das ist auch harte Arbeit - wie für diese wiederum die Leistungsverweigerung richtig harte Arbeit ist weil das sowohl dem einen als auch dem anderen wegen der Spiegelneuronen richtig weh tut).

    Irgendwie erscheint mir der Begriff "harte Arbeit" im Zusammenhang mit "Geld" nur suboptimal gewählt.
    Vielleicht wäre "sich bemächtigen" ein besserer Ausdruck.[[zwinker]]

    > - - - -
    >
    > Die oberen 3 Schichten der Pyramide profitieren von der Arbeit der unteren
    > 3 Schichten.

    Das kann man so pauschal wahrscheinlich nicht sagen.
    Erst einmal profitieren ja alle, die im System BRD sind, weil sie hier im Gegensatz zur Weltbevölkerung weder verhungern noch im Krieg beseitigt werden und zudem noch grundgesichert werden.
    Dafür zahlen aber alle einen hohen Preis.
    Jedes Tier hat in der Natur Konkurrenten, Feinde und Gewalten zu ertragen, wenn es sich nicht dagegen wehren kann.
    Der BRD-Bürger ist da materiell deutlich besser gestellt, neigt aber nicht ohne Grund zu Depression, Sucht, Burnout, Angst, Wut, Neid und Gier.

    > Die unteren 3 Schichten tun das jedoch nicht freiwillig, sondern aus dem
    > Zwang heraus,
    > wirtschaften zu müssen, da ansonsten ihre Existenz bedroht ist.
    > Schuldgeld ist das Mittel
    > der Wahl, damit die Macht-Pyramide funktioniert. Der Zwang, Geld für
    > andere erwirtschaften
    > zu müssen, ersetzt die Gewalt.

    Aus der Fähigkeit zur Gewaltanwendung folgt die Fähigkeit der Durchsetzung eigener Ansprüche gegen andere Anspruchssteller. Das ist ein historisch ziemlich altes Verfahren. Von Freiwilligkeit wird bei den Wenigsten die Rede sein. Wir sind Getriebene der inneren und äußeren Umstände, auch wenn wir stets Handlungsspielräume haben, deren Nutzung sehr entscheidend sein kann wie das Milgram-Experiment beweist.

    > Der Irrsinn dieses Systems besteht darin, dass Geld an die erste Stelle
    > aller menschlichen
    > Bestrebungen gestellt wurde. Natürlich im Interesse der Profiteure. Alle
    > anderen Dinge
    > wie, Familie, Kinder, Gemeinsinn, Kultur, Nahrung, Religion, Lebenssinn,
    > Beruf, Wissenschaft,
    > Politik, Wirtschaft, Soziales und sogar die Umwelt, müssen sich diesem
    > Geld-System unterordnen.

    Ich fürchte wir sind alle irgendwie Profiteure und Opfer gleichzeitig.
    Nur die Größenordnungen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.
    Wenn ich lebe muss ich meine Urschuld und die der Meinen mit bedienbar halten, was in einem Land ohne Allmende ohne gleichzeitiges Bedienen von massiven Abgabeschulden nicht geht.

    > So sehe ich den Stand der Dinge. Man kann also nicht von einem Schwarm
    > sprechen, denn
    > diese Macht-Pyramide, die nur den Profiteuren des Systems dient, beruht
    > weder auf
    > Freiwilligkeit noch auf irgendeinem anderen sinnvollen Streben, außer der
    > Erhaltung
    > des Machtsystems selbst.

    Ein sehr gelungenes Schlusswort.
    Kein Schwarm und dafür Zwang bis zum Abwinken und keine Lösung weit und breit in einem funktionierenden System.
    Nur die "Selbsterhaltung" des Systems stimmt nicht. Es ist eine Ableitung äußerer Gewalten.

    Liebe Grüße
    Silke

    ---
    um das Unlösbare zu lösen:
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=250729
    gegen den inneren persönlichen Staat.

    

    gesamter Thread:

  • Rom hat gesprochen! Der Fall Merkel ist erledigt! - Diogenes Lampe, 12.06.2018, 18:59

Wandere aus, solange es noch geht.


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