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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Wie t. w. naiv und gefährlich - Danke auch für den Hinweise auf Buch, Film und Ethik Rands

    verfasst von azur E-Mail, 20.12.2011, 03:30
    (editiert von azur, 20.12.2011, 03:35)

    Hallo geschätzter FdA,

    entschuldigen Sie bitte die harte Aussage, aber darin sind soviel Verdrehungen, dass es sein musste.

    Das Frau Rands Ansichten aus gutem Grund sich der Beliebtheit bestimmter Kreise erfreut, ist ja schon ein Fakt für sich.

    Aber selbst Aussage dieser, ihrer Figur...

    > ------------
    Geld ist der materielle Ausdruck des
    > Prinzips, dass Menschen nur miteinander auskommen, wenn sie Leistung mit
    > Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch
    > geregelt sind. Die Schnorrer, die glauben, den Ertrag Ihrer Arbeit mit
    > Gejammer einheimsen zu können, oder die Plünderer, die sich mit Gewalt
    > holen, was sie haben wollen, brauchen kein Zahlungsmittel.

    Was?! Nein - die "Plünderer" sind alle nur aus Versehen auf Geld scharf.

    Und mit Geld kann man auch nicht mehr Geld machen.

    Sicher - alles was man wirklich braucht, muss auch real produziert werden (Geld kann man nicht essen). Und es ist auch schön, dass diese Figur das schätzt.

    Wer Geld macht - zu den Kondition Rands - der ist per se gut und redlich?!

    Geldgeschäfte
    > gibt es nur zwischen Menschen, die etwas produzieren.

    Entschuldigung, aber das muss jetzt sein:

    [[rofl]]



    > Wenn Sie Geld als Entlohnung Ihrer Leistungen annehmen, dann tun Sie das,
    > weil Sie annehmen, dass sie es Ihrerseits als Entlohnung für die
    > Leistungen anderer einsetzen können.

    Das ist schön.

    Erwartung.


    > Es sind nicht die Schnorrer oder die
    > Plünderer, die dem Geld seinen Wert geben.

    Aber auch - und gewiss vorrangig.

    Denn sie benutzen ihre Macht zur Beherrschung sogar der Preise von Arbeit und Waren.

    Seit wann nutzt Kapital nicht nahezu jede Möglichkeit zu seiner Vermehrung (bzw. der Vorteils).

    > Weder ein Ozean von Tränen
    > noch alle Waffen der Welt machen aus den Papierstreifen in Ihrer
    > Brieftasche das Brot, das Sie morgen zum Überleben brauchen. Diese
    > Papierstreifen, die eigentlich Goldstücke sein sollten, sind wie ein
    > Ehrenwort, das man Ihnen gegeben hat - Ihr Anspruch auf die Leistungen der
    > produktiven Menschen. Ist Geld deshalb ein Übel?

    Das ist wiederum klasse.

    > Sie sagen, dass die Starken sich auf Kosten der Schwachen bereichern?

    Nein - das gibt es nicht.

    [[euklid]]

    > Aber
    > Sie meinen doch nicht Waffengewalt oder Muskelkraft?

    Nein [[freude]] [[freude]] [[freude]] - kommt nicht vor.

    > Reichtum ist das
    > Produkt der menschlichen Fähigkeit zu denken. Und Sie wollen doch nicht
    > behaupten, dass der Erfinder eines Motors sich auf Kosten derer bereichert,
    > die ihn nicht erfunden haben? Dass die Intelligenten sich auf Kosten der
    > Dummköpfe bereichern? Die Fähigen auf Kosten der Unfähigen?

    Oh Mann!

    Der Erfolg gab den "Fähigen" recht.

    Dass andere erst gar nicht die Chance hatten, ist in einem Teller-Wäscher-zum-Millionär-Land für bestimtme Kreise kaum denkbar,


    > Die
    > Ehrgeizigen auf Kosten der Faulpelze? Geld muss erst einmal durch ehrliche
    > Arbeit erworben werden, bevor andere den rechtmäßigen Besitzer
    > anschnorren oder ausplündern können.

    Ist das so?


    > Wie viel einer erwirbt, hängt von
    > seinen Leistungen ab. Wer ehrlich ist, erwartet nicht, dass er mehr
    > konsumieren kann, als er produziert.
    > Geld ist der Wertmaßstab aller friedfertigen Menschen. Wer ein Geschäft
    > in Geld abwickelt, akzeptiert die geistigen und materiellen Eigentumsrechte
    > seines Geschäftspartners.

    Muhaha!!!

    Auch Industriespionage, Ein- und Ausfuhrbeschränkungen und Patentkartelle - alles ganz reell.

    Lobbyismus - das konnte sich Tante Rand gar nicht erklären.


    > Geld gibt niemand die Macht, den Wert einer
    > Leistung zu bestimmen.

    So - hier kann man ja gar nicht mehr vor Prusten.


    > Erst die freiwillige Annahme eines Angebotes
    > entscheidet, was eine Leistung kostet.

    Die Freiheit unter Brücken zu schlafen oder Angebote nicht annehmen zu können.

    Und wie haben sie in der Berliner Notaraffäre die Naiven ausgenommen: In dem die Notare die Opfer nicht aufklärten, dass ein unverbindliches Angebot eben in der nächsten Sekunde ein nachteiliger Vertrag ist:

    "Dubiose Geschäfte

    Notare haben nicht die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie zu bewerten. Doch sollen sie darauf „hinwirken“, dass der Käufer versteht, was er unterschreibt. Bei Schrottimmobilien ist die umstrittene Aufspaltung des Verkaufs in Angebot und Annahme typisch. Angebot klingt unverbindlich. Der Käufer ahnt nicht, dass er sich damit für bestimmte Zeit zum Kauf verpflichtet. Der Verkäufer muss das Angebot nur noch mit der „Annahme“ beurkunden. Dann ist das Geschäft besiegelt.

    Die Bundesnotarkammer warnt vor der Aufspaltung der Verträge, die „in der Regel“ nicht zulässig ist. „Der Notar muss darauf hinwirken, dass alle Beteiligten an einem Tisch sitzen“, sagt Thomas Diehn von der Bundesnotarkammer. Es könne jedoch Gründe dafür geben, wenn beide Parteien zum Beispiel weit entfernt voneinander wohnen. Notarkammern anderer Bundesländer wie Bayern akzeptieren eine Vertrags-Aufspaltung nur, wenn ein „sachlicher Grund“ vorliegt. Andere Notarkammern nennen diese Praxis standeswidrig. Die Bundesnotarkammer hat dies in einem Rundbrief 2007 auch zum Ausdruck gebracht. In Berlin gilt nur die Richtlinie, dass auf die „Schutz- und Belehrungsfunktion“ bei solchen Geschäften „besonders“ zu achten sei. Juristen fordern seit langem eine Präzisierung. Gestern teilte die Notarkammer nun mit, ihre „Standesrichtlinie“ verschärfen zu wollen."


    http://www.tagesspiegel.de/berlin/ueberteuerte-immobilien-notare-legen-aemter-nieder/5976988.html

    Zu diesen Bild passt, dass Rand zwar eine schlanken Staat will, der keine stützt, der in Not kommt, aber Polizei, Militär und Jusitz. Alles, was für Repression benötigt wird, ist kein fauler Kostgänger zu Lasten anderer.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Objektivismus_%28Ayn_Rand%29#Politik

    > Umgekehrt erhalten Sie für Ihre
    > Arbeit und Ihre Güter nur so viel, wie sie anderen wert sind - nicht mehr.

    Sicher - dass wissen alle Billigarbeiter weltweit.

    Was ist schon eine Krankenschwester, die ihre hart und oft aufopferungsvolle Arbeit im Schichtdienst gut macht, gegen eine Fussballspieler, Manager oder Popstar!


    > Mit Geld kann man nur Geschäfte machen, wenn beide Seiten aus freien
    > Stücken zu eigenem Vorteil darin einwilligen.

    Gefährlich und Naiv. Das verkennt alles, was man dazu weiß.

    > Geld verlangt die Einsicht,
    > dass Menschen für ihren Nutzen arbeiten, nicht für ihren Schaden, für
    > ihren Gewinn, nicht ihren Verlust, dass sie keine Sündenböcke sind, auf
    > die andere die Last ihres Elends abwälzen können, dass man sie nicht
    > beeinträchtigen darf, sondern fördern muss, dass nicht die wechselseitige
    > Zufügung von Leid, sondern der Austausch von Gütern das Band ist, das die
    > Menschen zusammenhält.

    Verschleierter Sozialdarwinismus.

    Sorry, aber das ist meine Meinung.

    Wer hier wessen Elend ausnutz Kraft seiner Möglichkeiten...


    > Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen, dass
    > Geschäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang,

    Wenn man gezwungen ist sich zu verkaufen... Also der Durck mag mangels Wohlstand mal größer oder geringer sein. Er ist aber permanent da.

    > dass man, um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht,
    > die nichts produzieren,

    Sprechen große Lebensmittelkonzerne in den US und verhindern eine wirksame Lebensmittelaufsicht! Das hat zwar Tote zur Folge...

    > dass das Geld denen zufließt, die nicht mit
    > Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, dass Menschen durch
    > Korruption und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, dass die
    > Gesetze Sie nicht vor diesen Leute schützen, sondern diese Leute vor
    > Ihnen, dass Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen
    > Sie, dass Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht. . . .

    Da ist wieder einiges dran.

    Nur es ist nicht das Geld, dass Ehrlichkeit erzeugt.

    Welche Blüten dieser Teapartybeliebt Kram treibt, wird z.B. hier erklärt:

    "In die Kritik[1] gerieten das Ayn Rand Institute (ARI) und der Objektivismus immer wieder wegen der Betonung des Egoismus, u.a. nachdem ein Sprecher des ARI gefordert hatte, dass keine staatlichen Gelder an die Opfer der Tsunami-Katastrophe in Südostasien 2004 gespendet werden sollten.[2] Später veröffentlichte das ARI eine „Klarstellung“ zu dem Thema. In einer vollkommen freien, „vollkommenen“ Gesellschaft, für das sich das ARI einsetze, hätte die Regierung nicht die Macht, die Bürger zu besteuern und ihren Reichtum für wohltätige Zwecke umzuverteilen, weder im Inland noch im Ausland. Eine kurzfristige Katastrophenhilfe an ausländische Opfer einer Naturkatastrophe sei aber eine der harmlosesten Arten von Rechtsverletzungen durch den Staat. Es sei daher unangemessen gewesen, die Katastrophenhilfe herauszugreifen und zu verurteilen. Obwohl es besser gewesen wäre, die Hilfsgelder für einen „legitimen“ Staatszweck einzusetzen, wie zum Beispiel für die Ausrüstung und die Bewaffnung der US-Truppen im Irak, gebe es doch Tausende von staatlichen Aktionen, die für „unsere“ Rechte schädigender seien. Weit schlimmer wäre es zum Beispiel gewesen, wenn die Regierung das Geld in die Anti-Kartellabteilung des Justizministeriums gepumpt hätte, die direkt für die „Verfolgung“ erfolgreicher Geschäftsleute zuständig sei.[2]
    "

    http://de.wikipedia.org/wiki/Objektivismus_%28Ayn_Rand%29#Politik

    Das Ganze hat schon richtig böse Züge.

    Wer sich diese "Ethik" genauer anschaut, kann schaudern.

    Zwar finde ich es für meine Person nur richtig, dass der Mensch auch eigennützig agieren soll (wie denn sonst?), aber schon nach dem hier Folgenden würde einen ein Feuerwehrmann belehren können. Der ist nämlich, wie der Soldat oder Polizist (alles nur unter Ränge) geradezu ausgewählt gegen diese verkürzte Schein-Ethik zu handeln:

    "Der höchste ethische Wert ist das Leben; „gut“ ist für einen Menschen alles, was sein eigenes Leben als rationales Wesen auf lange Sicht fördert, „schlecht“ alles, was seinem eigenen Leben schadet. Dieser höchste Wert, das eigene Leben, ist allgemeingültig, da das Streben nach Selbsterhaltung in der Natur des Menschen – wie in der Natur jedes Lebewesens – inhärent ist.
    "

    Nichts für ungut, aber das finde ich wie gesagt alles nur halbwahr und geeignet andere Dinge zu verschleiern.

    Aber natürlich gut geeignet für Diskussionen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ayn_Rand_Institute

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ayn_Rand_Institute#Politische_Positionierung

    Und dafür benutzen sie nur "ehrliches Geld" "redlicher Leute".

    [[euklid]]

    Mit vielen freundlichen Grüßen

    azur

    ---
    ENJOY WEALTH
    (Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

    Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

    

    gesamter Thread:

  • @ Francisco d’Anconia - hajo, 19.12.2011, 21:32

Wandere aus, solange es noch geht.


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