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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Kredit und Inflation

    verfasst von Leserzuschrift, 30.11.2011, 11:59

    Ich halte es ebenfalls für gefährlich, auf die Inflation zu spekulieren. Es ist durchaus möglich, dass es gelingt, sich in einer Inflation zu entschulden (wie ja das Beispiel ‚Stinnes’ oder die Erlebnisberichte zeigen) aber zu 95 % wird man verlieren. Denn die Grundregel lautet: „Die Bank gewinnt immer!“

    Einen Kredit erhält man in der Regel nur gegen einen vereinbarten Tilgungsplan. Die Tilgung kann endfällig aber in der Regel in Raten erfolgen. Die Ratenhöhe hast du nach den jetzigen Verhältnissen festgesetzt. In der Inflation verschiebt sich jedoch das gesamte Kostengefüge. Es wird also nicht alles gleichermaßen teuer. Gibt’s du jetzt ca. 50 % deines Einkommens für die Lebenshaltung (Miete/Tilgung/Kreditzins, Energie, Essen, Mobilität) aus, wird sich dies in der Inflation vielleicht zu 70 oder 80 % verschieben. Damit kannst du dann den Tilgungsplan nicht einhalten und die Bank kündigt.

    Sollte das dennoch klappen, wird die Bank nicht zusehen, wie ihr Darlehen in der sich abzeichnenden Inflation dahinschwindet. Jeder Kreditvertrag enthält die Klausel. „Kündigung aus besonderem Grund“. Der „besondere Grund“ wird gar nicht oder nur wage definiert. Das Anwaltsbüro der Bank wird dir dann schon klar machen, dass eine Störung des ‚Gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichtes’ (ggf. durch Regierungserklärung bekräftigt) in Form einer galoppierenden Inflation ein solcher besonderer Grund ist. Die Bank kündigt einseitig und stellt den Kredit rechtzeitig fällig. Ziel wird es sein einen neuen – der Inflation angepassten Kreditvertrag abzuschließen oder wenigstens etwas der Kreditsumme aus dem Sachwert zu erlösen.

    Sollte die Bank einen solchen Schritt nicht wagen oder du hast bessere Anwälte als die Bank (hahaha), ist auch hier in den seltensten Fällen Erfolg beschieden. In der Regel laufen Kreditverträge über mehrere Jahre. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass das Enddatum nach der Währungsreform liegt. Die Bank wird sich dann mit aller Macht einer vorfälligen Ablösung des Kredites entgegenstemmen. Währungsreform – Umrechnung aller Guthaben und Schulden – und du hast immer noch den alten Vertrag an der Backe und zahlst aber jetzt mit einem höheren Anteil deines verfügbaren Einkommens.

    Geht die Bank im Finanzorkan unter, wird dir das auch nicht helfen. In ihren letzten Zuckungen wird sie jegliches Vertragsrecht zu ihren Gunsten glattziehen um an Geld zu kommen. Schafft sie auch das nicht mehr, wird es in jedem Fall einen Nachlaßverwalter geben – schlimmstenfalls der Staat – der sich dann auch nicht mehr an irgendwelche Vereinbarungen zwischen dir und der versenkten Bank halten wird.

    Sollten all diese Klippen umschifft sein, bleibt zu Guterletzt der Vater Staat, der nach der Währungsreform vor allem den sozialen Frieden waren muss. Mit aller Macht wird der dann gegen die Schmarotzer und Inflationsgewinnler vorgehen. Nach 1923 bspw. mit Zwangshypotheken - es könnte aber auch Lastenausgleich oder Solidaritätsabgabe heißen.

    Alles in Allem ein sehr riskantes Geschäft!
    … und Glückwunsch an die wenigen, die trotz allem günstig zu Immobilieneigentümern geworden sind.


    Gruß Taras

    

    gesamter Thread:

  • Warum sind in einer Inflation Schulden problematisch? - Plancius, 29.11.2011, 20:02

Wandere aus, solange es noch geht.


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