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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Kein Zusammenhang

    verfasst von -ELLI- Homepage E-Mail, 29.10.2016, 18:06

    Hallo SMK,

    du schreibst: „Wir (bzw. ich) wissen, dass Deflation (sinkende Zinsen) für den Goldpreis ein positives Umfeld ist.“

    Das sehen die meisten genau andersherum. Denk mal an die siebziger Jahre, da stiegen die Zinsen (bis 1980) bis auf 20 % und der Goldpreis erlebte eine spektakuläre Hausse. Und deshalb war jedem „klar“, dass hohe Zinsen/Inflation gut ist für den Goldpreis.
    Und deshalb können wir zurzeit auf MMNews einen Artikel lesen mit der Überschrift: Gold: Perfekter Sturm am Horizont“. Dort heißt es:
    „Man erinnere sich an Ende der 70er Jahre, als Gold von 200 auf über 800 USD im Jahr 1980 den bis dato größten Bullenmarkt überhaupt erlebte. Das Zinsniveau lag im zweistelligen Prozentbereich und die Inflation galoppierte noch darüber.“

    Seit 20 Jahren sehen wir allerdings tendenziell etwas anderes. In dem folgenden Chart sind der Goldpreis und die 5-Y-Treasury-Notes gezeigt – in dieser Zeit sind die Zinsen tendenziell gefallen (entsprechend die Treasury-Notes gestiegen), allerdings ist die Korrelation auch in diesem Zeitraum zeitweise umgekehrt, beispielsweise 2003 bis 2006:

    [image]

    Und so gibt es immer mal wieder mehr oder weniger zufällige Phasen, in denen vermeintliche Zusammenhänge bestehen – und dann mal wieder nicht. Mit den so genannten „Fundamentals“ kann man alles und nichts erklären. Für Prognosen sind sie vollkommen unbrauchbar.

    Wo ich gerade dabei bin: Es hält sich ja auch das hartnäckige Gerücht, dass der EUR/USD-Kurs von der Zinsdifferenz zwischen Euro und Dollar beeinflusst wird. Dazu habe ich schon einmal vor ein paar Jahren einen Beitrag geschrieben, den ich bei dieser Gelegenheit hier hineinkopiere:

    Danke für den Link auf die interessante Analyse von Robert Rethfeld. Seine Prognose eines wieder schwächer werdenden Dollars fußt im Wesentlichen auf der Zinsdifferenz zwischen dem Euro und dem US-Dollar. Diese uralte Binsenweisheit, dass Währungskurse sich nach Zinsdifferenzen richten, ist leider nicht totzukriegen.

    Rethfeld schreibt: "... damit müsste sich die Zinsspanne zwischen Euroland und den USA verkleinern, was die relative Attraktivität des US-Dollars gegenüber dem Euro erhöhen würde"

    Und dies kann ich leider nicht so stehen lassen. Am 23. September 2006 schrieb ich im alten Forum folgendes:

    - - - Zitat Anfang - - -

    Er scheibt im Kern [Anmerkung: damals bezog sich das auf jemand anderen, nicht auf Herrn Rethfeld], dass die Zinsdifferenz USD-EUR (bzw. deren Veränderung) entscheidend für den EUR/USD-Kurs ist. Es liest sich sogar so, als sei das der alleinige Grund:

    - "Entscheidendes Argument für die Euro-Optimisten sind die Leitzinsen dies- und jenseits des Atlantiks."
    - "Die sinkende Zinsdifferenz zwischen amerikanischer und europäischer Währung unterminiere den Dollar"

    Schauen wir mal auf die Fakten, ob sich dieser Zusammenhang belegen lässt.

    Zunächst das Jahr 2004. Unten die Zinsdifferenz USD - EUR,
    oben der EUR/USD-Kurs:

    [image]

    Die (zunächst negative) Zinsdifferenz hat sich im Laufe von 2004
    abgebaut und sogar umgekehrt, insgesamt um 1,5 Prozentpunkte
    zugunsten des Dollars verbesert.

    Also sollte der Dollar in 2004 doch gestiegen sein, nicht wahr?
    Ist er aber nicht - der EURO ist gestiegen! Na sowas ......


    Das Jahr 2003:

    [image]


    Ach hier hat sich die Zinsdifferenz zugunsten des Dollars verbessert,
    wenn auch nur um 0,5 Prozentpunkte.

    Aber wieder ist nicht der Dollar gestiegen, sondern der EURO!
    Na sowas ......


    Und 2002:

    [image]


    Zinsdifferenz gleichgelieben, EURO deutlich gestiegen!
    Na sowas aber auch .....


    Aber 2001:

    [image]


    Na, da war ja richtig Musik drin! Zinsdifferenz verschlechtert sich
    massiv um volle 3 Prozentpunkte. Da muss der Dollar ja massiv
    gefallen sein!

    Schade, wieder nix. Der EURO ist gefallen.

    Somit dürfte klar sein, dass Hellmeyers Argument (und er ist nicht
    der Einzige, sondern da sind sich alle Experten einig), sorry,
    Unsinn ist.


    (2005 habe ich weggelassen, denn dort "stimmt" der Zusammenhang zufälllig) ;-)

    - - - Zitat Ende - - -

    

    gesamter Thread:

  • Yuan deval, Gold und Zinsen (Chartporn) - SMK, 29.10.2016, 11:46

Wandere aus, solange es noch geht.


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