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    OT - Kalte Fusion, Randell Mills und der Untergang der Unschärferelation - Ein Kurzessay (mvTmvL)

    verfasst von Melethron, 04.05.2008, 08:19

    Kalte Fusion, Randell Mills und der Untergang der Unschärferelation oder
    Albert Einsteins "Gott würfelt nicht"

    ein Kurzessay von Melethron

    0. Vorwort
    Warum schreibe ich dies hier? Weil es sehr stark mit meinen letzten posts zusammenhängt und ich im Moment in keinem anderen Forum aktiv bin. Auch habe ich keinen Blog, in dem ich meine Meinung verbreiten könnte, was sich aber bald ändern wird, da ich mittlerweile sehr viel zu erzählen habe. Ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit kalter Fusion beschäftigt und bin mittlerweile auf bemerkenswertes dazu gestoßen, das den einen oder anderen doch interresieren könnte, auch wenn man es größtenteils um Physik geht und man sich nicht für Physik interresiert. Ich werde versuchen den Text so gut es geht für Laien verständlich zu machen. Ich muss mich selbst eigentlich auch eher zu den Laien zählen, da ich nach 3 Semestern Physik mich sicher nicht als Fachmann bezeichnen kann, warum ich mich aber dennoch mit meinen eher rudimänteren Physikkenntnissen halbswegs qualifiziert dazu äußern kann, dürfte später klar werden. Da ich das Prinzp der Vernetzung, wie sie in der Wikipedia zu finden ist sehr stark beführworte, werde ich auch hier sehr exzessiv verlinken. Zum Verständniss ist das in den meisten Fällen nicht relevant. Wer jedoch weitere Informationen sucht, findet diese dann sehr schnell. Um Links und Quellen zu unterscheiden, werde ich Quellen mit Zahlen in eckigen Klammern versehen (mit Link wenn online verfügbar) und wie in einer wissenschaftlichen Arbeit unten zusammenfassen. Davon braucht man sich nicht abschrecken lassen, ich werde den Text so einfach wie möglich halten, wer aber meine Aussagen prüfen will, kann dies dann leicht tun.


    1. Einleitung

    -Was ist eine Spekulation?
    -Was ist eine Hypothese?
    -Was ist eine Theorie?

    Zu allererst muss diese Frage kurz erläutert werden. Warum dies so wichtig dürfte schnell verständlich werden. Was ist also eine Spekulation? Eine Spekulation ist eine unbewiese oder als unbeweisbare geltende Aussage. Für die meisten Wissenschaftler (außer spekulativen Philosophen und Theologen) ist eine Spekulation gänzlich irrelevant, sofern die Aussagen (mit vorhandenen Mitteln) nicht bewiesen werden kann. Ein schönes Beispiel ist etwa Russells Teekanne oder das fliegende Spaghetti Monster - letzteres ist besonders imposant, da auch "Scheinbeweise"(Cum hoc ergo propter hoc) angführt werden, wie die Korrelation zwischen abnehmender Piratenzahl und steigender Erderwärmung (Das errinert mich übrigens auch ein wenig an Al Gores Diashow). Auch die meisten Verschwörungstheorien sind eigentlich keine Theorien sondern schlecht oder nicht überprüfbare Spekulationen, auch dort werden dann Argumente wie "Cum hoc ergo propter hoc" verwendet. Die Bezeichnung als Theorie ist in solchen Fällen falsch. Auch stehen Spekulationen oftmals im Widerspruch zu bekannten Fakten. Was ist nun der Unterschied zu einer Hyptothese? Eine Hypothese ist zu den bekannten Fakten erstmal widerspruchsfrei und trifft überprüfbare Ausagen. Ein Beispiel wäre ein Physiker dem die Fallgesetzte unbekannt sind. Nachdem er mehrmals beobachtet hat, dass Dinge immer gleich schnell Fallen, stellt er die Hypothese auf, dass dort eine Regelmäßigkeit besteht und wagt die Prognose, dass die Fallzeit in einem Verhältnis zur Fallhöhe steht. Nach vielen Versuchen kann daraus dann eine Theorie zu den Fallgesetzen entwickelt werden. Ein anderes Beispiel für eine Hypothese (mit Bezug zu Beiträgen von mir) wäre das Buch America's Secret Establishment von Antony C. Sutton. (vgl. Beitrag). Im 1. Kapitel stellt Sutton nämlich auch klar, dass seine Behauptungen erstmal nur Hypothesen sind die mit Indizien untermauert werden [[1] - PDF S. 18]. Schon alleine hier unterscheidet sich Sutton von den "üblichen Verdächtigen" (den Spinnern) gewaltig, da dies somit, nach sauberen wissenschaftlichen Kriterien erarbeitet wird. Ich finde Suttons Hypothesen übrigens sehr überzeugend, da sich das Postulat des ständig steigenden Einflusses von Skull and Bones scheinbar behauptet (nach Erscheinen des ersten Buches die zwei Bush Präsidenten). Und was ist jetzt eine Theorie? Der Einfachheit halber, werde ich dies mal als "bewiesene" Hypothese bezeichnen, die auch genaue Vorhersagen treffen kann. Wie die aus obigem Physiker Beispiel fertig erarbeiteten Fallgesetze (empirisch ganz beweisen lässt sich etwas nie - siehe hierzu Induktionsproblem und Falsifikationismus).

    Was hat das nun mit dem folgenden zu tun? Ganz einfach, es handelt sich erstmal nur um eine Hypothese, wenn auch eine sehr viel versprechende.

    2. Randell Mills - Genie oder Crackpot?

    Kommendes ist eine Zusammenfassung eines Artikels aus der Financial Times vom 10.5.2006 (wer es etwas ausführlicher will (engl.): hier der Print Version Scan und die Online Version). Wer ist also Randell Mills? Er ist ein Doktor der Medizin der behauptet die meisten physikalischen Probleme lösen zu können und die konventionelle Quantenmechanik verwirft (näheres Punkt 3.) und mit seiner Firma BlackLight Power Inc. (www.BlackLightPower.com) an einem Generator arbeitet der ein vielfaches der hineingesteckten Energie liefert. Noch so "Freie Energie" Spinner? Nun, so einfach ist das nicht. Denn solche Spinner verfügen selten über 50.000.000 $ Investoren Gelder [[2] - PDF S. 1], haben Gutachten von der NASA die, die die experimentellen Ergebnisse zu den Spektroskopien bestätigen (Zitat "The recent spectroscopic studies have revealed some surprising results, which suggest that a highly energetic low pressure mixed gas hydrogen propulsion system could be realized.") [[3] - PDF S. 36] und veröffentlichen noch seltener Publikationen in angesehenen Journalen wie dem Journal of Applied Physics [[4]],[[5]].
    Doch nicht nur das, es gibt noch sehr viele weitere Publikationen aus Journalen die einem Peer Review unterzogen wurden und unabhängige Institute die Experimente bestätigen . Überzeugt? Nein? Nun, bin ich auch nicht, da die NASA auch schon in Flops investiert hat, Investoren sowieso und auch schon oft falsche Versuche und Betrugsversuche durch Peer Reviews gerutscht sind. Aber Intresse hat es bei mir schon geweckt. Genie oder Crackpot? Meine Meinung dazu gibts unter Punkt 5. Nun erstmal zur Theorie.

    3. Theorie - Classical Quantum Mechanics

    Erstmal, was behauptet Mills denn eigentlich? Nun erstmal zu den Ergebnissen aus den oben gennanten Journal of Applied Physics Publikationen. In der ersten wird eine untypische Verbreiterung der Balmer-alpha-Linie bei bestimmten Wasserstoff Plasmas gezeigt[[4]]. In der zweiten zeigt er dann eine Wärmeüberschuss ("excess heat") der mit der Standard Quantenmechanik (ab nun SQM genannt) nicht in Einklang zu bringen ist und seine Hypothese seines Atommodels untermauert [[5]]. Nun, warum ist dies nicht mit SQM lässt sich einfach zeigen. Mills behauptet nämlich, dass die überschüssige Wärme darauf zurückzuführen sei, dass die Wasserstoffatome in einen Bruchteil (1/n) des Grundzustandes fallen und dadurch Energie frei wird, diese Atome nennt Mills dann Hydrinos. Nach der Unschärferelation wäre dies nicht möglich wie hier relativ simpel vorgerechnet wird. Der Verfasser dieser Rechnung hat übrigens absolut nix kapiert, da er mit der Unschärferelation beweisen will, dass Hydrinos nicht möglich sind. Genau das behauptet aber Mills auch und sagt dass sie mit seinem Atommodell sowohl vereinbar, als auch vorhersagbar sind. Nun, worauf basiert denn nun dieses Atommodell? Mills behauptet, dass er einen Weg gefunden mit "klassischer" Physik dieses Atommodell zu beschreiben, diese Theorie nennt er "Classical Quantum Mechanics" (CQM). Auf die mathematischen geh ich mal nicht näher ein, da ich mir diese selbst noch nicht genau angesehen habe, nur mal soviel er nutzt dazu wohl Folgerungen aus den Maxwellschen Gleichungen die bisher wohl wenig beachtet wurden. Aber an sich ist diese Behauptung schonmal ziemlich heftig, da er damit fast 70 Jahre Physik verwirft. Nun ist es aber nicht so, dass er einfach behauptet SQM sei falsch und die experimentellen Ergebnisse seien es ebenfalls. Nein, er behauptet eben, dass seine Theorie mit den Experimentellen Daten von SQM übereinstimmt, darüber hinaus aber noch einiges mehr zeigt. Also was genau soll denn nun diese Theorie erklären können? Tja, ich weiß garnicht wo ich anfangen soll, grob gesagt ALLES, selbst bis zu Molekülbildungen für die man bisher nur experimentelle Daten hatte, lassen sich wohl exakt berechnen. Aber erstmal zu den wichtigsten Punkten:

    1. Dunkle Materie. Diese soll nämlich Hydrinos sein. Es brauchen also keine "neuen" Teilchen postuliert werden, wenn auch die Hydrinos bisher unbekannte Konfigurationen darstellen.
    2. Dunkle Energie: Nicht nur Masse und Energie sollen äquvalent (E=mc²) sein, sondern sogar die Raumzeit soll äquivalent sein, wodurch die Ausdehnung der Raumzeit mit der Zerstrahlung von Materie in Energie (wie bei den Fusionen in der Sonne etc) erklärt werden kann. Eine neue unbekannte Energie braucht es dafür also nicht.
    3. Der Welle-Teilchen Dualismus wird obsulet. Die Wellennatur von Materie, wie sie in Experimente bestätigt würde, braucht nicht über eine hypothetische Wellenfunktion erklärt werden, sondern ergibt sich wohl aus der Maxwell Gleichung.
    4. Den Urknall gab es nicht, sondern das Universum osziliert (Expansion und Kontraktion der Raumzeit).
    5. Die unerklärliche Hitze der Sonnen Korona kann durch Hydrinos erklärt werden (anhand der Gamma-/Neutrinostrahlung kann eigentlich nur 60% der Sonnenwärme anhand der Fusionen erklärt werden).
    6. Zig Effekte wie der Elektronen Spin, Die Lamb-Verschiebung, das Energieniveau, der g-factor (engl.), die Ionisierungsenergie und so weiter können wohl exakt mathematisch hergeleitet werden.

    Nun, mal soviel dazu, aber das meiste widerspricht doch den bekannten Fakten! Oder? Nun was könnte es für Einwände geben. Erstmal die Sache mit dem Urknall, da hat man doch Beweise dafür. Richtig, nämlich die kosmische Hintergrundstrahlung von 2,7K. Diese ergibt sich aber ebenfalls aus den Berechnungen von Mills. Als Gegenbeweis zu Mills Hypothesen kann man diese also nicht werten. Aber was ist mit dem Welleteilchen Dualismus, da gibt es doch dieses Doppelspalt experiment. Auch das ist richtig, nur kann Mills erklären, wie die Interferenzmuster zustande kommen ohne das die Teilchen durch beide Spalte durchmüssen. Aber das würde dann doch bedeuten, dass man irgendwie festellen kann, durch welchen Spalt ein Teilchen geht und man gleichzeitig ein Interferenz Muster erhält. Richtig. Und so einen (bisher sehr umstrittenen und nicht wiederholten) Versuch gibt es auch, nämlich das Afshar Experiment (engl.). Aber was ist denn nun mit den Vorhersagen der Unschärferelation, die stimmen doch bisher absolut. Richtig, aber was genau lässt sich denn damit berechnen? Eine statistische Wahrscheinlichkeit. wie wenn man zum Beispiel einen groben Bereich angibt, an dem etwa ein Projektil einer Waffe einschlägt. Wenn man nun aber im Einzelfall genau angeben kann, wo ein solches Projektil einschlägt und sich dann aus den Berechnung der vielen einzelnen Einschläge die selbe statistische Verteilung ergibt ist dies kein Widerspruch. Gerade hierzu sollten anhand der Vorhersagen von Mills, genaue Versuche stattfinden, da man dadurch leicht die Hypothese bestätigen oder falsifizieren kann. Und was ist jetzt mit der dunklen Materie und der dunklen Energie. Nun, das sind Postulate die man anhand experimenteller Beobachtungen gemacht hat. Was die zwei Phänomene verursacht weiß man im Moment nicht, aber es dürfte relativ leicht überprüfbar sein, ob die Erklärungen von Mills stimmen. Wenn ja wäre dies ein immenser Durchbruch. Das man zum Beispiel Hydrinos auf der Erde noch nicht gefunden hat, liegt erstmal daran, dass man sie garnicht gesucht hat und zweitens sind dieser Dinger verdammt klein. So klein, dass sie, wenn es auf der Erde gibt, ins Weltall diffundieren (wie bei Helium, das auch ins Weltall diffundiert - Ziemlich lustig in dieser Hinsicht ist übrigens die Tatsache, das Helium auch über Spektroskopie entdeckt wurde und das man es erst nicht glaubte, da man es auf der Erde zuvor nicht fand: "Hinweise auf das Element Helium erhielt man zum ersten Mal aufgrund einer hellen gelben Spektrallinie bei einer Wellenlänge von 587,49 Nanometern im Spektrum der Chromosphäre der Sonne. Diese Beobachtung machte der französische Astronom Pierre Janssen während einer totalen Sonnenfinsternis in Indien am 18. August 1868. Als er seine Entdeckung bekannt machte, wollte ihm zunächst niemand glauben, da bislang noch nie ein neues Element im Weltall gefunden wurde, bevor der Nachweis auf der Erde geführt werden konnte."[[6]]). In Molekülen (die einzige Form in der Wasserstoff auf der Erde zu finden ist) können Hydrinos nicht bestehen, da sich die Molekularbildung bei Hydrinoentstehung löst und das Hydrino, wie eben erwähnt, sich einfach ins Weltall davon macht.

    Im Moment muss ich aber noch sagen, dass ich auf diese Theorie erst vorgestern gestoßen bin und mir weder die Rechnungen angesehen, noch die genauen Details. Es hört sich aber schonmal sehr vielversprechend an.

    4. Kalte Fusion

    Was haben aber nun diese Hydrinos mit der kalten Fusion zu tun? Erstmal bin ich über die Arbeiten von Mills gestolpert als ich nach Plasmafusionsversuchen im Web of Science gesucht habe (Ähnliche Experimente wie sie Mizuno durchführt und die auch bei JL Naudin zu finden sind - vergesst übrigens die Versuche von Naudin, der hat übelste Fehler bei seinen Kaliometrischen Messungen gemacht, taugt also alle mal für die imposanten Bilder einer Plasmaelektrolyse). Das Interresante in Bezug auf die Kalte Fusion ist jetzt, dass sich die Experimente (und vorallem die Unterschiede zu den zu erwartenden Beobachtungen einer kalten Fusion) sehr trivial erklären lassen. Und zwar gibt es die sogenannte Myonen-katalysierte Fusion: "Nach der Modellvorstellung kann ein negativ geladenes Myon beispielsweise auf ein Molekül aus einen Deuteriumatom und einem Tritiumatom treffen. Dabei kann es vorkommen, dass das Myon ein Elektron aus den Molekülorbitalen verdrängt und dabei selbst ein neues Orbital um den Atomkern besetzt. Das eingefangene negative Myon hat ein Orbital, das wesentlich dichter am Kern liegt, da nach der Quantentheorie die Bahnradien umgekehrt proportional zur Masse sind." [[7]]. Dadurch, dass bei einem Myon-Tritium Atom die Hülle sehr viel kleiner ist, können die Kerne sehr nah anneinder rücken und eventuell Fusionieren. Was das nun mit den Hydrinos zu tun hat dürfte schnell klar werden. Weil die Hydrinos eine ebenfalls kleiner Hülle haben können als ein normales Wasserstoff Atom, sind sich Hydrino und Myonen-Wasserstoff in dieser Hinsicht absolut ähnlich. Weiterhin kann man auch erklären warum "excess heat" auftritt (nämlich durch Hydrino Entstehung) und warum das Auftreten der Fusionsprodukte zu dieser Überschusswärme nicht äquivalent ist (Manchmal "excess heat" ohne Fusionsprodukte). Ob damit auch das untypische Energieniveau der Strahlung erklärbar wird, kann ich momentan noch nicht beurteilen. Ich gehe aber stark davon aus. Noch erwähnt werden sollte, dass Randell selbst im Bereich der kalten Fusion gar nicht forscht um nicht in die "Spinner" Schublade zu kommen, in der man leider landet, wenn man sich damit beschäftigt (solche Versuche durchzuführen und positive Ergebnisse zu bekommen, kann einem leicht die Karriere ruinieren - auch wenn man gewissenhaft und ohne betrugsabsichten arbeitet).

    5. Was ist davon zu halten?

    Im Moment habe ich mich noch nicht ausführlich mit der Theorie beschäftigt, kann mir also noch kein wirkliches Bild dazu machen. Es gibt aber drei Möglichkeiten, für den Fall das Randells Hypothesen falsch sind:

    1. Randell ist ein Betrüger.
    2. Randell hat einen Rechenfehler und der ergibt dennoch richtige Ergebnisse.
    3. Randell rechnet so dermaßen Falsch, dass er durch hin und herbiegen der Rechnungen auf so exakte Prognosen kommt.

    Zu 1.: Sollte dies der Fall sein, dann Hut ab vor ihm. Zig unabhängige Gutachter und die NASA zu verarschen ist eine hohe Kunst.
    Zu 2.: Dies wäre ein riesen Zufall. Zwar is es theoretisch möglich, dass aus falschem wahres folgt (falscher Rechenweg, richtiges Ergebniss). Aber wenn soviel Richtiges aus einem Fehler folgen würde, wäre dies ein äußerst unwahrscheinlicher Zufall.
    Zu 3.: Hier will ich mal etwas auführlicher werden. Bisher wurde die Theorie Randells kaum beachtet. Es gibt nur eine Publikation (mit Peer-Review) dazu. Nämlich von Andreas Rathke von der ESA im New Journal of Physics: A critical analysis of the hydrino model (New J. Phys. 7 (2005) 127). Darin kommt Rathke eben genau zu diesem Fazit. Aus der Traum von der grand unification theory? Wie es aussieht wohl noch nicht. Denn wenn man in dem Rathke Papier ganz nach unten scrollt, sieht man dort eine Korrektur vom 23.6.2006. Das Fazit soll aber laut Rathke wohl das gleiche bleiben: "Hence the sign error does not change any of the conclusions of the paper." Ob das stimmt weiß ich nicht, aber es gibt ein neues paper von Randell zu diesem Fehler.

    Sein Fazit fällt vernichtend für Rathke aus:
    "Having presented the theory of CQM, the misunderstandings and errors of a critique by Rathke [1] were then addressed. Rathke missed the use of the stability to radiation as the constraint to solve the nature of the bound electron. The requirement that the electron equation of motion obeys a two-dimensional wave equation arises from the constraint that the bound electron does not radiate according to Maxwell’s equations. It does not arise from a Bohr-type condition or some wave-particle duality notion. Nothing is waving including probability.
    The angular charge-density wave functions given by Eq. (31) are solutions of the twodimensional wave equation plus time. Rathke has copied the two-dimensional wave equation incorrectly and reversed the sign of the time differential. His other comments about incurable failures are made moot by this careless error."
    .

    Ob es stimmt was Randell behauptet, nämlich das dieser Zeichenfehler schwere Folgefehler verursacht, kann ich nicht beurteilen (nachrechnen würde bei mir ewig dauern, da ich zum einen eingerostet bin und ein paar Dinge mir zu hoch sind und ich mir dies erst erarbeiten müsste). Auch ist das Papier noch nicht veröffentlicht und von daher noch nicht geprüft (aber wurde am 28.01.08 akzeptiert). Wenn aber das paper das Peer-Review übersteht, wird es spannend. Denn wenn dann eine Publikation erscheint die in etwa on the major miscalculations of A. Rathke oder so heißt, dann wird die Hypothese Randells wohl doch das Intresse des einen oder anderen wecken und es wird nochmals genau nachgerechnet. Was dann passiert? Keine Ahnung, entweder wird die Hypothese in der Luft zerrissen , oder aber es bahnt sich wirklich ein Paradigmenwechsel an, wie zum Beispiel auch Jonathan Phillips im Journal of Applied Physics in einem Kommentar zu einer Kritik meint [[8]]. Also nochmals zur Frage: Genie oder Crackpot? Also ich bin eher optimistisch und vermute ersteres (Achtung nur Spekulation meinerseits [[zwinker]] ). Der Grund dafür ist relativ einfach. Neue Modelle mit der Einführung neuer Postulate gab es schon öfters und dabei auch viele Flops. Aber das jemand ein paar unnötige Sachen streicht und dann auf solch erstaunliche Ergebnisse kommt ist schon einzigartig. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt was die Nahe Zukunft bringt.

    Und was würde nun Albert Einstein sagen? Nun der stand den statistischen Verkünstelungen der Quantenmechanik schon immer skeptisch gegenüber. Und so wäre es gut möglich, das Einstein den Quantenmechanikern posthum die Zunge rausstreckt und sagt:

    "Ich habs euch doch gesagt, der Alte würfelt nicht!"
    [image]


    In diesem Sinne
    Liebe Grüße
    Melethron


    6. Quellen
    Anmerkung: Leider umfasst das Nationallizenzprogramm für Privatperson der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bei dem man sich hier kostenlos anmelden kann, nicht die hier genannten Publikationen. Aufgrund des copyrights kann ich sie auch nicht versenden, da ich keine Garantie habe, dass sie nur zu wissenschaftlichen Zwecken verwenden werden. In einer Uni-Bibliothek dürften diese aber auf jeden Fall zu finden sein. Für Laien dürfte das abstract als Beleg reichen.


    [[1] - PDF S. 18] Antony Sutton: America's Secret Establishment 3. Auflage 2002 S. 2 (PDF S. 18) ISBN 0-9720207-4-8
    [[2] - PDF S. 1] Financial Times 10.5.2006: The atom bombshell that is splitting opinion von Robert Matthews
    [[3] - PDF S. 36] Marchese, Anthony: The Black Light Rocket (BLR) Engine NASA Institut for Advanced Concept (NIAC)
    [[4]] J. Appl. Phys. 92, 7008 (2002); DOI:10.1063/1.1522483
    [[5]] J. Appl. Phys. 96, 3095 (2004); DOI:10.1063/1.1778212
    [[6]] Wikipedia - Geschichte des Heliums
    [[7]] Wikipedia - Myonen-katalysierte Fusion
    [[8]] J. Appl. Phys. 98, 066109 (2005); DOI:10.1063/1.2010617

    PS: Wer die Wiki Quelle nicht akzeptabel findet, soll sich noch ein wenig gedulden. Sobald ich mehr weiß, gibts ein Update mit ausschließlich anerkannten Quellen. Wobei meinem Kenntnisstand entsprechend die zitierten Behauptungen stimmen.
    PPS: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Ich hatte keine Lust es nochmals durchzulesen und hab es nur überflogen.

    

    gesamter Thread:

  • OT - Kalte Fusion, Randell Mills und der Untergang der Unschärferelation - Ein Kurzessay (mvTmvL) - Melethron, 04.05.2008, 08:19

Wandere aus, solange es noch geht.


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