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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Zins-Wende

    verfasst von -ELLI- Homepage E-Mail, 19.02.2011, 20:24

    Die schlechte Nachricht zuerst:
    Die Analyse kommt ein bisschen spät bzw. ich habe zu lange gewartet, denn:
    DIE Zinswende hat bereits vor einigen Monaten stattgefunden.

    Und die gute:
    Da sich die Elliott-Muster inzwischen auch in größeren Zeiträumen (wie gesagt, mehrere Monate) gezeigt haben, ist die Prognose umso sicherer.

    Eine fundamentale Interpretation (die immer aus der Elliott-Analyse FOLGT) versuche ich am Schluss, aber zunächst schauen wir uns die Charts an.

    Die langfristigen Euro-Zinsen haben Ende August 2010 einen historischen (oder zumindest Jahrzehnte-) Tiefpunkt erreicht, wie hier am Beispiel der Umlaufrendite (eine Mischung aus 2- bis 10-jährigen Anleihen) zu sehen:

    [image]

    Der Tiefstand vor etwa sechs Monaten betrug 1,81 %, und auch die 10-jährigen lagen etwa bei oder knapp unter 2 %. Angesichts der Unmöglichkeit einer wirklichen Schuldentilgung eigentlich unverständlich...... aber die Japaner schaffen es auch schon seit vielen, vielen Jahren, und die Amerikaner inzwischen auch. Neue Staatsanleihen finden seltsamerweise reißenden Absatz - oder zumindest gibt es keine Absatzprobleme :-)
    Dass das nicht mit rechten Dingen zugeht, dürfte klar sein. Den Amerikanern habe ich das immer zugetraut, den Europäern eigentlich nicht. Und die relativ scharfe Trendumkehr bei den langfristigen Zinsen scheint das zu bestätigen.

    Hier noch der Bund-Future, der (reziprok zu den Zinsen) Ende August letzten Jahres ein langfristiges Hoch (meines Wissens sogar ein Allzeithoch) hinter sich gebracht hat:

    [image]

    Das Entscheidende ist aber, wie immer, das Muster. Und zwar in diesem Fall das Muster nach der Zinswende, also das Abwärtsmuster beim Bund-Future. Und das schauen wir uns im folgenden Chart etwas genauer an:

    [image]

    Diese Bewegung hat sehr deutlich Impulsform. Die Zählung dürfte klar sein. Das steilste Stück, die 3 der 3 der 3 (orange, lief von Ende November bis Mitte Dezember (ca. 129 bis unter 124, das waren volle 5 Punkte in ca. drei Wochen!).

    Vor ein paar Tagen, knapp über 122, zeichnete sich zumindest eine kleine Wende aufwärts ab, anhand dieses schönen "rounding bottom":

    [image]

    Und zuletzt noch, nur als Übung, die Aufwärtsbewegung seitdem im Detail:

    [image]

    Ein Aufwärtsimpuls, vermutlich der erste Teil (Welle a) der grünen Welle 4.

    Kurzfristig erwarte ich eine weitere fünfteilige Welle abwärts (Welle (c) von b, grau), danach eine größere fünfteilige Welle aufwärts (Welle c grau der 4 grün). Aber das alles würde ich nicht traden, weil meines Erachtens zu unsicher und, wenn überhaupt, nur mit ständiger Beobachtung möglich.

    Besser das Ende der Aufwärtskorrektur (ich erwarte ca. 125 bis 126, aber das muss das sich entwickelnde Muster bestätigen) und dann laaangfristig short.

    Nun, was kann das Ganze fundamental bedeuten?
    Aus meiner Sicht Folgendes:
    Die Europäer schaffen es nicht so direkt und skrupellos, die Kurse ihrer Anleihen durch (wie auch immer bewerkstelligte) "Aufkäufe" hoch und somit die Zinsen niedrig zu halten. Und vor allem genießen die Europäer kein unbegrenztes "Vertrauen", wie es die Amerikaner (notfalls militärisch) durchsetzen können - zumindest bis auf absehbare Zeit. NOCH wackelt da nichts. Die USA werden als aller-aller-letztes wackeln, davon bin ich überzeugt.

    Inflation in Europa muss das trotzdem nicht bedeuten (wohl aber vermutlich Asset-Inflation), schon gar nicht Hyperinflation, aber dauerhaft niedrige Zinsen eben auch nicht. Dass steigende Zinsen erhebliche Probleme nach sich ziehen, dürfte klar sein.

    Europäische Anleihen haben ihren Zenit hinter sich. Griechenland, Irland, Spanien,...... - irgendwann ist auch Deutschland ausgesaugt.

    Ach ja, die kurzfristigen Zinsen (hier der 1-Monats-Euribor) haben auch ein langfristiges rounding bottom hinter sich:

    [image]

    

    gesamter Thread:

  • Zins-Wende - -ELLI-, 19.02.2011, 20:24

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