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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    offtopic: Freispruch für Robert Steinhäuser – Erfurt und seine Legende (1)

    verfasst von nereus, 20.04.2012, 09:12
    (editiert von nereus, 20.04.2012, 09:20)

    Die, die hier schon länger mitlesen, wissen welche Meinung ich zu den Ereignissen im Gutenberg-Gymnasium habe und werden angesichts der Überschrift nicht überrascht sein.
    Der Rest – falls interessiert - darf sich gerne „überraschen“ lassen.

    Seit Wochen informiert die regionale Presse über das schreckliche Ereignis, daß vor 10 Jahren die Welt bewegte, aber sie spult nervtötend die gleiche Platte ab.
    Die wirklichen Täter und Hintergründe werden bis heute geschützt und das macht mich wütend.

    Ich werde hier in mehreren Teilen ein Plädoyer für den ERMORDETEN Schüler führen, dessen Hinterbliebene seit einem Jahrzehnt mit einer Schande konfrontiert werden, die sie höchstwahrscheinlich nicht zu verantworten haben.
    Daneben wird ein grelles Licht auf eine verkommene Staatsbürokratie geworfen, die einen Massenmord nicht aufklären, sondern verschleiern will.

    Teil 1:

    Am 29.10.2002 nahm ich an einer abendlichen Veranstaltung der Konrad-Naumann Stiftung in der Stadtbibliothek Rudolstadt zum Thema Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium teil.

    Polizeioberrat Rene Treunert von der Polizeiinspektion Jena referierte dort u.a. über mögliche präventive Maßnahmen zwecks Früherkennung oder Abwehr solcher Gewalttaten. Unter den Zuhörern waren zahlreiche Lehrkräfte anwesend, die z.T. seit Monaten beunruhigt ihrer beruflichen Tätigkeit nachgingen.
    Herr Treunert hatte damals u.a. an der Opferbetreuung mitgewirkt und war somit eine erstklassige Quelle für eine authentische Berichterstattung
    Nach dem Ende des Vortrages setzte ich mich sofort an den heimischen PC und schrieb meine handschriftlichen Notizen in ein Word-Dokument, um sie dauerhaft aufbewahren zu können.

    Hier der Auszug des für mich wesentlichen Teiles des Referates.

    Zum Tatgeschehen äußerte sich Polizeioberrat Treunert wie folgt:

    Beginn des Attentates gegen 10.58 Uhr (zuvor wurde Hausmeister Pfotenhauer von Robert Steinhäuser (R.S.) kontaktiert).
    Zuerst wird die stellv. Direktorin ermordet, danach die Sekretärin (durch Brustschuß).
    Frau Alt blieb unbehelligt und verständigte unmittelbar die Polizei wobei sie natürlich zu eigenen Sicherung die Tür verschloß.
    Dann tötete R.S. auf der Treppe 2 weitere Lehrer wobei er den Treppenaufgang im Südteil benutzte.
    Die Ermittler gehen von guter Ortskenntnis des Täters aus, aufgrund der besonderen Bauweise des Gymnasiums.
    In einem Vorbereitungsraum im 3.Stock (ein erster Rückzugsversuch?) trifft er auf die Referendarin Pott und tötet diese.
    Nach weiteren Morden schießt er aus dem Fenster auf eine flüchtende Lehrerin.

    Steinhäuser schießt zum Schluß aus einem Fenster der 1. Etage auf den eintreffenden Polizisten Gorski und flüchtete dann in die Box einer Toilette. Dort richtet er sich mit seiner Waffe selbst. Vermutlich hat das Eintreffen der Polizei diese Handlung (Aussichtslosigkeit/Bewußtwerdung usw.) nahe gelegt.
    Tatzeitraum kann mit Beginn 10.58 und Ende 11.17 Uhr eingegrenzt werden.
    In dem Zeitraum des Massakers und der Evakuierung war das Mobilfunknetz Erfurts völlig überlastet. 2 Notrufleitungen waren ebenfalls teilweise blockiert.
    Der angeblich von vielen Zeugen gesehene zweite Täter beruhe gemäß der Psychologen auf einem „Derealisationstrauma“.
    In der Schule hätte R.S. ca. 500 Schuß Pistolenmunition verstaut und weitere Munition für die Pumpgun die jedoch wegen einer verkanteten Patrone nicht zum Einsatz kam.


    Für die meisten Zuhörer, die sich mit dem Ereignis nicht intensiv auseinander gesetzt hatten, bargen diese Informationen keinerlei Brisanz, denn sie entsprachen überwiegend der medialen Berichterstattung.
    Ich hatte mich jedoch über mehrere Monate mit der Thematik eingehend beschäftigt und wurde sofort hellhörig.

    Robert Steinhäuser sei in eine Toilette geflüchtet und habe sich dort erschossen?
    Hatte nicht Geschichtslehrer Rainer Heise aller Welt mitgeteilt, daß er den Schützen gestellt und ihn dann in einer wagemutigen Aktion in einen Vorbereitungsraum gestoßen haben will, den er danach geistesgegenwärtig verschloß?

    Hatte ich mich verhört?
    Herr Treunert war ja kein Sensationsreporter sondern Polizist und quasi ein „Mann der 1. Stunde“, denn er weilte schon am 26.4. in der Stadt Erfurt.
    Gespannt und unsicher zugleich wollte ich es nun genau wissen, denn mir wurde sofort klar, was diese Aussage bedeuten würde, denn das war nur ein weiteres, wenn auch sehr wesentliches Indiz für die zahlreichen Ungereimtheiten und Widersprüche, welche sich um den angeblichen Amoklauf eines verwirrten Gymnasiasten rankten.
    Also befragte ich den Polizeioberrat umgehend nach dem Geschichtslehrer Rainer Heise.

    Herr Treunert antworte sinngemäß: Lehrer Heise steht unter einem extremen Trauma und wird ebenfalls psychologisch betreut. Schüler berichten, daß er einmal völlig normal wirkt und einwandfreien Unterricht gibt und andererseits völlig verwirrt erscheint. Man würde ihn gerne in Pension schicken (wegen Dienstunfähigkeit), weiß aber nicht wie man ihm das schonend beibringen will.

    Das war mir jedoch zu nebulös, denn es ging ja um den neuen Fundort des angeblichen Täters.
    Auf meine Reaktion, daß damit ein vernichtendes Urteil über Lehrer Heise gefällt worden sei (er behauptet ja, daß er den Täter weggesperrt habe und dort hätte R.S. dann Selbstmord begangen) und damit auch die wichtigste Zeugenaussage keinen Cent wert sei und demzufolge eigentlich niemand (bis auf die seltsamen Handwerkerlehrlinge), den Täter R.S. in Aktion gesehen hat, antwortete Herr Treunert sinngemäß und mittlerweile leicht gereizt:

    Die polizeilichen Ermittlungen (Spuren, Ballistik usw.) hätten knallhart ergeben, daß es ein Einzeltäter war und es nur Robert Steinhäuser gewesen sein kann.
    Die Aussagen von Lehrer Heise würden jedoch nicht sonderlich zur Kenntnis genommen, obwohl es sehr wahrscheinlich sei, das Heise den Robert S. begegnet ist.


    Damit wurden alle Zweifel, daß ich mich verhört haben könnte, ausgeräumt.
    Herr Treunert korrigierte auch nicht den Fundort Toilette, was ja denkbar gewesen wäre, weil er unabsichtlich über die Fülle der Details gestolpert war und ein Hinweis meinerseits ihn ohne Not zu einer Korrektur hätte bewegen können.
    Nein, er konterte lediglich mit einem Verweis auf den verwirrten Lehrer, den man nicht ganz so ernst nehmen sollte.

    Und was steht nun zum Leichen-Fundort im Bericht der Gutenberg-Kommission, die nur auf Druck eines bemerkenswerten Buches mit dem Titel „Für heute reicht’s“ der Schriftstellerin Ines Geipel im Jahr 2004 eilig zusammengerufen wurde?
    Auf Seite 276 wird das Vorgehen des Sondereinsatzkommandos (SEK) wie folgt beschrieben.

    11. Zeitraum von 13:01 Uhr – 13:30 Uhr

    Nachdem die SEK-Kräfte Raum 111 geöffnet und vergeblich versucht hatten, den
    Täter anzusprechen, drangen sie in den Raum ein und fanden eine leblose männliche Person, bewaffnet mit einer Pumpgun und einer Pistole „Glock 17“ vor. Dies meldeten sie dem SEK-Leiter um 13:02 Uhr.


    Was die Medien über Wochen als „Heldentat“ eines mutigen Lehrers im grausigen Spektakel vermeldet haben, fand auch Eingang in den Kommissionsbericht.

    Und was war nun mit dem Fundort Toilette, von dem Herr Treunert knapp zwei Jahre zuvor berichtet hatte und der mir keine Ruhe ließ?
    Dazu ist es sinnvoll die ersten Meldungen über das Ereignis zu Rate zu ziehen. Sie haben den Vorteil, daß sie noch wenig verfremdet sind.
    Die Medien meldeten am 26. und 27.04. übereinstimmend den Leichenfundort Toilette.
    Nachfolgend zwei Beispiele.

    Der Tagesspiegel meldete am 27.04.2002 u.a.: Auf den Gängen, in einzelnen Zimmern, auf einer Toilette wurden getötete Personen festgestellt“, wird später der Einsatzleiter der Polizeidirektion, Manfred Grube, sagen, stockend und mit versteinerter Miene. ..

    Die Thüringer Allgemeine berichtete am gleichen Tag:

    Nach dem Eintreffen der Sondereinsatzkommandos am Mittag wurde das Gebiet um das Gebäude sofort weiträumig abgesperrt. 11.43 Uhr drangen die Spezialkräfte in die Schule ein. Sie fanden Entsetzliches vor: Auf Gängen, Zimmern und Toiletten lagen Leichen. Die Art der Wunden ließ auf gezielte Schüsse schließen. Der Täter soll so hieß es später rund 500 Schuss Munition bei sich gehabt haben.

    Diese Meldung, daß man Tote (oder einen Toten) auch auf einer Toilette gefunden hat, verschwand jedoch wenige Tage später wieder.

    Doch warum sollte man einen Fundort angeben, den es so nicht gegeben hat?
    Das ergibt keinen Sinn und das der Vorbereitungsraum mit der Toilette verwechselt wurden, darf sicher ausgeschlossen werden.

    Und es deckt sich erstaunlich genau mit den etwas „sorglosen“ Äußerungen des Polizeioberrates Treunert.
    Doch warum beruft sich die angeblich alles klärende Gutachter-Kommission auf den „verwirrten“ Lehrer Heise, den die Polizei als Zeugen kaum Beachtung geschenkt haben will?

    Was stimmte damals in Erfurt nicht?
    Warum muß man ein Szenario erfinden, welches es so nicht gegeben hat?
    Gibt es noch mehr Merkwürdigkeiten beim Thema „Amoklauf im Gutenberg-Gymnasium“?
    Mehr dazu in Teil 2.

    mfG
    nereus

    

    gesamter Thread:

  • offtopic: Freispruch für Robert Steinhäuser – Erfurt und seine Legende (1) - nereus, 20.04.2012, 09:12

Wandere aus, solange es noch geht.


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