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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Das oekonomische Zitat (55); heute: Martin Wiebel zum Geld als Wertmaßstab

    verfasst von Zandow E-Mail, Heidenau/Sachsen, 19.08.2011, 19:19
    (editiert von Zandow, 19.08.2011, 19:22)

    „Sowohl im englischen Text wie in der französischen Ausgabe seiner political economy spricht Senior von der Geld-entstehung: Die Tatsache des Austausches von Gütern impliziert die Bildung des Tauschwertes der auszutauschenden Güter oder des Preises eines Gutes, d.h. zunächst der Menge eines Gutes, die im Austausch für eine gegebene Menge desselben erworben werden kann. Die natürlichen Schwierigkeiten für zwei Tauschpartner sind üblicherweise groß: aus den bekanten Gründen, daß entweder nicht die geeigneten Partner sich zusammenfinden oder daß, selbst wenn das der Fall ist, die physischen Verschiedenheiten der Einheiten der begehrten und nachgefragten Mengen einen Austausch unmöglich machen u.a.m. Senior übernimmt die oft gemachte und benutzte Hypothese, daß die für einen Tausch in Betracht kommenden Güterwerte und Mengen in der Menge oder dem Wert eines dritten Gutes ausgedrückt werden, durch den die relativen Werte aller Güter dann gemessen sind oder gemessen werden können. Mit der Festsetzung eines Gutes als des Wertmaßstabes, dessen ‚innere’ Wertursachen, Nützlichkeit und Angebotsbegrenztheit bekannt sind, ist daher die erste Schwierigkeit des Tauschens behoben: „... one half the trouble of an exchange is ready performed“. Die Beseitigung der zweiten Schwierigkeit, der Fixierung des Tauschverhältnisses selbst ergibt sich dann pari passu mit dem Vollzug aktueller Täusche, „by the experiment of an exchange“: Man tauscht nun die am Wertmaßstab gemessenen Güter gegen das ausgewählte Gut oder besser: Gegen bestimmte homogene Einheiten dieses Gutes als Tauschäquivalente. Es ist klar: Wertmaßstab und Tauschmittel entspringen danach dem gleichen Prozeß der Tauschermöglichung und Tauscherleichterung, aus beiden besteht das Geld, und die erste Funktion muß als entscheidend – als ‚konstitutiv’ – angesehen werden. Auch für Senior kann Geld also nur aus einem wertvollen Gegenstand bestehen, „ob seine Substanz nun Salz, ... Kauris ... oder Edelmetalle sind“. Die in den üblichen Substanzen Gold und Silber ausgedrückten Werte der Güter sind daher ihre Geldwerte oder Preise.

    Damit wäre unter der besonderen Voraussetzung Seniors, daß in der Gold- und Silberproduktion freie Konkurrenz angenommen werden kann, die Ricardo’sche Wertbestimmung durch die Produktionskosten in dem durch Senior modifizierten Sinne erreicht. Das Problem des Geldwertes ist gelöst und in jenem Stadium, in dem Ricardo es belassen hat. Es ist fast überflüssig zu sagen, daß die relativ große Wertkonstanz dieser Stoffe auf ihrem hohen Grad an Seltenheit und Dauerhaftigkeit beruht. Ihre ‚inneren’ Wertursachen, Nützlichkeit und Produktionskosten, sich relativ konstant und auf die Dauer die gleichen. Nur soweit der Wert dieses Maßstabes sich verändert, findet auch gleichzeitig eine Verschiebung des Preisniveaus der Güter in einer Richtung statt. Die langwierigen Ausführungen Ricardos über die ‚ideale’ Beschaffenheit des Wertmaßstabes, der als Ware nie in diesen Zustand gelangen kann, werden von Senior mit dem kurzen Hinweis auf ihren Warencharakter gleichsam überwunden, sie gehören zu den technischen Problemen des Geldes wie auch die weiteren ‚Eigenschaften’, die Senior in der französischen Ausgabe aufzählt: sie sind theoretisch eben so peripher, wie sie dogmenhistorisch zum eisernen Bestand jeder Geldtheorie gehören. –

    Das Wertelement der Nützlichkeit wird aber insofern bedeutsam, als das Geld im Gegensatz zu den anderen Gütern nicht „seinen letzten Käufer und Endkosumenten findet“ .....“

    Martin Wiebel "Der Systemgedanke in der Geldtheorie von Ricardo bis Schumpeter", Spezialdruckerei für Dissertationen Dr. Hermann Eschenhagen, KG.,Ohlau i. Schl. 1934 (Bibliothek Zandow)


    Wochenendgruß in die Runde, Zandow

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    Nuclear power? Yes please!

    

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  • Das oekonomische Zitat (55); heute: Martin Wiebel zum Geld als Wertmaßstab - Zandow, 19.08.2011, 19:19

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