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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Ist ein Vielvölkerstaat wie Deutschland überhaupt noch verteidigungsfähig?

    verfasst von Plancius, 07.04.2014, 17:08

    Am Wochenende war ich in meinem Kleingarten. Bei dem schönen Wetter war auch der letzte Gartenfreund aus seinem Winterschlaf erwacht und bereitete seine Beete für Aussaat und Pflanzungen vor. Wir haben viele Russen in unserer Anlage, jedenfalls was der normale Deutsche für einen Russen hält. In der Realität sind es nicht nur Russen, sondern auch Kasachen, Ukrainer, Moldawier, Kirgisen und Weißrussen. Aber wir bezeichnen ja alle Volksgruppen östlich von Polen, die russisch sprechen als Russen.

    Jedenfalls kam es zwischen zwei russischen Gartenfreunden bezüglich der Ukraine zu einem lauten, hitzigen Wortgefecht. Da das russische Temperament im Gegensatz zum deutschen in solchen Fällen schnell in Handgreiflichkeiten umschlägt, begannen beide Gartenfreunde eine Rauferei, wurden aber von den Nachbarn, die in den Streit einschritten, getrennt.

    Der eine Streithahn war Russe, kam ursprünglich aus Perm, der andere war Ukrainer, kam ursprünglich aus Shitomir (Westukraine). Gegenstand des Streits war das Thema Ukraine und die Eingliederung/Annexion der Krim in das russische Staatsgebiet.

    Unser Kleingartenverein ist ein Spiegelbild dessen, dass Deutschland mittlerweile ein bunter Vielvölkerstaat nach Muster des Balkans geworden ist. Durch die Siedlungspolitik der Regierung haben wir uns Probleme und Konflikte eingehandelt, die mittlerweile auf deutschem Staatsterritorium ausgefochten werden, die wir sonst nicht hätten und ohne die wir bedeutend ruhiger und friedlicher leben würden.

    Die Bewältigung der multikulturellen Konflikte im Kleingartenverein kostet den Vorstand sehr viel Energie, um sie nicht eskalieren zu lassen und im Verein den Frieden zu wahren. Im Gegensatz zur Regierung können wir nicht Säcke voller Geld auf Probleme und Konflikte werfen, um die Parteien ruhig zu stellen. Bei jeder Neuvergabe eines Gartens sind ethnische und kulturelle Punkte zu berücksichtigen, um latent konfliktträchtige Parteien von vornherein räumlich zu separieren. So kann man einem Griechen keinen Garten neben einem Türken geben, ein Türke kann keinen Kurden neben sich ertragen usw. In Zukunft müssen wohl auch die Russen nach ihrer Nationalität getrennt werden, so dass ein Ukrainer nicht Zaun an Zaun mit einem Russen leben muss. Wenn ich mir so anschaue, was wir an deeskalierenden Maßnahmen im Verein leisten, sind wir Deutschen wohl prädestiniert dafür, durch unsere ausgleichende Art auf internationalem Parkett als Vermittler in Konflikten zu agieren.

    Aber jetzt zu meiner Kernfrage. Wenn ich mir den Vielvölkerstaat Deutschland anschaue, ist dann ein solcher Staat überhaupt noch wehr- bzw. verteidigungsfähig? Die Loyalitäten sind ja im Land entlang ethnisch-kultureller Bruchlinien konträr zueinander stehend. Unter Berücksichtigung dieser Randbedingungen kann doch ein Land wie Deutschland gar nicht an einem eventuellen NATO-Einsatz in der Ukraine teilnehmen. Außer den paar Söldnern bei der Bundeswehr würde doch kein Einberufener seinen Kopf mehr für solch ein Abenteuer hinhalten.

    Schon Erich von Manstein hat ja in seinem Buch „Verlorene Siege“ darauf hingewiesen, dass Frankreich 1940 so schnell gefallen ist, weil sowohl Soldaten und Bevölkerung nicht für Polen in den Krieg ziehen wollten.
    Eine massive deutsche Beteiligung in einem militärischen Konflikt würde durch die fehlende Begeisterungsfähigkeit der deutschen Bevölkerung wahrscheinlich auch innenpolitisch zu einem Zerfall Deutschlands führen, indem z.B. der noch weitgehend ethnisch homogene ostdeutsche Teil von Gesamtdeutschland abfällt.

    Schon Bismarck sagte „Der Balkan ist keinen einzigen deutsche Soldatenknochen wert“. Meines Erachtens gilt dieser Ausspruch heute noch. Nur ist heute ganz Westeuropa zum Balkan geworden. Da die Deutschen mehrheitlich im Geiste von „Deutschland verrecke“ umerzogen worden sind, ist doch ein größeres militärisches Engagement Deutschlands nicht mehr durchführbar. Oder liege ich da falsch?

    Gruß Plancius

    

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  • Ist ein Vielvölkerstaat wie Deutschland überhaupt noch verteidigungsfähig? - Plancius, 07.04.2014, 17:08

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