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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Das neue griechische Kabinett: Nationalisten auf dem Vormarsch?

    verfasst von Gaby, 11.11.2011, 12:11

    Moin,

    in zwei Stunden soll Papademos samt Kabinett vereidigt werden. Und noch ist nichts oder kaum was darüber bekannt, wer die Minister sein werden. Venizelos bleibt wohl, das scheint fest zu stehen. Seitens der Pasok tauchen noch ein paar weitere, bekannte (aber hier jetzt nicht wichtige) Namen auf.

    Man darf aber eines nicht vergessen: Auch die Nea Demokratia stellt so einige Minister. Chef: Samaras, das ist bekannt. Weniger präsent ist wohl den meisten MSM, dass selbiger von 1993 bis 2000 eine eigene, stramm nationalistische Partei führte (die es heute nicht mehr gibt, die "politiki Anixi", politischer Frühling). Samaras hat damals u.a. recht viel Porzellan beim Namensstreit mit der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien zerschlagen.

    Die Partei wandte sich auch in recht deutlichen Worten gegen die Europäische Union in der damaligen (und auch heutigen) eurokratischen Struktur. Zitat aus dem Programm:

    "Europa kann nicht als Französisch-Deutsches Imperium funktionieren. Es kann aber ein Zusammenschluss von nationalen Identitäten und Kulturen aller Völker sein. Ein Europa der Nationen, ein Europa der Völker - aber nicht Europa als das Europa der Eurokraten."

    Mangels Erfolg (der politische Frühling flog 2000 aus dem griechischen Parlament) löste sich die Partei dann auf, Samaras schlüpfte wieder in der Nea Demokratia unter, der er auch vor der Gründung seiner eigenen Partei angehört hatte. Vergessen sollte man das alles aber nicht, wo er (und einige andere seiner Partei) "herkommen."

    Dann noch: Ein oder sogar zwei Ministerien sollen sogar an das ultrarechte Bündnis "LAOS" gehen. Der Vorsitzende Karatzaferis bei der Gründung im Jahre 2000: „Wir sind die einzig wahren Griechen. Wir sind keine dieser Juden, Homosexuellen oder Kommunisten.“ Andere, weitere bekannte Zitate von ihm hat die BILD vor kurzem zusammengetragen.

    "• Nach dem 11. September 2001 sagte er im Parlament: „Warum wurden die Juden gewarnt, an diesem Tag nicht zur Arbeit ins World Trade Center zu gehen?“

    • Dem israelischen Botschafter rief er im Fernsehen zu: „Juden-Botschafter, pass auf, wo du hingehst! Lasst uns über den Holocaust reden, lasst uns über all die Märchen von Auschwitz und Dachau sprechen.“

    • Im Parlament fragte Karatzaferis laut griechischen Medien 2002 den damaligen Premierminister Costas Simitis öffentlich: „Stimmt es, dass Ihre Tochter heimlich einen Juden geheiratet hat?“

    Dabei heisst es, man habe Karatzaferis bei den laufenden "Personalverhandlungen" sogar dem Job als Vizepremier angeboten. Vorsorglich hat sich der Zentralrat der Juden in Deutschland empört.

    Alles nicht so wirklich die prickelnden Voraussetzungen für einen Kickstart der neuen Regierung, oder? Und wenn, dann scheint mir die Reise in eine deutlich nationalistischere Richtung zu gehen.

    Na, mal gucken, wie es letztlich dann kommt.

    Viele Grüße

    Gaby

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    "Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

    

    gesamter Thread:

  • Das neue griechische Kabinett: Nationalisten auf dem Vormarsch? - Gaby, 11.11.2011, 12:11

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