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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Die Yukos-Affäre war ganz großes Kino!

    verfasst von nereus, 23.12.2013, 08:34

    Hallo Hans!

    Hier wurden massig Intrigen gesponnen.
    Es war keinesfalls nur ein Machtkampf in den Mauern Kremls, wie @Ruetli behauptet.
    Es war ein Schlagabtausch zwischen West und Ost und hier zeigte der Fuchs Putin erstmals seine Qualitäten.

    Die Affäre wurde damals im Saar-Echo dokumentiert und ich habe mir sinnvollerweise alle Artikel kopiert, weil ich ahnte, daß diese Infos irgendwann verschwinden werden.
    Die Links sind mittlerweile alle tot, aber ein paar Reste gibt es noch, siehe hier:

    Von Clearstream bis Yukos: Der kalte russisch-amerikanische Ölkrieg

    Auch Deutschland gehört zu den engeren Kombattanten / Spuren von Saarbrücken über Berlin nach Moskau
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    Saarbrücken. (SE) Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) soll am Sturz des ehemaligen Multimilliardärs und Vorstandsvorsitzenden des größten russischen Ölkonzerns, Mikhail Chodorkovsky, beteiligt gewesen sein und Chodorkovsky belastendes Material nach Moskau geliefert haben. Das ist Inhalt einer heute begonnenen Serie des SAAR-ECHO. Ihre Brisanz erhält diese Nachricht in Verbindung mit den Statuten der Finanzgruppe Menatep, in der die Yukos-Eigner ihren Besitz organisiert haben.

    Danach hatte Chodorkovsky im Falle seines Todes, einer Entführung, Haftstrafe oder beim Verlust eines wichtigen Yukos-Teilbetriebs seine Rechte an Yukos abzugeben, wie die Moskauer Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ berichtet hat.

    Da das Yukos-Management weitgehend von Amerikanern kontrolliert wurde und sich ein Yukos-Großaktionär und Vertrauter Chodorkovskys, der Russe Leonid Newslin, bereits nach Israel abgesetzt hatte, wo ein russischer Haftbefehl gegen ihn nicht vollstreckt werden kann, wäre Yukos bei Verurteilung Chodorkovskys zu einer Haftstrafe sofort und vollständig an Newslin übergegangen und Yukos damit unter totale Kontrolle der USA und Israels geraten, während der eher bodenständige und mit Russland verbundene Chodorkovsky lediglich 20 bis 40 Prozent von Yukos an die US-Konzerne Exxon-Mobil und Texaco verkaufen wollte.

    Da dem amerikanischen Management die Abtretungsklausel in den Menatep-Statuten bekannt war, brauchte lediglich Chodorkovsky belastendes Material nach Moskau lanciert zu werden, das zu seiner Verurteilung zu einer Haftstrafe Chodorkovskys führen würde, um sich die totale Kontrolle über den russischen Ölgiganten zu sichern und ihn der Kontrolle Russlands vollständig zu entziehen. Diesen Part hat offensichtlich der BND übernommen.

    Der Plan ging nicht auf, nachdem Präsident Putin im Herbst 2004 die Strategie der USA im amerikanisch-russischen Ölkrieg durchschaute, die schon seit langem den russischen Ölreichtum im Visier hatten und unter ihre Kontrolle zu bringen versuchten. Putin unterlief die amerikanische Strategie, indem er die Verurteilung Chodorkovskys zu einer Haftstrafe hinauszögerte, weil ansonsten die Menatep-Statuten sofort gegriffen hätten und Yukos für Russland damit vollständig verloren gegangen wäre. Der ehemalige KGB-Offizier Putin entwickelte eine Verteidigungsstrategie.

    Die Steuerschulden von Yukos nahm Putin zum Anlass, die Yukos-Öltochter Yuganskneftegas per Zwangsversteigerung und nach russischen Gesetzen formaljuristisch legal wieder in russischen Staatsbesitz überzuführen. Damit hatte Putin den russisch-amerikanischen Ölkrieg mit kapitalistischen Waffen für sich entschieden. Zwar traten auch jetzt wieder die Menatep-Statuten in Kraft und Chodorkovsky musste seine Rechte am Yukos-Konzern – nun wegen des Verlusts eines wichtigen Yukos-Teilbetriebs – abtreten, doch ohne Yuganskneftegas war der Yukos-Konzern nur noch eine fast „leere Hülle“, die Chodorkovsky im Dezember 2004 an Newslin abzutreten hatte.

    Aufklärungsbedarf in dem konspirativ betriebenen russisch-amerikanischen Ölkrieg mit Unterstützung Israels und Deutschlands besteht nun hinsichtlich der Rollen von Bundeskanzler Schröder sowie der Lieferanten des Chodorkovsky belastenden Materials – des BND sowie eines Luxemburgers namens Ernest Backes, der wiederum über enge Kontakte in die USA verfügt. Backes hatte das Yukos-Dossier an den BND geliefert, der es an das Bundeskanzleramt weiterleitete, um von dort auf den Schreibtisch von Putin lanciert zu werden. Der BND hatte Backes daraufhin 2003 eine Tarnfirma in Saarbrücken finanziert, die in der Yukos-Affäre fortan weiter eifrig mitmischte, zwischendurch aber auch andere Aufträge für den deutschen Auslandsgeheimdienst durchzuführen hatte.
    Im August 2004 drehte der BND seiner Saarbrücker Tarnfirma den Geldhahn zu und schaltete sie ab.


    Quelle: http://stock-world.de/forum/thread?thread_id=212893

    Das Sahnehäubchen ist also, daß der viel umjubelte Oligarch von seiner eigenen Klientel an Messer geliefert worden wäre.
    Chodorkovsky hat bzw. hätte also die gleiche historische Rolle wie Saddam oder Osama gespielt.

    Hat sich Deutschland deshalb so für seine Freilassung eingesetzt, weil der BND einst tatkräftig an seiner Inhaftierung mitwirkte?
    Und interessant wäre schon zu erfahren, welche Rolle BuKa Schröder damals spielte.
    Immerhin zählte und zählt Putin zu seinen besten Freunden.
    Möglicherweise hat Schröder nicht ganz die Aufgaben erledigt, die ihm die Neocons zugedacht hatten. Vielleicht wurde er deshalb später mit einem Gazprom-Posten belohnt.

    mfG
    nereus

    

    gesamter Thread:

  • Die Yukos Affäre als Teil des "großen Schachspiels" um die Weltherrschaft - HansMuc, 22.12.2013, 12:34

Wandere aus, solange es noch geht.


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