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    froschgrafik: Reife kapitalistische Länder und der Rest der Welt - Weltmarktanteile von 1990 bis heute

    verfasst von frosch, 10.08.2011, 08:44

    Der Weltmarktanteil der reichen und reifen kapitalistischen Länder betrug 1990 (in Kaufkraftparitäten gerechnet) noch über 80 Prozent. Noch in diesem Jahrzehnt wird der Anteil der „Metropolen“ an der Weltwirtschaft unter 50 Prozent sinken. Siehe dazu die linke kleine Grafik.

    [image]


    Das raschere Wirtschaftswachstum der kapitalistischen „Peripherie“ beweist meiner Meinung nach, dass es mit dem Weltkapitalismus keineswegs „zu Ende geht“, aber dass sich die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Schwerpunkte weltweit verlagern werden. Nicht der Weltkapitalismus insgesamt ist in der Krise, sondern die Metropolen des Kapitalismus haben Krise und sie werden weiter Krise haben.
    Zu Ende geht eine Epoche, in der wenige Staaten, bzw. ihre Regierungen und Kapitaleigner, erfolgreich „Weltpolitik“ (nationale Interessenpolitik auf globalem Maßstab) betreiben konnten („Imperialismus“).

    Die zweite Grafik auf der rechten Seite betrachtet die kapitalistischen Entwicklungsländer und die reifen kapitalistischen Länder als zwei große Volkswirtschaften.
    Dabei zeigt sich:
    - Die Entwicklungsländer stellen fast 90 Prozent der Weltbevölkerung.
    - Die Entwicklungsländer verfügen über 80 Prozent der Weltwährungsreserven.
    - Die Entwicklungsländer verbrauchen rund 75 Prozent des Stahls und 55 Prozent des Öls.
    - Die Entwicklungsländer exportieren mehr als sie importieren.

    Die reifen kapitalistischen Länder („Metropolen“) stellen gut 10 Prozent der Weltbevölkerung und genießen jedoch 70 Prozent des weltweiten Konsums.
    - Sie importieren mehr als sie exportieren.
    - Sie investieren eher Kapital im Ausland als im Inland.
    - Sie haben über 80 Prozent aller Staatsschulden auf ihrer Seite.

    Alle diese Faktoren tragen im Positiven wie im Negativen dazu bei, dass sich der gegenwärtige weltwirtschaftliche Trend fortsetzen und verstärken wird: Die Entwicklungsländer („Peripherie“) werden deutlich sichtbar an weltwirtschaftlichem Gewicht gewinnen, die kapitalistischen Metropolen werden weiter zurückfallen – mit weitreichenden ökonomischen und sozialen Folgen.
    In Metropolen ging/geht eine Epoche zu Ende, in der Kapitalismus mit Wohlstand für viele gleichgesetzt werden konnte.

    Gruß frosch

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    井底之蛙

    

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  • froschgrafik: Reife kapitalistische Länder und der Rest der Welt - Weltmarktanteile von 1990 bis heute - frosch, 10.08.2011, 08:44

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