Das Gelbe Forum Forum nach Zeit sortieren Forum nach letzter Antwort sortieren die 150 neuesten Beiträge
Forum-Menü | Fluchtburg autark am Meer | Goldpreis heute | Zum Tode von Jürgen Küßner | Bücher vom Kopp-Verlag
ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Genau so ist es. Leider.

    verfasst von zip, 16.04.2017, 22:45

    > > Gesundheitsfrage: Analfistel ohne OP therapieren?
    >
    > Hallo Köpi,
    > kurz gesagt kann man die Frage mit Nein beantworten.
    >
    > Ohne OP verschwindet die Fistel nicht wieder, es besteht sogar die Gefahr, dass sich die Finstelkanäle ausbreiten und Dein Schließmuskel in Mitleidenschaft gezogen wird (und dann hast Du die richtige "Arschkarte" gezogen).
    >
    > Ab mit Dir zur OP ... und danach lass Dir dort die Haare dauerhaft enfernen (Laser etc.) damit Du in Zukunft "Ruhe hast".
    >
    > Gruß vom einem Leidensgenossen

    Ich hänge mich mal da dran. Habe die Sache vor rund 18 Monaten machen lassen. Es hat sich über Monate hinweg in Schüben stets verschlimmert. Irgendwann war der Leidensdruck groß genug und Überweisung in die Notaufnahme des KH. (Tipp: Bei Einweisung in die Notaufnahme zahlt die PKV auch "1. Klasse", wenn ansonsten nur "2. Klasse" vereinbart ist – zumindest bei meinem Vertrag.) Bei der OP wird großzügig geschnitten. Man will nicht glauben, dass es da jemals wieder zuwächst. Tut es aber und zwar zügig. Trotzdem ist ans Radfahren über lange Monate hinweg nicht zu denken.

    Je nach Lage und Verlauf der Fistel (die fast immer durch mehrere Bereiche des Schließmuskels verläuft) wird eine Drainage gelegt. Das ist ein Silikonfaden, der vom Ausgangspunkt der Fistel (kurz vor dem Schließmuskel – also im letzten Teil des Darms) in das "Röhrchen" der Fistel eingefädelt wird und an der Stelle wieder austritt, wo die Eiterbeule weggeschnitten wurde – also irgendwo in der Pofalte.

    Der Faden hat die Funktion eines "Dochtes", an dem entlang Sekrete aus den entzündeten Bereichen ins Freie gelangen. Das funktioniert gut und im Laufe der Zeit findet man auch die passende Damenbinde, ohne die es nicht mehr geht. Ich komme sehr gut mit dem Produkt von Aldi zurecht. Teure "antiseptische" Vorlagen sind rausgeworfenes Geld, glaube mir!

    Der Faden wird als "Ring" verlegt. Der unsichtbare Teil verläuft im Fistelkanal (der wiederum durch den Schließmuskel verläuft) und der sichtbare Teil verläuft vom Ende der Fistel durch den Bereich der Pofalte zurück durch zur Anfangsöffnung der Fistel im Darm. Auf dem Weg dorthin passiert er den After. Wenn der Faden "zur Sicherheit" doppelt ausgeführt wurde, laufen also ständig zwei ca. 0,2 mm starke Fäden durch den After und behindern je nach Druck der anfallenden "Geschäfte" die Effizienz des Schließmuskels.

    Das kriegt man aber relativ schnell spitz und disponiert entsprechend. Hilfreich ist danach die Reinigung auf dem Rand einer Duschtasse in der Sitzhocke sitzend, wobei ein warmer weicher Strahl aus dem Duschkopf bei der Klärung des Umfeldes hilft. Danach nur Tupfen, nicht Reiben!

    Die ringförmige Verlegung der Drainage hat logischerweise einen Anfang und ein Ende mit einer Verknotung, die ein wenig an die beim Rollbraten üblichen Verflechtungen erinnert. Im Rahmen der OP kann die Verknotung des Fadens seitens des Chirurgen so erfolgen, dass der häufig in der Pofalte liegende Knoten mit den frei liegenden Enden (der Faden härtet speziell zu den Enden leider immer weiter aus) beim Gehen nicht zwingend scheuern muss. Darauf hat man allerdings keinen Einfluss.

    Der Chirurg hat sowieso nur ein nachgelagertes Interesse daran, den Knoten "schön" zu machen. Denn sein Plan ist, den Faden rund 8 bis 10 Wochen nach der OP wieder raus zu holen. Nach diesen 8 bis 10 Wochen ist die Wunde bereits so weit abgeheilt, dass man sie über längere Zeit am Tag nicht spürt.

    Teil 2 der OP wird in der Regel nicht im Vorfeld kommuniziert! Also das Rausholen der Drainage, sprich des Fadens. Das sieht grundsätzlich so aus, dass der Fistelkanal, in dem der Faden liegt, der Länge nach aufgeschnitten wird und so weit dabei "zerstört" wird, dass sich (an dieser Stelle) die Fistel nicht mehr nach der OP zurückbildet. Lage und Verlauf der Fistel bestimmen die Menge des darum befindlichen Gewebes, welches (teilweise nach der 1. OP vernarbt) ebenfalls entfernt wird.

    Wie bei der 1. OP wird erneut großzügig verfahren. Auch wenn man es nicht glauben mag: An dieser Stelle ist das Heilfleisch des Körpers ähnlich gut wie im Rachen. Trotz des "schmutzigen" Umfeldes.

    Das Fiese an der Fistel ist, dass sie jederzeit wieder kommen kann.

    ---
    .zip

    

    gesamter Thread:

  • (OT) Gesundheitsfrage: Analfistel ohne OP therapieren? - Köpi, 14.04.2017, 20:25

Wandere aus, solange es noch geht.


CoinInvest – Ihr Edelmetallhändler










438692 Postings in 53034 Threads, 946 registrierte Benutzer, 1596 User online (25 reg., 1571 Gaeste)

Das Gelbe Forum: Das Forum für Elliott-Wellen, Börse, Wirtschaft, Debitismus, Geld, Zins, Staat, Macht (und natürlich auch Politik und Gesellschaft - und ein wenig »alles andere«) | Altes Elliott-Wellen-Forum

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz