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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Erneut: Realismus

    verfasst von Positiv, 02.07.2017, 10:14
    (editiert von Positiv, 02.07.2017, 10:22)

    > Mangel kann zur Populationsschrumpfung führen, wenn der Mangel groß
    > genug ist. Ob und wie stark eine Population schrumpft, ist abhängig von
    > der Stärke des Mangels. Doch selbst dieser temporäre Mangel ist immer nur
    > auf ein begrenztes Gebiet beschränkt und herrscht nie Weltweit.

    Es wird die Eisbären freuen, das zu hören.

    > Der Überfluß wird heut nur noch zum geringen Teil von Menschen
    > geschaffen. Der wird heut zum Großteil von Maschinen geschaffen, Wie hoch
    > ist den der Anteil der Menschen, die nur noch für die Herstellung,
    > Steuerung und Funktion der Maschinen benötigt werden?
    > An den Beispiel der Landwirtschaftkann man das gut darstellen. Vor einigen
    > Jahrhunderten war mehr als die hälfte der Menschen in der Landwirtschaft
    > tätig, heut sind es nur noch zwei Prozent. Weil die Tätigkeit durch
    > Maschinen ersetzt wurde, die selbst kein Geld benötigen, aber auch viel
    > weniger Menschen zur Herstellung, Steuerung, Funktion benötigt werden. Wir
    > stellen sogar mit Maschinen Maschinen her.
    > Kein Mensch sitzt mehr an einer Werkbank in der Produktion und feilt
    > Maschinenteile.

    Hier unterläuft Dir ein gravierender Denkfehler. Klar kann heute ein Bauer mit einem Monstertraktor soviel Land bewirtschaften, wie früher 1000 Menschen.

    Aber wo kommt der große Traktor her? Wer hat dieses unglaublich komplexe Gerät erschaffen? Wieviele 1000 oder 10000 Leute brauchte es, um die Maschinen herzustellen, die die ganzen Einzelteile fertigen. Wieviele Programmierer, Ingenieure, Werkzeugmacher? Du siehst sie nicht, aber sie sind alle nötig.

    Plakative Rechnung: Früher hat der Dorfschmied in Vollzeit die Heugabeln gemacht und 1000 Leute damit gearbeitet. Heute bauen 1000 Leute die Maschine und einer arbeitet damit. Wo ist gesamtwirtschaftlich der Unterschied?

    Und wenn der Traktor nicht gewartet wird, funktioniert er bald nicht mehr. Wenn die ganzen Werkzeugmaschinen nicht gewartet werden, gibt es bald keinen neuen Traktor mehr. Unterschätze das nicht.

    Ich wiederhole: Die Maschinen erschaffen sich nicht selbst. Das Gegenteil ist der Fall. Je komplexer und leistungsfähiger sie werden, umso höher und fehleranfälliger ist der Aufwand, sie zu konstruieren und zu fertigen.

    Mit der ganzen Logistik, nötig, damit die Maschinen mit Material versorgt werden und die produzierten Teile dorthin kommen, wo sie gebraucht werden, fange ich gar nicht erst an.

    > Konkurrenz kann einer von vielen im Menschen vohandenen Eigenschaften als
    > Motor für Entwicklungen sein, gleichzeitig kann Konkurrenz auch
    > zerstörerisch sein, denn wenn der Mangel zu groß für eine Population
    > ist, schrumpft ja die Größe der Population durch gegenseitigen tödlichen
    > Kampf um die Lebensgrundlagen.

    Womit wir beim Problem der viel zu hohen Bevölkerungsdichte wären, welche diesen Planeten völlig zerstört.

    Interessanterweise haben nur die Menschen mit Konkurrenzsituationen das größte Problem, die dabei regelmäßig am schlechtesten abschneiden.

    Warum nochmal sollen die alimentiert werden? Warum soll das Gesetz von Urasche und Wirkung hier außer Kraft gesetzt werden? Welchen Vorteil hätte das für die Gesellschaft?

    > Und Ausdruck des extremsten Konkurrenzkampfes ist nun mal Krieg.
    > Doch unsere individuelle Mangelressource ist im System nur das Geld und
    > nicht die Waren beschränkt, denn Waren gibt es im Überfluß, doch ohne
    > Geld, gibt es keine Waren, trotz Bedürfniss danach.

    Du träumst vom leistungslosen Gratis-Schlaraffenland für alle. Das wird nicht funktionieren. Und selbst wenn es machbar wäre, wären seine Auswirkungen verheerend.

    > Und wenn im Markt alle Bedürfnisse gestillt sind und oder in der
    > Produktion wegen der Autmomatisierung nicht alle Menschen benötigt werden,
    > wie kommen dann die nicht benötigten Menschen an die im Überfluß
    > hergestelletn und für alle vorätigen Waren, wenn sie keine Arbeit finden
    > und damit kein Einkommen haben?

    Gar nicht. Jeder bekommt weiterhin exakt das, was er verdient. [[zwinker]]

    Wer seine Kinder nicht selbst ernähren und gut ausbilden kann, sollte keine bekommen. Ganz einfach.

    > Kein Mensch würde von sich aus etwas herstellen oder anbielen, was
    > niemand braucht. Nein, wenn dann werden heut Unternehmen nicht einfach vom
    > Markt gefegt, weil keine Bedürfnis gstillt wird, sondern weil ein
    > Unternehmen in der Konkurrenz nicht effizient genug ist, weil es nicht
    > genug Profit abwirft, obwohl es ein Bedürfnis nach diesen Produkten gibt,
    > denn die Kundschaft ist vielleicht nicht finanziell genug ausgestattet.
    > Die Zahlenspiele, die Bedingungen des Geldsystems sind hier immer der
    > Maßstab, nie die Bedürfnisse von Menschen.

    Ich verstehe Deine Kapitalismuskritik durchaus.

    > Und ein BGE kann hier den Konkurrenzdruck und die für den darin
    > benötigten Erfolg und dessen benötigte menschlich entgegengesetzte
    > Verhaltensweise verringern.

    Nein. BGE würde die Unfähigen / Unwilligen bevorzugen, Motivation zur persönlichen Weiterentwicklung vernichten, Kompetente und Leistungswillige demotivieren, einer weiteren Bevölkerungszunahme Vorschub leisten und die allemeinde Dekadenz und den Niedergang beschleunigen. Der Mensch ist nunmal bequem. Wenn es einfache Lösungen gibt, werden die bevorzugt.

    Sicher hast Du Dir auch schonmal Gedanken darüber gemacht, wer die ganzen nötigen aber ungeliebten Scheißjobs erledigen wird, wenn es ein leistungsloses Grundeinkommen gäbe.

    Wer arbeitet dann noch bei der Müllabfuhr, kümmert sich um die Fäkalienentsorgung, usw. ?

    Ich fürchte, die beiden Rattenexperimente (im Besonderen das zweite) sind weit näher an der menschlichen Realität, als uns allen lieb ist.

    Das künstliche Paradies wäre der sicherste Weg in die Hölle.

    

    gesamter Thread:

  • Erneut: das bedingungslose Grundeinkommen - Falkenauge, 01.07.2017, 09:47

Wandere aus, solange es noch geht.


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