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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Ja und Nein

    verfasst von Andudu, 16.06.2017, 11:17
    (editiert von Andudu, 16.06.2017, 11:25)

    > „Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein
    > Feuer zu entfachen“, schrieb einst der griechische Dichter Aristophanes.

    Schöne Worte, aus einer Sklavenhaltergesellschaft, in der nur eine kleine Minderheit überhaupt höhere Bildung genießen durfte.

    Es mag ein Motivationsspruch für Lehrer sein, aber ich denke, die besseren praktizieren das längst, die schlechten Lehrer aussortieren, ist hingegen ein anderes Thema und ein politisches Tabu.

    Machen wir uns doch nichts vor: "das Feuer entfachen", also intrinsische Motivation wecken, funktioniert nicht bei allen Themen, nicht bei allen Menschen, nicht mit allen Lehrern und nicht in dem Umfang, wie es nötig wäre, in einer arbeitsteiligen Hochzivilisation, wie unserer.

    Schon gar nicht bei den professionellen Ablenkungen der Medienindustrie. Ich habe Kinder und es ist absolut nicht einfach, allgegenwärtige Computerspiele und Filme genug einzuschränken, damit die überhaupt noch was anderes machen! Egal welches Thema, gegen ein Spiel, welches darauf optimiert wurde, das Belohnungssystem von Menschen anzusprechen, wirkt alles andere grau und langweilig!


    > Dieses Feuer fürchten die Herrschenden wie der Teufel das Weihwasser.

    Wie oft ich das schon gehört habe. Das Gegenteil ist richtig. Ein Elon Musk wird nicht umsonst wie ein Heiliger herumgereicht. Erst gestern durfte ich das Innovationsranking der Länder im Radio bewundern und das Gejammere darüber, dass Deutschland nur auf Platz 9, oder so, steht.

    Auch über feurige Nachwuchspolitiker würden sich "die Herrschenden" freuen.

    Was sie nicht wollen, ist eine aktive und denkende Zivilgesellschaft, die ihnen reingrätscht. Aber das Bildungssystem ist viel zu schwerfällig und plump, um so etwas zu verhindern oder es gar zu schaffen.



    > Daher übernahmen sie das Bildungswesen im 18. Jahrhundert von den Kirchen

    Ja, weil die ja unabhängig und neutral waren ;-)


    > in die Obhut des absolutistischen Staates, um die Gefäße der Jugend Jahr
    > für Jahr mit dem zu füllen, was sie zu gefügigen steuerzahlenden
    > Untertanen des Staates und fleißigen Arbeitssklaven der Wirtschaft formt.

    Im 18 Jhdt.?

    Natürlich bildet ein Bildungssystem immer überwiegend die Meinung der Herrschenden ab (wie willst du das wegbekommen?). Gesellschaftliche Änderungen hat das letztlich nicht verhindert, denn viel gravierender sind die Einflussnahme des Elternhauses und gesellschaftliche Fehlentwicklungen.

    Im Übrigen: irgendjemand muss die Arbeit machen. Die Überflussgesellschaft, in der man die eigene Arbeitsleistung als verzichtbar bis sinnlos empfindet, gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten und auch nur bei uns (und sicherlich nicht mehr lange).


    > Dem obrigkeitsstaatlichen Bestimmungsanspruch liegt zugrunde, dass sich
    > die den Staat Beherrschenden über die anderen Menschen setzen, und damit
    > behaupten, dass diese ihrer Fürsorge und Lenkung bedürften. Sie merken in
    > ihrer Arroganz gar nicht mehr, welche jahrtausendealte Über- und
    > Unterordnungsstruktur sie immer noch praktizieren und durch
    > scheindemokratische Phrasen nur verdecken.

    Die Pseudodemokratie ist das eigentliche Problem, nicht das Bildungssystem. Du kannst das Bildungssystem nicht ändern, ohne vorher die Pseudodemokratie zu entmachten.

    Oder falls du es kannst, bitte hier Vorschläge rein :-)

    Ansonsten bleibt das eine Strohmann-Diskussion. Auf die Bildung einzuprügeln, wenn man das System meint, ist nicht zielführend und führt lediglich zu Kollateralschäden.

    

    gesamter Thread:

  • Die Fesselung des Bildungslebens durch den Staat - Falkenauge, 16.06.2017, 10:40

Wandere aus, solange es noch geht.


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