Das Gelbe Forum Forum nach Zeit sortieren Forum nach letzter Antwort sortieren die 150 neuesten Beiträge
Forum-Menü | Fluchtburg autark am Meer | Goldpreis heute | Zum Tode von Jürgen Küßner | Bücher vom Kopp-Verlag
ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Das oekonomische Zitat (64); heute: Hero Moeller zur Geschichte der Geldtheorie

    verfasst von Zandow E-Mail, Heidenau/Sachsen, 08.10.2011, 15:02

    Hallo Gemeinde,


    wie schön, wenn man aus dem Vollen schöpfen kann, da klären sich doch ruckzuck kleine Irrtümer auf.
    Aus aktuellem Anlaß ( http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=236045 ) hier ein längeres Zitat zur Geschichte der Geldtheorie aus:

    Hero Moeller „Die Lehre vom Gelde“, Quelle&Meyer, Leipzig 1925
    (Bibliothek Zandow)

    „In der nachklassischen Geldlehre stehen zuerst die Engländer, später die Deutschen und die Amerikaner im Vordergrunde. In der englischen Geldlehre handelt es sich zunächst um das praktische Problem der zweckmäßigen Gestaltung der Banknotenausgabe, um welches Currency- und Banking-Theorie miteinander stritten.
    ...
    In Deutschland hatte sich alsbald eine umfangreiche Geldliteratur entwickelt. G. Hufeland (1760-1817) („Die Lehre vom Gelde und Geldumlaufe“, 1819) leugnete das Erfordernis des Stoffwertes für das Geld, der romantische Staatstheoretiker A. Müller (1779-1829) („Versuch einer neuen Theorie des Geldes“, 1816) stellte das Papiergeld als nationales, staatliches Geld dem Metallgelde als kosmopolitischem Gelde gegenüber, beide Momente, wie auch das sächliche Wesen des Metalles und das personale des Kredites müßten im richtigen Gelde miteinander zur Einheit verbunden werden. J.G. Hoffmann (1765-1847) („Die Lehre vom Gelde“, Berlin 1838) machte sich zum Vorkämpfer der Goldwährung, J. Helferich (1817-1892) („Von den periodischen Schwankungen im Wert der eldlen Metalle“, 1843) suchte die Produktionskostentheorie mit der Quantitätstheorie neuartig zu verknüpfen. S. Oppenheim („Die Natur des Geldes“, 1855) lehrte, das Geld messe nicht den Wert der Güter, die Preise der Güter kämen vielmehr durch Angebot und Nachfrage der Güter zustande und das Geld sei nur Wertskala, Wertanzeiger, welche Funktion durch Papiergeld ebenso wohl wie durch Edelmetall erfüllt werden könne. W. Roscher (1817-1894) hat in seinen „Grundlagen der Nationalökonomie“ (zuerst 1854) den Warencharakter des Geldes betont. A. Wagner (1835-1917) machte sich in den „Beiträgen zur Lehre von den Banken (1857) und besonders in der „Geld- und Kredittheorie der Peelschen Bankakte“ (1862), ferner im „System der Zettelbankpolitik“ (1873) zum Vorkämpfer der Ideen der Banking School in Deutschland; eine Zusammenfassung seiner geldtheoretischen Anschauungen hat Wagner in seiner „Sozialökonomischen Theorie des Geldes und Geldwesens“ (1909) geboten. Von den Sozialisten trat K. Marx (1818-1883) im „Kapital“ (1867) geldtheoretisch hervor. Auf die Produktionskostentheorie seit Petty gestützt forderte Marx ein Geld, dessen Wertmaßfunktion die Arbeitszeit zugrunde liegen müsse. Eine umfangreiche Literatur, die jedoch geldtheoretisch ohne erhebliche Bedeutung blieb, wurde durch die deutsche Geldreform entfesselt, ferner später durch die Frage des Schicksals des Silbers, zu dessen Gunsten besonders E. Suess (Die Zukunft des Goldes, 1877) mit der irrtümlichen Prophezeiung einer dauernden Abnahme der Goldproduktion auf den Plan trat. C. Menger (1840-1921) („Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“, 1871, 2. Aufl. 1923; Art. „Geld“ in den ersten drei Auflagen des Handwörterbuchs der Staatswissenschaften) und K. Knies (1821 bis 1898) („Das Geld“, 1873, 2. Aufl. 1885) erbrachten vor allem tiefgründige Untersuchungen über die Funktion des Geldes. Eine „Philosophie des Geldes“ (zuerst 1900), die großen Einfluß auf spätere Lehren gewann, schrieb G. Simmel (1858 bis 1918). Moderne umfangreiche Gesamtdarstellungen lieferten W. Lexis (1837- 1914) in Gestalt der Gesamtheit seiner Artikel im Handwörterbuch der Staatswissenschaften (insbesondere 3. Aufl.) und K. Helfferich (1872 bis 1924) („Das Geld“, zuerst 1903). Größtes Aufsehen erregte das Erscheinen der „Staatlichen Theorie des Geldes“ von G.F. Knapp (geb. 1842) (1. Aufl. 1905), worin eine neuartige sehr komplizierte Terminologie eingeführt und dargetan wurde, daß das Wesen des Geldes nicht in der stofflichen, sondern in der staatlich-rechtlichen Ausstattung liege. Knapps Lehre, die von ihm selbst als Nominalismus bzw. Chartalismus bezeichnet wurde, fand zahlreiche Gefolgschaft, wobei, da Knapp selbst eine ökonomische Geldtheorie, das heißt eine Geldwertlehre, nicht gegeben hatte, vielfach Ergänzungen nach der wirtschaftstheoretischen Seite hin versucht wurden. Erwähnt seien als Knappanhänger O. Heyn, der auch schon vor Knapp im nominalistischen Sinne geschrieben hatte, F. Bendixen, K. Singer, K. Elster. Als Gegner der Chartaltheorie traten u.a. W. Lotz, K. Diehl und A. Lansburgh auf den Plan. Wichtige Beiträge zur Geldtheorie lieferten ferner R. Liefmann, A. Voigt, B. Moll, E. Herzfelder und E. Wagemann. Von den österreichischen Theoretikern haben neben C. Menger (...) vor allem F. Wieser, R. Hildebrand, J. Schumpeter geldtheoretisch gearbeitet. L. Mieses lieferte in seiner „Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“ (2. Aufl. 1924) ein geldtheoretisches Gesamtwerk.

    In der französischen Geldliteratur im 19. Jahrhundert trat das geldpolitisch sich aufdrängende Problem des Bimetallismus in den Vordergrund. ....

    ...

    Literatur: ...“

    Hier im Literaturanhang diesen Kapitels, aus dem obiges Zitat stammt, findet A. Lansburgh keine Erwähnung.
    Dafür im Literaturanhang des folgenden Kapitels:

    „Literatur: ...
    Argentarius (A. Lansburgh), Das Wesen des Geldes, Berlin 1923. ...“

    Ham’wa wieder was gelernt!

    Dank an Heinz und Hardy!


    Allseits ein angenehmes Wochenende wünschend, Zandow

    ---
    Nuclear power? Yes please!

    

    gesamter Thread:

  • Das oekonomische Zitat (64); heute: Hero Moeller zur Geschichte der Geldtheorie - Zandow, 08.10.2011, 15:02

Wandere aus, solange es noch geht.


CoinInvest – Ihr Edelmetallhändler










440791 Postings in 53220 Threads, 946 registrierte Benutzer, 1375 User online (12 reg., 1363 Gaeste)

Das Gelbe Forum: Das Forum für Elliott-Wellen, Börse, Wirtschaft, Debitismus, Geld, Zins, Staat, Macht (und natürlich auch Politik und Gesellschaft - und ein wenig »alles andere«) | Altes Elliott-Wellen-Forum

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz