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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    OT: Ozon(schicht), in der Höhe erwünschtes Spurengas, am Boden ein Krankmacher - ist das Ozonloch geschlossen oder schlimmer?

    verfasst von Literaturhinweis, 30.12.2016, 02:13
    (editiert von Literaturhinweis, 30.12.2016, 02:15)

    Das Ozonloch wird von manchen so bezweifelt, wie die Leichen bei manchen Anschlägen:

    "Es handelt sich aber um keine Schicht, sondern eine Zone, in der lediglich Ozon statistisch vermehrt auftritt. So weit ich das also einschätzen kann, erscheint die Vorstellung von einem „Ozonloch“ geradezu aberwitzig. Solange wir eine Atmosphäre haben, und eine Sonne da ist, solange gibt es da auch Ozon." Manch einer spricht gar von einer Ozonlüge bzw. fürchtet mediale Übertreibungen.

    Da es zudem zyklische Schwankungen unabhängig von anthropogenen Faktoren gibt, die manchmal die stratosphärische Ozonkonzentration zusätzlich schwinden lassen, kommt es dann zu Warnungen wie diesen: "Bereits jetzt Gefahr durch riesen Ozonloch im Norden - 'Ozonschwund' über Europa: 'Sonnenbrandgefahr wie im August'".

    Tatsächlich gibt es eine Ozonschicht in den oberen Schichten der Erdatmosphäre, etwas, das man durch spektrographische Messungen überprüfen kann, ebenso, wie es sich aus dem Chemismus des Sauerstoffatoms/-moleküls unter Ultraviolett-Einstrahlung theoretisch herleiten läßt. Die Zerstörung begann mit dem verstärkten Einsatz von Fluorkohlenwasserstoffen und, da diese nur sehr schwer abbaubar sind (das war ja einer der Gründe für ihren Einsatz) dauert es nun Jahrzehnte, bis die ursprüngliche Schichtdicke/Konzentration wiederhergestellt sein wird.

    Der Begriff "Ozonloch" bezeichnet dabei natürlich umgangsprachlich kein 'Loch' in der Atmosphäre, sondern eine Region innerhalb dieser mehrere Kilometer dicken Schicht, in dem -gegenüber früher- weniger Ozonmoleküle pro Kubik(kilo)meter auftreten. Da Sauerstoffmoleküle Ultraviolettstrahlung auffangen und Ozonmoleküle bilden und die Reststrahlung als unschädlichere Strahlung wieder abgeben, bedeutet das, daß dadurch, daß die Ozonbildung behindert wird, mehr Ultraviolettstrahlung in die Biosphäre eindringt, also in den Lebensraum von Tieren, Pflanzen und Menschen.

    Wäre die UV-Strahlung deutlich stärker als heute, so würde das sog. 'höhere Leben' zuerst in Mitleidenschaft gezogen, also Pflanzen und Tiere inkl. Menschen, die darauf angewiesen sind, von der Sonneneinstrahlung zu partizipieren, aber härtere Strahlung nicht vertragen. (Grüne) Pflanzen können ohne Sonnenstrahlung gar nicht existieren und andere Organismen, die kein Sonnenlicht brauchen, nur noch dort gedeihen, wo keines hinkommt, wenn dessen Spektrum zu UV-lastig wird. Da mit der Zeit die Bäume, ihrerseits Grünpflanzen, auch den Wald(boden) nicht mehr beschatten würden, würde dessen natürliche Schattenzone wegfallen und Schutz vor Sonnenlicht gäbe es dann i.W. nur noch in Höhlen, im Wasser und für die Bodenorganismen.

    So einfach ist die Sache allerdings nicht, denn ohne die assimilierenden (Grün-) Pflanzen fällt nicht nur mit der Zeit der Sauerstoffspender für die Landtiere weg, sondern auch die Nahrungsgrundlage für die gesamte Nahrungskette, denn selbst Mensch und Raubtiere ernähren sich über den Umweg über andere Organismen von (Grün-) Pflanzen. Bald darauf würde auch die Sauerstoffbilanz der Fließgewässer und der Meere kritisch, denn auch dort stammt der Sauerstoff einerseits aus der Luft, wo er durch den Wellengang und die Gischt eingetragen wird, ebenso wie von (Grün-) Algen. Zudem besteht die Nahrungsquelle Plankton, auf der die Nahrungskette für die größeren Meerestiere aufbaut, die ihrerseits Plankton-Konsumenten konsumieren, aus überwiegend ebendiesen Grünalgen und diese müssen in den oberen Meeresschichten mit Licht in Kontakt bleiben, um assimilieren zu können.

    Der gesamte Nahrungskreislauf kommt somit zum Stillstand, bzw. wird auf eine sehr frühe Stufe der Evolution, wenn man diese als gültiges Erklärungsmodell akzeptieren will, zurückgeworfen: so etwa ein paar hundert Millionen bis zwei Milliarden von ca. 3,5 Milliarden Jahren würden 'rückgängig' gemacht; übrig blieben Einzeller in sonnenlichtabgewandten Regionen und möglicherweise ein paar höhlenbewohnende Wirbeltiere, sofern deren Nahrungskette komplett auf Input von den vorgenannten Kreisläufen verzichten können sollte.

    Nun stelle ich im direkten Gespräch oft fest, daß die Menschen etwas verwirrt sind, weil es gleichzeitig, und in den letzten Jahren häufiger, Ozonwarnungen 'am Boden' gibt, man deshalb möglichst in geschlossenen Räumen bleiben soll und auf gar keinen Fall dann draußen Sport treiben sollte. (Ob das durch den neuesten Hype, bis in ein paar Jahren alle Verbrennungs-Motoren aus dem Verkehr zu ziehen, besser würde, steht zu bezweifeln, denn China z.B. müßte die meisten stromerzeugenden Kraftwerke stillegen, wenn Smogwarnung angesagt ist, d.h. als erstes bleiben dann die Elektroautos stehen - aber vielleicht ziehen sich die Ölverbrenner ja selbst aus dem Verkehr.)

    Tatsächlich entsteht auch dieses bodennahe Ozon grundsätzlich unter Mitwirkung von UV-Strahlung, jedoch tritt es deshalb verstärkt in Ballungsgebieten auf, und früher eher nicht, weil sich dort zu bestimmten Wetterlagen (und besonders bei starkem Verkehr) Substanzen in der Luft finden, die die Reaktion von Luftsauerstoff zu Ozon verstärken.

    Insofern haben die Ozon-Werte 'am Boden' mit der Ozonschicht oder dem Ozon'loch' viel weiter oben wenig zu tun, außer, daß es sich z.T. um dieselben chemischen Reaktionen mit Ultraviolettstrahlung handelt (auch bei Höhensonnen kann man manchmal den typischen Ozon-Geruch wahrnehmen - alles im Prinzip derselbe Ablauf - auch die Bleichwirkung der Sonnenstrahlen z.B. auf Wäsche oder Schaufensterauslagen beruht z.T. auf der Bleichwirkung des oberflächlich gebildeten Ozons, ein anderer Teil ist auf direkte Lichteinwirkung zurückzuführen, d.h., es gibt auch lichtempfindliche Pigmente, die auch ohne UV-Strahlung rein durch sichtbares Licht auszubleichen beginnen - und nicht zuletzt zersetzt US-Strahlung manche Plastikfolien und -bauteile, wenn sie der Sonne ungeschützt ausgesetzt sind).

    Jedoch würde sich das lungenschädliche bodennahe Ozon zusätzlich verstärken, wenn das Ozonloch in der Stratosphäre zu-, d.h. die UV-Strahlen absorbierende Ozonkonzentration dort abnähme, denn so käme ja mehr von der ozonerzeugenden UV-Strahlung am Boden an und würde auch bei geringerer Schadstoffkonzentration für dauerhaft höhere Ozon-Konzentrationen sorgen.

    So gesehen bedeuten also weniger Ozonmoleküle in der Stratosphäre = mehr Ozonmoleküle in der Atemluft 'am Boden'.

    In Australien, wo die UV-Wirkungen als besonders stark eingeschätzt werden, gibt es sogar die Pflicht, sich draußen nur mit bedecktem Oberkörper (Kinder ggf. auch mit Kopfbedeckung) aufzuhalten, etwas, das der ehemalige Bodybuilding-Weltmeister und Ex-Gouverneur Kaliforniens, Arnold Schwarzenegger, am eigenen Leibe erfahren mußte, als er dort mit nacktem Oberkörper meinte, Rennrad fahren zu müssen und prompt von der australischen Verkehrspolizei einkassiert wurde.

    Da UV-Strahlung zu Hautschädigungen führen kann (vgl. die 'wettergegerbten' Hochsee-Kapitäne oder wie sich die Milliardäre auf den einschlägigen Segel-Regatten ihre Lippen dick mit Zinkcreme einschmieren), was man an deutlicher Hautalterung, z.B. auch bei Lastkraftwagenfahrern beobachten kann, ist die nächste Konsequenz oft ein Basaliom, also Hautkrebs, der un- oder falsch behandelt, sogar zum Tode führen kann (aber es gibt auch Meinungen zu Alternativmethoden).

    Es gibt genügend Studien, die den Zusammenhang zwischen gesteigerter Hautkrebs-Inzidenz und UV-Exposition belegen, sowohl als Berufskrankheit bei z.B. Bauarbeitern, durch das verstärkte Auftreten auf gewöhnlich unbedeckten Hautstellen wie Gesicht, Nacken, Handrücken und Unterarmen wie auch bei Menschen, die Sonnenstudios exzessiv nutzen oder echten 'Sonnenbadern'. Dennoch gibt es auch Webseiten, die, ähnlich wie bei Tabak und Lungenkrebs, diesen Zusammenhang bestreiten und etwa Zahlen veröffentlichen, wonach die australischen Landarbeiter weniger häufig Hautkrebs hätten als australische Sekretärinnen, die nur in Innenräumen arbeiten.

    Leider fehlen auf solchen Seiten meist Verweise auf irgendwelche belastbaren Studien, hinzu kommt aber, daß man sowohl bei diesen Landarbeitern wie auch bei den Sekretärinnen die genaue Exposition aufzeichnen müßte. Gerade unter den Sekretärinnen mögen solche sein, die dann im Sommer exzessiv und unvorbereitet sonnenbaden oder die ganzjährig Bräunungsstudios frequentieren oder die hautschädliche Kosmetik-Produkte verwenden. Vielleicht sind aber auch viele Fehldiagnosen im Spiel.

    Unter Schwarz-Afrikanerinnen, wie unter den als 'von niederem Stande' geltenden dunkelhäutigeren Thailänderinnen wie auch unter australischen Aborigine-Frauen ist z.B. der Gebrauch von nicht zugelassenen, nachweislich krebserregenden Hautbleichmitteln endemisch verbreitet (auch in Deutschland gab es eine zeitlang eine Welle von solchen 'Afro-Shops', die dann meist binnen kurzem wieder mangels Umsatzes vom Erdboden verschwanden, in denen es dieses Zeugs ebenso wie haut- und haarschädliche Haarglättungsmittelchen zu kaufen gab, die jedenfalls noch nie den Begriff 'Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz' gehört hatten); es wären also aus den australischen Sekretärinnen die Aborigine-Abkömmlinge, die solchen Noxen ausgesetzt waren, herauszurechnen, abgesehen, daß dabei auch das Rauchen und die Ernährung eine Rolle spielen. Daß man sich bei völliger Ultraviolett-Abstinenz dann so ernähren muß, daß man den damit verbundenen Vitamin-D-Mangel ausgleicht (die Eskimos/Inuit tun das schon immer durch Lebertran), sollte man auch noch bedenken, aber sicher ist die Hautkrebsgefahr die größere, jedenfalls für Menschen mit heller Hautfarbe, denn die dunkle Hautfarbe in Schwarzafrika ist u.a. der besseren UV-Abschirmung u.a. durch das Melanin geschuldet.

    Dennoch: Sonnenexposition besonders in der Kindheit scheint dem Melanom-Risiko vorzubeugen.


    Weiter mit "Literatur zu Ozon am Boden und in der Stratosphäre, dem Ozonloch und der Ozonbelastung im Straßenverkehr, Atmosphärenchemie"

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  • OT: Ozon(schicht), in der Höhe erwünschtes Spurengas, am Boden ein Krankmacher - ist das Ozonloch geschlossen oder schlimmer? - Literaturhinweis, 30.12.2016, 02:13

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