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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    UKR-Szenario: South Stream Onshore Pipeline

    verfasst von pigbonds, 05.03.2014, 04:53
    (editiert von pigbonds, 05.03.2014, 05:12)

    Um sich wieder einmal ein wenig von den Details zu lösen einmal ein Blick
    aufs grosse Ganze, aufs Big Business. Das heisst Gas, sowohl für die EU wie
    für Russland also auch für Oligarchen und Konzerne wichtig. Da stört die
    Instabilität der Ukraine ein wenig.

    Um die Ukraine zu umgehen, wurde beispielsweise South Stream geplant. Ein
    Blick auf die Karte zeigt es, um die Ukraine zu umgehen, müsste eine
    Pipeline durchs Schwarze Meer gelegt werden.

    [image]

    Tönt easy, ist es aber nicht. Damit meine ich weder Baukosten noch Unterhalt
    sondern das:

    http://en.wikipedia.org/wiki/South_Stream#Conflict_with_Ukraine
    At the same time, a bigger part of the offshore route of South Stream was expected
    to be laid through the continental shelf of Ukraine. [...] There were
    speculations that Ukraine would permit the construction of South Stream in exchange
    for Russian permit to build the White Stream offshore gas pipeline from Georgia
    to Ukraine.[68] To avoid Ukrainian exclusive economic zone, the pipeline was
    re-routed through the Turkish waters
    .


    Somit führt eine Offshore Pipeline durchs Schwarze Meer sowieso durch jemandens
    Hoheitsgewässer. Das ist nicht unbedingt ideal. Denn weder die Türkei noch die
    Ukraine werden so schnell mal zur EU oder Russland gehören.

    Wenn man sich die Karte genauer anschaut und eine Onshore Pipeline in Betracht
    zöge, könnte man ja, von Beregovaya (fast Sotchi) aus statt quer durchs Schwarze Meer eine
    Pipeline über die Krim und dann in die bereits bestehende Pipeline bei
    Mykolaiv reinbauen. Das wäre ein nur sehr kurzes Stück, das zu bauen wäre, mit dem
    Nachteil, dass auch diese Onshore Pipeline über ukrainisches Hoheitsgebiet führen
    würde.
    Von russischer Seite aus betrachtet, führte diese Onshore Pipline dann von der Krim
    über Kherson, Mykolaiv und Odessa direkt in die EU.

    Kommen uns diese Städtenamen nicht bekannt vor?
    http://de.ria.ru/politics/20140303/267968407.html
    Die ukrainischen Städte Cherson, Mikolajew und Odessa wollen sich der Krim anschließen.

    Und heute gabs ja diese Meldung von russischen Schützenpanzern im Kherson Oblast in einer Kleinstzeitung:
    http://www.sobytiya.info/news/14/39099


    Und wie hat sich alles entwickelt?

    - Terror-Anschläge vor Olympiade in Volgograd in relativer Nähe

    - Verlegung von enorm viel Sicherheitspersonal (Militär?) in die Region

    - Unerklärliches Platzen des EU-Assoziationsabkommens (auf Druck Putins?)

    - Unerklärlich (mMn) hartes Niederknüppeln von sehr wenigen und noch völlig friedlichen Demonstranten in der Nacht, aber ohne dafür zu sorgen, dass es keine davon Videos gibt

    - Für die Medien spektakuläre Strassenschlachten jeweils in der Nacht, wenn Feuer am eindrucksvollsten erscheinen

    - Extrem blutiges Ende mit merkwürdigen Berichten von "Schüssen von dritter Partei", was aus Sicht von Yanukovitsch irgendwie nicht richtig Sinn macht

    - Ein geflohener Präsident, der eine Vollmacht unterzeichnet, dass fremde Truppen in sein Land rein könnten, kurz bevor Gerüchte über seinen Herztod in Rostov die Runde machen

    - Extreme Propaganda zur Destabilisierung des Landes, welche zum Eingreifen der Russen führte/führen könnte


    Die führenden Leute, Politiker und Unternehmer auf der Krim, Kherson, Mykolaiv und Odessa würden extrem viel Kohle machen,
    wenn sie die Erträge aus South Stream nicht mit der Rest-Ukraine teilen müssten. Die werden alles unternehmen, um
    ein Absplitten von der Ukraine zu erreichen. Einige, wahrscheinlich deren Köpfe wir bereits in diesen Regionen sehen,
    würden selber Oligarchen werden können.


    Ich weiss, Putin Fans und Nato-Hasser werden mich hassen, weil diese Szenario ja bedeutete, dass Putin mit EU, Ost-Oligarchen und West-Konzernen
    zusammenarbeitet und die Nato an keiner Schweinerei beteiligt wäre. Sorry guys, dass ich Euch schon wieder verärgere.

    Einige EU Staaten haben so zusammen mit der USA operiert, um in Nordafrika Gas zu erschliessen, dieses Mal nun mit Russland.
    Für die beteiligten ein gutes Geschäft.

    Viele werden in der Entwicklung Punkte sehen, die sie selber einmal vorgebracht haben.

    Einfach so mal. Zum Diskussieren. Jene Maidaner, die sich auf Ereignisse in Kharkov fokussieren,
    wären dann in einem völlig falschen Teil des Landes aktiv.

    Eine Frage stellt sich aber: an South Stream wird bereits gebaut, aber noch nicht am Teil, das durchs Meer soll, oder?

    

    gesamter Thread:

  • UKR-Szenario: South Stream Onshore Pipeline - pigbonds, 05.03.2014, 04:53

Wandere aus, solange es noch geht.


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