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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Das oekonomische Zitat (63); heute: Karl Bücher zum Opfer des Unbefriedigtbleibens

    verfasst von Zandow E-Mail, Heidenau/Sachsen, 17.09.2011, 08:58
    (editiert von Zandow, 17.09.2011, 08:59)

    „Alle wissenschaftliche Betrachtung der Wirtschaft geht von der Annahme aus, daß dem Menschen eine „wirtschaftliche Natur“ eigen sei, die keinem anderen Lebewesen zukomme. Aus dieser wirtschaftlichen Natur läßt man einen Grundsatz entspringen, welcher alle auf Bedürfnisbefriedigung gerichteten Handlungen des Menschen beherrscht: den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit (das ökonomische Prinzip). Dieser Grundsatz offenbart sich darin, daß der Mensch immer und überall die höchstmögliche Befriedigung mit dem geringstmöglichen Opfer (Arbeit) zu erreichen sucht („Prinzip des kleinsten Mittels“).

    Man setzt darnach voraus, daß alle wirtschaftlichen Handlungen des Menschen zweckbewußte, durch Werturteile geleitete Handlungen sind. Mag man immerhin den letzten Anstoß zum Wirtschaften in dem Triebleben des Menschen suchen (Trieb der Selbsterhaltung und des Selbstinteresses), die Befriedigung dieser Triebe findet doch immer nur durch eine Reihe auf einander folgender geistiger Verrichtungen statt. Der Mensch schätzt die Größe der Unlust ab, welche aus der Nichtbefriedigung eines von ihm empfundenen Bedürfnisses entspringen würde; er schätzt die Unlust der Arbeit, welche die Anschaffung des dafür benötigten Gutes ihm verursachen kann; er vergleicht beide Unlustempfindungen mit einander und wählt von beiden die kleinere, d. h. er entschließt sich nur dann zur Vornahme der Arbeit, wenn das sie begleitende Opfer geringer ist als das Opfer des Unbefriedigtbleibens. Auch bei Vornahme der Arbeit wählt er wieder unter verschiedenen dabei möglichen Verfahrensweisen die mindest beschwerliche, hat also auch hier eine Reihe von Erwägungen, Schätzungen, Vergleichungen, Urteilen vorzunehmen.“

    (Fett von mir.)

    Karl Bücher „Die Entstehung der Volkswirtschaft. Vorträge und Versuche“, Vierte Auflage,
    Verlag der H. Laupp’schen Buchhandlung, Tübingen 1904
    (Bibliothek Zandow)

    Anmerkungen:


    >
    „... die Unlust der Arbeit, welche die Anschaffung des dafür benötigten Gutes ihm verursachen kann; ...“ begegnet uns später bei L.v.Mises in seiner „Nationalökonomie“ (1940) als „Arbeitsleid“.


    >
    Das die Arbeit begleitende Opfer verursacht einen Mindestpreis, welcher nach Conrad Schmidt als natürlicher Arbeitslohn (1887) bezeichnet werden kann.

    >
    „... das Opfer des Unbefriedigtbleibens ...“ wird im Debitismus unter dem Begriff der Sanktion zusammengefaßt.



    Gruß in die Runde, Zandow

    ---
    Nuclear power? Yes please!

    

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  • Das oekonomische Zitat (63); heute: Karl Bücher zum Opfer des Unbefriedigtbleibens - Zandow, 17.09.2011, 08:58

Wandere aus, solange es noch geht.


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