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ZITAT »Diese Verschwörer sind aber nicht die Wurzel allen Übels, sondern ausführende Kräfte des Zeitgeistes.«

    Simulation einer Mehrheit: Grass – "eine Zwischenbilanz" - Schwurbel, schwurbel und heftiger Gegenwind der Leserschaft

    verfasst von azur E-Mail, 09.04.2012, 23:24
    (editiert von azur, 09.04.2012, 23:31)

    Hallo Morpheus,

    danke sehr interessant. Ja, das scheint mir auch so und symptomatisch. Wie gesagt: als ich gestern hörte, dass in den Leserbriefen der Berliner Zeitung 2/3tel gegen Grass stünden, hab ich nur gesagt: Das ist Mache und stimmte mit dem sonstigen nicht überein, was ich höre und lese. Sagte eine alte Journalistin darauf: "So ist es eben: Zeitungen werden eben 'gemacht'". Sie hat das schon immer sehr nüchtern gesehen.

    Schönes Beispiel das hier: Simulation einer Mehrheit:

    Grass – eine Zwischenbilanz
    von Patrick Gensing 9. April 2012 10:25 Uh
    r

    Seit Mittwoch dominiert die Debatte über das Gedicht “Was gesagt werden muss” von Günter Grass die Medien und Kommentarspalten in Deutschland. Dabei wird einiges durcheinandergeworfen – ein Versuch, die Diskussionsstränge zu ordnen.

    ... Zwischenfazit: Das Grauen aus Grass` Gesagtem ergibt sich aus der Gesamtsicht auf die drei Ebenen. Jede für sich ist schon kein Ruhmesblatt für einen Nobelpreisträger: Ebene 1 wäre allein aber irrelevant. Behauptungen aus der Ebene 2 finden sich Tausendfach im Internet – und wurden immer wieder widerlegt. Ein Tabubruch war das nicht. Richtig interessant wird es auf Ebene 3, auf der eindrucksvoll freigelegt wird, was in der deutschen Seele immer noch vor sich geht. Und so ist Grass Gesagtes tatsächlich ein Tabubruch, denn nun kommt eine notwendige Debatte in Gang, auch wenn der Autor sich das teilweise sicher anders vorgestellt hatte: Endlich wird über die latente Israelfeindschaft, die – wie viele Beiträge in Netzforen nun zeigen – bisweilen in offenen Antisemitismus umschlägt, diskutiert."

    Die Leserschaft - unter dem Beitrag - reagiert ernerviert. Und zwar zu recht.

    Scheinbar kommen bestimmte Schlauköpfe in den Redaktionen noch immer nicht dahinter, dass sie es nicht in der Hand haben, wie die Dinge gesehen werden. Das gilt auch für Lobbyisten und/oder Poltiker.

    Viele hier ärgern sich ja oft, dass Keiner was unternehme und alle schliefen. Glaube nicht, dass das ganz so ist. Die Menge schweigt und weiß auch wenig. Das ist wahr. Sie sind mit dem täglichen Stress heftig beschäftigt (ein Ingenieurfreund berichtet mir von reihenweisen Burnouts in seiner Firma, die ihre Leute auspowert nach Strich und Faden - Berlin, recht großer Laden, und ein anderer - FaM/Großunternehmen - bekommt jetzt eine billigeren Inder ins Büro. Er solle seine Stundensätze senken).*

    Aber ich hörte viele in der Grassdiskussion, die aufmerken und sich auch über Hintergründe informieren. Sie bekommen mit, dass da nicht alles so läuft, wie man es ihnen via MSM erzählt und wie es aus allen Kanälen schalt.

    Wenn sie zumindet die Gleichschaltung erfassen, dann ist schon einiges erreicht! Denn das müsste sie doch mißtrauisch machen.

    Und siehe, ich hörte sogar von Leuten, die nun langsam mitbekommen, dass das Wulfftheater eine Inszenierung gewesen sein dürfte.

    Der von mir oben gebrachte Text ist doch nur ein allzu durchsichtiger Versuch, würdig die Platz zu verlassen. Wenn diese Schlauköpfe nicht endlich mitbekommen, dass sie es sind, die an der Nase herum geführt werden.

    Richtig ist allein zu erfassen, dass man fragen kann und muss, wann welche Tabus entstanden sind.

    Hoffe ja, der Gensike liest sich die Leserreaktionen durch, die ihm nicht so leicht auf dem Leim gingen. Und vielleicht begreift dieses Schulmeisterlein ja ein bißchen. Hoffen darf man ja.

    Viele freundliche Grüße und Dir schon einmal eine schöne Woche Morph!

    azur


    * viele wissen auch nicht, was sonst sein könne... Sie sind ratlos. Wer ratlos ist, der guckt leicht weg.

    Nur ein Beispiel: "Die Zwischenbilanz sieht doch bisher ganz simpel so aus:

    Es gibt die Medien, die zum absoluten Großteil nur auf der Vergangenheit und herausgepickten Details aus dem Gedicht eingehen und alles andere ignorieren. Hierzu gehört z.B. die BILD, Westerwelle und andere zitierte Persönlichkeiten.

    Als zweiten Pol gibt es die Öffentlichkeit, die sich in den Kommentaren wiederspiegelt. Hier wird, zumindest teilweise, auch auf den Inhalt des Gedichts eingegangen. Dies ist die Ebene, die ich mir wünsche. Lasst uns über die aktuelle Situation reden und herausfinden wer der Aggressor und wer das Opfer ist. Wer kann tatsächlich angreifen ohne eigene heilige Stätten zu schänden? Gab es Übersetzungsfehler in bekannten Zitaten?

    Statt echten Diskussionen bekommt man in den Medien jedoch leider nur die üblichen Dinge. Dass diese nichts mit dem Gedicht zu tun haben, merken die Schreiber leider meist nicht. Wieso kramt man sonst die SS-Geschichten raus oder andere Banalitäten von vor 70 Jahren?
    "

    Langsam wissen die Leute, dass nicht alles stimmt, was ihnen ständig gegeigt wird.

    ---
    ENJOY WEALTH
    (Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

    Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


    gesamter Thread:

  • Günter Grass und die Empörten - Land der Alten, 09.04.2012, 04:47

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