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ZITAT »Es wird die Rechtssicherheit sein, die an allen Ecken und Enden wegbröckeln wird.«

    Bundesministerium empfiehlt Bevorratung - Bevölkerung sieht das nicht ein

    verfasst von azur E-Mail, 19.08.2012, 02:48
    (editiert von azur, 19.08.2012, 02:58)

    Hallo allen,

    beim Abfassen einer Antwort an Zara, in der es um die Historie des Hortens ging, fiel mir wieder die Aktion Eichhörnchen ein. Die Suche ergab, dass diese Aktion des Bundesernährungsministeriums, hier merkwürdigerweise noch nie erwähnt wurde.

    Nur Verwandte winkten unter Erwähnung dieser Aktion ab, als ich von der Ratsamkeit von Vorrathaltung sprach. Und tatsächlich ist die Aktion vor allem ein Beispiel, warum sich die Bevölkerung dem verweigerte. Die Argumentationen heute sind den damaligen indes sehr ähnlich, wie die unteren Quellen zeigen.

    Aktion Eichhörnchen (nicht zu verwechseln mit anderen, gleichnamigen Aktionen, einer Waldaufforstungsaktion und einer Tafel)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Eichh%C3%B6rnchen

    Die Aktion Eichhörnchen war eine 1961 vom Bundesernährungsministerium ins Leben gerufene Initiative, die Privathaushalte zum Anlegen eines Nahrungsmittel-Notvorrats bewegen sollte.[1] Dies sollte die Versorgung der Bevölkerung bei Krisen und Katastrophen sichern, vor allem aber im Fall eines Krieges zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt, der sich auf deutschem Boden abgespielt hätte (siehe Kalter Krieg).

    Jeder Haushalt wurde aufgerufen, einen Krisenvorrat anzulegen, mit dem er 14 Tage lang ohne Versorgung von außen seine Mitglieder ernähren können sollte. Dieser Vorrat sollte vor allem die Zeit bis zum Aufbau einer funktionierenden Rationierung von Lebensmitteln überbrücken.

    Trotz eines erheblichen Werbeaufwands
    (Ausgaben in den ersten drei Jahren jeweils zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Mark), bei dem das Eichhörnchen als Namensgeber und Symboltier der Aktion eine zentrale Rolle spielte, blieben die Aufrufe weitgehend ohne Wirkung. Der zentrale Slogan „Denke dran, schaff Vorrat an“ verfehlte seine Wirkung. 1964 verfügten nach Angaben des Ernährungsministeriums nur zwei bis drei Prozent der Haushalte über Vorräte, die seinen Vorgaben entsprachen...

    Dieser Vorschlag stieß auf wenig Gegenliebe in der Bevölkerung. Kritisiert wurden vor allem Kosten und Aufwand der Lagerhaltung, insbesondere für Großfamilien mit beengtem Wohnraum, sowie das nötige Aufbrauchen der wenig schmackhaften Konservennahrung in regelmäßigen Abständen."

    Schon weil die dort genannte Quelle nicht mehr aktiv ist, hier ein Artikel aus der Zeit über die Aktion von 1964.

    Horte jeder, wie er kann

    Geschmähtes „Eichhörnchen“ – Haushalte ohne Vorräte – Eine neue Ermahnung aus Bonn


    Hinter Indien und auf Zypern knallten die Kanonen, aber die Vorratskammern der deutschen Hausfrauen waren leer. Es ist schon schlimm: Das deutsche Eichhörnchen in Menschengestalt ist unbelehrbar, es ist ungezogen, unwillig, einsichtlos, phlegmatisch, der Familie gegenüber verantwortungslos. Es will offenbar nicht an Krieg und Katastrophe denken. Es schläft in den fetten Jahren, statt sich um die mageren zu sorgen und vorzusorgen. Die „Aktion Eichhörnchen“ hat es schwer mit diesen Eichhörnchen.

    Was Wunder also, daß das für diese Gattung zuständige Bundesernährungsministerium von Zeit zu Zeit Versuche anstellt, das seine Bestimmung mißachtende Wesen aufzurütteln. Zum erstenmal geschah das 1961; da begann die Aktion mit dem niedlichen Namen, denn: unter hundert Haushältern hatte man nur neunzehn gefunden, die ein wenig mehr als das Nötige in den Speisekammern hatten. Heute, drei Jahre danach, sind es schon 64 Prozent geworden, was zu Zeitungsüberschriften führte wie „Vorratshaltung setzt sich durch“. Allerdings – einen Krisenvorrat für vierzehn Tage mit den sogenannten Grundnahrungsmitteln, wie es den Eichhörnchen empfohlen war, hatten sich nur „zwei bis drei Prozent“ der Haushalte angelegt..."

    Man liest dort nun ausführlich verschiedenste Argumentationen, warum nicht mitgemacht wird. Lesen empfohlen [[top]].

    Nun vergleiche man das mit den Argumenten aus diesem Thread dazu, aus 2006:

    http://www.chefkoch.de/forum/2,52,233166/Aktion-Eichhoernchen-wer-macht-das-noch.html

    Ähnlich hier - vor einem halben Jahr!
    http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20120229161440AA95f9e

    An die Aktion erinnert weiterhin: http://suite101.de/article/wie-lege-ich-einen-lebensmittelvorrat-an-a52953

    sowie - mit weiteren Details, so der damalige Empfehlung pro Person: http://www.cold-war.de/showthread.php/930-Aktion-Eichh%C3%B6rnchen

    Das sich so sichern wollen, scheint so fernliegend.

    Selbst damals, kurz nach der Notzeit.

    Allen einen schönen Sommersonntag.

    Viele freundliche Grüße

    azur

    ---
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    gesamter Thread:

  • Bundesministerium empfiehlt Bevorratung - Bevölkerung sieht das nicht ein - azur, 19.08.2012, 02:48

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