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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Alles Hirngespinste ohne jegliche empirische Unterlegung

    verfasst von Miesespeter E-Mail, 20.12.2011, 20:00
    (editiert von Miesespeter, 20.12.2011, 20:18)

    > Einleitung:
    >
    >
    > Am 19. April 1993 fragte ich (gemeint ist Larry Parks),
    > Zentralbankpraesident Alan Greenspan, im Anschluß an eine Rede vor dem
    > Wirtschaftsclub von New York, ob er heute noch zu den Argumenten und
    > Schlussfolgerungen dieses Artikels stuende. Er antwortete - absolut - und
    > fuegte hinzu, dass er den Artikel gerade kuerzlich wieder gelesen habe. Ich
    > (gemeint ist Larry Parks) fragte ihn, warum er das nicht oeffentlich sage
    > und er antwortete: „einige meiner Kollegen in der Institution, die ich
    > repraesentiere stimmen da nicht mit mir ueberein". Ich sagte daraufhin -
    > aber Sie wissen, wohin das alles fuehrt. E


    Ja gelle, o Wunder, homo oeconomicus denkt nicht rational objektivistisch. Nicht einmal im FED-Direktorium.


    Dottore:


    Eine solche"Minimalstaats-Partei" ist eine in die nicht mehr herbeiholbare (und post festum nicht mehr diskutierbare) Vergangenheit, als bekanntlich immer alles besser war bzw. besser hätte gemacht werden können, und ergo in eine Nicht-Zeit transportierte utopische Chimäre. Wer hätte sie in dieser Zeit, da Konjunktur- und monetaristische Programme unschlagbar waren überhaupt gewählt? Kein Mensch, da er sich selbst leicht ersichtlich verschlechtert hätte.

    Als ich damals mit dem Grafen Lambsdorff mit solchen Gedanken durch die Lande zog, wurde uns der Vogel gezeigt. Als Herbert Kremp (damals Chef der WELT) auf mein Anraten hin die Privatisierung von Bahn, Post usw. vorschlug, wurde er im TV-Studio von Moderator & Gästen ausgelacht.


    >
    > -.-.-.-
    >
    > „Wenn die Erzeugung von Geld (Anspruechen) im Verhaeltniss zur Erzeugung
    > von realen Guetern in der Wirtschaft zunimmt, muessen die Preise frueher
    > oder spaeter steigen"
    > - Alan Greenspan –

    So what, dafuer gibt es ja auch mehr Geld, um diese hoeheren Preise zu bezahlen.


    >
    >
    > Gold und wirtschaftliche Freiheit
    > von Alan Greenspan
    >
    > Eine geradezu hysterische Feindschaft gegen den Goldstandard verbindet
    > Staatsinterventionisten aller Art.

    Ein geradezu hysterischer Glauben an den Goldstandard verbindet alle Staatsnichtinterventionisten aller Art.

    > Sie spüren offenbar klarer und
    > sensibler als viele Befürworter der freien Marktwirtschaft, daß Gold und
    > wirtschaftliche Freiheit untrennbar sind,

    Belege? Welche wirtschaftliche Freiheit ist gemeint, wann gab es diese gemeinte Freiheit in Verbindung mit einem Goldstandard - um es gleich einzuschraenken, ausserhalb der USA von 1750-1900, in welcher die Freiheit insbesondere darin bestand, sich einen Kontinent raeuberisch anzueignen und zu wirtschaftlich genutztem Eigentum zu transformieren. Das haette mit jedem anderen Geldstandard genauso gefunzt.

    > daß der Goldstandard ein
    > Instrument freier Marktwirtschaft ist und sich beide wechselseitig
    > bedingen.

    Belege? Goldstandarde gab es zuhauf, wie siehts da mit der freien Marktwirtschaft aus? Ist Sklaverei Teil einer freien Marktwirtschaft? Ist Tributherrschaft Teil der freien Marktwirtschaft?

    >
    > Geld ist der gemeinsame Maßstab aller wirtschaftlichen Transaktionen. Es
    > ist der Rohstoff, der als Tauschmittel dient, der von allen Teilnehmern
    > einer Tauschgesellschaft als Bezahlung ihrer Güter und Dienstleistungen
    > akzeptiert wird und der von daher als Bewertungsmaßstab und zur
    > Wertaufbewahrung für das Sparen dient. Die Existenz eines solchen
    > Rohstoffes ist Voraussetzung für eine arbeitsteilige Wirtschaft. Wenn die
    > Menschen keinen objektiv bewertbaren Rohstoff hätten, der allgemein als
    > Geld akzeptiert werden kann, so wären sie auf primitiven Naturaltausch
    > angewiesen oder gezwungen, autark auf Bauernhöfen zu leben und auf die
    > unschätzbaren Vorteile der Arbeitsteilung zu verzichten. Wenn die Menschen
    > kein Mittel zur Wertaufbewahrung, d.h. zum Sparen hätten, wären weder
    > eine langfristige Planung, noch ein Austausch möglich.

    Der pure Nonsens, der historisch voellig unbelegt ist siehe hier, hier und hier

    Eine Ueberschuss/Profit erwirtschaftende Tauschgesellschaft hat es nie gegeben.

    >
    > Welches Tauschmittel von allen Wirtschaftsteilnehmern akzeptiert wird,
    > kann nicht willkürlich bestimmt werden. Zunächst sollte das Tauschmittel
    > dauerhaft sein. In einer primitiven Gesellschaft mit geringem Wohlstand
    > könnte Weizen ausreichend „dauerhaft" sein, um als Tauschmittel zu
    > dienen, da alle Tauschvorgänge nur während der Ernte oder unmittelbar
    > danach stattfinden würden, ohne daß große Werte gelagert werden
    > müßten. Aber sobald Wertaufbewahrung bedeutsam wird, wie in zivilisierten
    > und reicheren Gesellschaften, muß das Tauschmittel ein dauerhafter
    > Rohstoff sein, üblicherweise ein Metall.

    Reine Fabulistik aus dem Ideenreich des Konjunktivs. So kommts aus, wenn man mit Praxeologie statt Empirik die Welt erklaeren will.

    So sah's wirklich aus:

    Zunächst hat der Herrscher Naturalien eingefordert, reicht von Getreide (Gerste-Standard in Mesopotamien) bis zum Waffenmetall (Cu- und Sn-Steuer), was - da riskant - abgebrochen wurde. Aus dem Getreidestandard wurde der auf Getreidekörnern ("grain" als Gewichtseinheit bis heute!) basierende Gewichtsstandard, im besagten Falle: Silber in Standardeinheit"Shekel" (= ca. 180 Körner).

    Das Silber wurde dann als Tribut abgefordert und thesauriert (vgl. die fast 200 Tonnen, die Alexander beheben konnte). Das abgeforderte Silber konnte entweder selsbt fabriziert werden (Läger erschöpften sich) oder bei der Tempelbank ausgeliehen werden (20 % - entspricht dem heutigen ZB-System) oder die Tributpflichtigen beschafften es sich bei jenen, die es selbst kassieren konnten (tax farming, Söldner, letztere nahmen es gern, da sie es ja jederzeit bei den Verpflichteten in den von denen zu erbringenden Leistungen und Gütern"eintauschen" konnten, womit ganz zwanglos die ersten"Preise" (Leistungen in Silber gemessen) entstanden und das"Wirtschaften" startete (Kauf, Kauf auf Termin, auf Kredit usw.).

    >Eine solche Vorgehensweise ist undenkbar, ein Herrscher möchte genausowenig wie irgendjemand anderer etwas Wertloses, er kann doch nicht ahnen, daß daraus Geld werden würde.

    Getreide (und vergleichbare Naturalien) war(en) nicht wertlos. Die sich daraus ergebende Parität Getreide/Silber war nichts anderes als eine herrschaftlich gesetzte Gewichts-Parität. Der"Wert" des Silbers leitete sich also aus dem des Getreides ab. Umso einfacher war es dann, Silber als Tribut zu fordern (Herodot in aller Ausführlichkeit; die Perser, um die es bei ihm geht, hatten bekanntlich nirgends auch nur einen einzigen Markt).


    Hier noch der entscheidende Satz, der auf Widerlegung durch die Privatwirtschaftler wartet:

    Es gibt schlicht kein"Geld" (kursant, also nicht wergilt-Typen), das vor der Zwangsabgabe erschienen wäre.

    Als kleines Dilemma fuer die Praxeologen sei ausserdem noch geboten:

    Wenn Wert in Tauschmittel aufbewahrt wird, dann steht es zum Tausch nicht zur Verfuegung, was also den eigentlichen Zweck konterkarriert. Wenn die Leute nun so rationalistisch waren, warum haben sie nicht gleich zwei Mittel erfunden, eins zum Tauschen, eins zum Wertaufbewahren? Was sagt der Praxeologe da?


    >
    > Noch wichtiger ist: der als
    > Tauschmittel gewählte Rohstoff muß ein Luxusgegenstand sein. Das
    > menschliche Bedürfnis nach Luxus ist unbegrenzt und deswegen werden
    > Luxusgüter immer nachgefragt und auch immer akzeptiert. Weizen ist ein
    > Luxusgut in einer unterernährten Gesellschaft, aber nicht in einer
    > Wohlstandsgesellschaft. Zigaretten würden normalerweise nicht als Geld
    > dienen, aber nach dem 2. Weltkrieg wurden sie in Europa als Luxusgut
    > betrachtet. Der Begriff Luxusgut beinhaltet Knappheit und hohen Wert pro
    > Einheit.

    Zigaretten waren nie Geld, sondern bestenfalls Tauschmittel. Und damit eben nicht immer aktzeptiert: Der Staat aktzeptierte keine Zigaretten zur Tilgung von Steuerschulden, und ob ein Privater Zigaretten als Tilgung von Privatschulden aktzeptierte, das lag ganz in seinem Ermessen. (Ich bezweifel, dass Volkswagen seine Erzeugnisse gegen Zahlung in - ach so werthaltigen - Zigaretten verkaufte)


    Bis hierher und nicht weiter, es ist verlorene Zeit sich mit dem Thema weiter auseinanderzusetzen, das Forum ist pappenvoll mit Widerlegungen jeder einzelnen dieser marktliberalen Traeumereien. Wen's interessiert, der findet einen unerschoepflichen Quell interessanter Einsichten, wer weiter an die Gebrueder Grimm Version menschlichen Wirtschaftens glauben mag, der soll das tun, und sich mit der Reaktion des homo sapiens abfinden:

    Als ich damals mit dem Grafen Lambsdorff mit solchen Gedanken durch die Lande zog, wurde uns der Vogel gezeigt.

    Gruss,
    mp

    ---
    Everything is ok

    

    gesamter Thread:

  • @ Francisco d’Anconia - hajo, 19.12.2011, 21:32

Wandere aus, solange es noch geht.


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