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ZITAT »Es wird die Rechtssicherheit sein, die an allen Ecken und Enden wegbröckeln wird.«

    Auswahlkriterien und Kalkulationsgrundlagen von privaten Krankenversicherungen

    verfasst von CrisisMaven Homepage E-Mail, 09.12.2010, 16:43
    (editiert von Lektor, 02.05.2011, 19:02)

    Auswahlkriterien und Kalkulationsgrundlagen von privaten Krankenversicherungen

    Lebens- und Krankenversicherungen koennen nicht anders, als das tun, was Versicherungen immer tun: Keine "brennenden Haeuser" versichern.

    Bei der KFZ-Versicherung ist jedem klar und wird ohne viel Unmut hingenommen, dass Unfaelle zu Beitragserhoehungen fuehren ("Schadensrabatte"). Dabei ist Voraussetzung, dass das Auto regelmaessig von Sachverstaendigen ueberwacht wird ("TUEV", Dekra) - Autos haben also eine kalkulierbare "Durchschnittsgesundheit", das durchschnittliche Risiko haengt ausschliesslich vom Fahrzeugtyp und Versicherungsort, das individuelle Risiko vom Halter/Fahrer ab.

    Bei der LV und KV sind wir und unser Vorleben sowie unsere Genetik dagegen ein Thema, und wir haben allemal Probleme, uns selbst in die Augen zu sehen. Zudem rennen wir mit der Haltung des Kunden, der ueberall zuvorkommend bedient zu werden erwartet, zu den Versicherungen, und sind enttaeuscht, wenn die, anders als der Media-Markt, unser Geld nicht haben wollen.

    Dabei ist der Gegensatz offensichtlich: Nachdem wir den Media-Markt verlassen, hat der das Geld und wir das Produkt. Ende.

    Bei der Versicherung faengt mit Eingang der Erstpraemie das Geschaeft erst an: wir wollen moeglichst wenig zahlen und moeglichst viel herauskriegen (ganz wie beim Media-Markt), die Versicherung dagegen muss schauen, dass sie an zukuenftigen Zahlungen nicht insolvent wird, ja, schon, dass unguenstige Risiken sie nicht zu solchen zukuenftigen Beitragserhoehungen zwingen, dass ihr die zukuenftige Kundschaft wegen zu hoher Praemien abhandenkommt.

    Gerade Krankenversicherungsvertraege sind so unendlich kompliziert, dass selbst viele Versicherungsvertreter und -makler nicht wirklich auch nur ansatzweise ueberblicken, was sie da verkaufen.

    Ich kann nur kurz darauf eingehen, das Thema haette ein Buch verdient:

    a) Oeffentliche Kranken"versicherung" versus private:

    Eine Sozialversicherung ist keine Versicherung, sie arbeitet nach dem Umlageverfahren - das Risiko der frueher Beigetretenen zahlen die spaeter Beigetretenen. Eine Risikovorkalkulation gibt es nicht. Die oeffentlichen Kassen sind saemtliche insolvent, wenn sie bilanzieren muessten, waeren sie gezwungen, zum Konkursrichter zu gehen (setzte aber voraus, die Risiken zu kennen - tun sie aber nicht, da sie nicht nur keine Risikopruefung vornehmen, sondern auch die laufenden Rechnungen, bis auf Kuren und Heilmittel, nicht bezahlen, das tun naemlich die Kassenaerztlichen Vereinigungen, die nur den Brutto-Sammelbetrag bei den Kassen abbuchen! Die oeffentlichen Krankenkassen haben also deshalb noch jeden medizinischen und epidemiologischen Trend "verschlafen"!). Die jaehrliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze verschleiert, dass die Sozial"versicherungs"-KV (i.W. gesetzliche, Ersatzkassen und Bundesknappschaft) ihre Beitraege um ein Mehrfaches dessen anhebt, was die privaten tun. 1996 bis 2006 stiegen die Beitraege der oeffentlichen "Versicherungen um ca. 1.000 % pro Kopf", die vergleichbarer Tarife, dennoch mit Privatbehandlung und weit besseren Leistungen, namhafter grosser Privatversicherungen um nur 400% im gleichen Zeitraum. Dabei wird verschleiert, dass private KV grundsaetzlich wesentlich billiger waeren als die oeffentlichen, wenn, ja, wenn, sie jederzeit junge Gesunde aufnehmen duerften. Es ist durchaus moeglich, dass ein junger gesunder Mensch mit 20 Jahren um die 100 Euro bezahlt, und diesen Beitrag in absolutem Gegenwert berechnet (s.u. Beitragsanpassung) bis zu seinem Tode mit vielleicht 90 Jahren beibehielte!

    b) Die Beitragskalkulation der PKV:
    Im Wesentlichen setzen sich deren Kosten aus drei Komponenten zusammen:
    - den Verwaltungs- und Abschlusskosten (diese sinken tendenziell mit den Jahren bei gut gefuehrten Unternehmen durch Rationalisierungsgewinne).
    - den direkten Krankheitsaufwendungen
    - den Alterungsrueckstellungen.
    Letztere sind auch nichts anderes als Krankheitsaufwendungen, tragen aber der statistischen Tatsache Rechnung, dass im Alter hoehere Leistungen abgefordert werden als in juengeren Jahren. Will man den Beitrag konstant halten, so muss man berechnen, wie viel fuer das Alter verzinslich zurueckgelegt werden muss. Tut man dies grosszuegig (im Rahmen der gesetzlichen Beschraenkungen - es lebe die Regulierung), so bleiben die Beitraege auch bei unvorhersehbaren Epidemien konstant. Eine gute Krankenversicherung zahlt wegen dieser Zinsgewinne ueber 100% der eingenommenen Beitraege wieder an die Versicherten aus! (Die Debeka in guten Jahren ueber 106%!)
    Von Geldschneiderei bei den Privaten kann da nun wahrlich keine Rede sein.
    "Gesetzliche" (schoene Gesetze sind mir das!) zahlen 80% bis 90% aus, den Rest verblasen sie auf Werbung, nicht-gesundheitsbedingte Nebenleistungen und einen extrem hohen Verwaltungsaufwand, der mangels Konkurrenz auch nie schrumpft, immer nur waechst, wie bei buerokratischen Institutionen generell.

    c) Beitragsanpassungen der PKV:
    Warum passen dann die PKV auch immer mal wieder ihre Beitraege nach oben an?
    Weil die Beitraege mit konstanten Kosten kalkuliert werden. Da wir aber dank Trichet, Weber und Bernanke in einer Inflationswirtschaft leben, steigen die Preise medizinischer Dienstleistungen und pharmazeutischer Produkte fast staendig. Es sind diese unvorhersehbaren Kostensteigerungen, und nur diese, die zu den Beitragserhoehungen fuehren. Nun koennte man argumentieren, dass die PKVen auch diese statistisch, wie die steigenden Gesundheitskosten im Alter, antizipieren und "einpreisen" koennten. Richtig, koennten sie, wuerden manche sicher auch gerne, aber da ist der Gesetzgeber mit seinen Vorgaben vor und die Konkurrenz - ehrlich: Wer wuerde den (wesentlich!) teureren, aber angeblich preisinflationsstabilen Tarif waehlen? Es waeren zuwenige, siehe "Vergreisung" und "Risikomischung".

    Zwischenergebnis:

    1) Private Krankenversicherungen werben ebenso um Kunden wie Media-Markt, Saturn, Aldi und Lidl. Ihnen vorzuwerfen, sie vergraulten Kunden mit uebertriebenen Risikopruefungen und -aufschlaegen mutwillig, hiesse, die Logik der Marktwirtschaft auf den Kopf zu stellen. Und wenn: Damit schadete sich die jeweilige Gesellschaft nur selbst und stuerbe mangels Neukundschaft aus.

    2) Ihre Beitraege sind, einmal beigetreten und bei Gesellschaft und Tarif geblieben, grundsaetzlich stabil. Preiserhoehungen sind grundsaetzlich allein der Preissteigerung im Gesundheitswesen geschuldet. Diese liegt allerdings dank staatlicher Regulierung und Intervention, deutlich hoeher, als der allgemeine Preisauftrieb. Dass das ein staatlich verursachtes Phaenomen ist, sieht man an den wenigen Beispielen nicht-versicherter Leistungen, etwa dem Augenlasern - dieses wird staendig besser und billiger. Aehnliches sehen wir derzeit auch in der privaten Raumfahrt (Vorlaeufer OTRAG existierte schon in den siebziger Jahren) oder beim Vergleich von Craig Venter und dem Genome Project.

    3) Private versichern kann billiger sein als selber zahlen
    Stellen wir mal die hypothetische Ueberlegung an, Herr Mueller sei exakt so krank wie der Bevoelkerungsdurchschnitt (und unterstellt, im jeweiligen Abrechnungsverband, s.u., sei dieser Durchschnitt auch abgebildet), so koennte Herr Mueller seine Rechnungen stets selber bezahlen oder dies ueber den Umweg einer PKV tun. Nur dann, wenn wir Herrn Mueller auch zutrauen, sein Geld mindestens genauso gut anzulegen wie ein grosser Versicherungskonzern, wird er auch nur ungefaehr so viel bezahlen wie als Versicherter. Ob er aber, abzueglich seiner eigenen Verwaltungskosten, sprich Arbeit mit seinen medizinischen Anbietern, dann immer noch 6% erzielt (vgl. die besten PKVen, die 106% der eingezahlten Beitraege wieder ausschuetten)?

    4) Eine PKV prueft eingereichte Rechnungen auf Schluessigkeit und medizinische Angemessenheit. Das alles setzte bei Herrn Mueller ein enormes Fachwissen voraus; vermutlich ist er Literaturwissenschaftler, Kraftfahrer oder Metzgermeister und gar nicht in der Lage, zu durchschauen, was die Aerzte und Kliniken ihm da abrechnen - in einer arbeitsteiligen Gesellschaft uebernimmt das der Versicherer. Auch diese Pruefungen fehlen bei den oeffentlichen Kassen, da diese die (Ab-)Rechnungen nie zu Gesicht bekommen und nur an die K(Z)AEVen zahlen - daher auch der um sich greifende Abrechnungsbetrug.

    Halten wir also fest: In einer privat geregelten Versicherungswirtschaft gibt es theoretisch nur Gewinner - wenn da nicht die Testzeitschriften und die unerfahrenen (darum schreibe ich den Artikel) Verbraucher waeren.

    Kommen wir nun langsam zu dem, was Dich (und vermutlich viele andere) eigentlich interessiert:

    Kriterien fuer einen guten PKV-Tarif und -Versicherer
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    d) Risikomischung und statistische Basis
    Eines ist klar: Wuerden alle Einwohner eines Staates bei genau einer Versicherung zu nur einem Tarif, also mit absolut gleichen Leistungsanspruechen, versichert, so wuerde diese "Versicherten"-Gruppe genau das durchschnittliche Risiko der Gesamtbevoelkerung abbilden.
    Die Regel ist aber, dass nicht alle bei einer versichert sind. Eine Versicherungsgesellschaft muss nun versuchen, sich aus den Antragsteller(inne)n fuer ihren jeweiligen Tarif diejenigen herauszusuchen, die nicht durchschnittlich kraenker sind als die Gesamtbevoelkerung, denn hierfuer liegen ihr Statistiken und Kalkultionsgrundlagen vor.
    Daraus folgt, dass sie jeden einzelnen Antragsteller auf "Herz und Nieren" prueft, denn die menschliche Kauflaune ist nun mal so, dass der Kunde sich dann versichern will, wenn er merkt, "es beginnt zu zwacken". Diese "brennenden Haeuser" sind nicht versicherbar - man muss sie abweisen, auch wenn gleich das Geschrei von der Hartherzigkeit losgeht.

    e) Aufnahmepolitik der PKV ein sozialpolitisches Artefakt:
    Die PKV ist aber nicht herzloser als der Rest der Menschheit, jedenfalls nicht mehr als die KFZ-Versicherung. Jeder KFZ-Versicherte Mueller wuerde lauthals schreien, wenn sein Nachbar Meier auch nach dem dritten selbstverschuldeten Unfall immer noch den gleichen Beitrag zahlte. Messerscharf wuerde Mueller argumentieren "dem bezahle ich sein riskantes Fahrverhalten mit, das sehe ich gar nicht ein!".
    Aha, interessant, aber wenn derselbe Meier raucht, saeuft und ohne Kondom herumhurt, keinen Sport (oder Extremsport!) treibt, was soll Mueller dann tun - "Maul halten und zahlen"? Solidaritaet ist immer nur fuer die, die es nix kostet, etwa die Politiker und Beamten, die alle nicht in die Solidarversicherung einzahlen und daher gut reden haben. So eine Unverfrorenheit wie von Roesler oder Seehofer findet man sonst nur noch bei Zuhaeltern!
    Wie waere es denn, wenn eine private Krankenversicherung anderweitig als ueber Risikopruefung sicherstellen koennte, dass ihre Versichertengemeinschaft in etwa dem Gesamt-Bevoelkerungs-Durchschnittsrisiko entspraeche? Geht nicht, gibt's nicht! Das geht und wird auch praktiziert: Eine gute PKV nimmt neugeborene Kinder, deren Elern bei ihr versichert sind, ohne Risikopruefung auf, wenn die Anmeldung binnen zwei Monaten nach Geburt geschieht. Da gibt es kein Risiko, das die Eltern selektiv zur Antragstellung veranlasst haben koennte.
    Und dieses Kind zahlte vermutlich ca. 50 Euro im Monat, so dass eine vollversicherte neunkoepfige Familie mit sieben Kindern bei weit besseren Leistungen immer noch billiger dran waere als in der "gesetzlichen", obwohl fuer jeden der neun ein Beitrag anfaellt, als eine familienversicherte Familie, bei der nur ein Beitragszahler den GKV-Hoechstbeitrag zahlt!
    Die "Sozial""versicherung" ist wesentlich schlechter als die PKV!
    Warum kann das die PKV in der Realitaet nicht?
    Weil sie nur Versicherte abbekommt, die bereits alt sind, denn Angestellte duerfen sich erstmals dann bei ihr versichern, wenn sie die Beitragsbemessungsgrenze ueberschreiten. Viele sind dann bereits weit jenseits der dreissig, viele vierzig oder fuenfzig Jahre alt ... und die ersten Krankheiten, fuer die in jungen Jahren ansonsten Rueckstellungen gebildet worden waeren, sind nun ausgebrochen. Erbkrankheiten, die bei Geburt ungeprueft geblieben waeren, sind nun manifest usw. Kann man das der PKV vorwerfen?
    Was hat die GKV davon - auch sie leidet unter diesem Unsinn. Denn so behaelt sie, ohne dass es die boese Absicht der GKV waere, die "schlechten" Risiken, die bereits "brennenden Haeuser".
    Eine Koexistenz von GKV und PKV gibt es schlicht nicht - die GKV gehoert abgeschafft.

    Ja, aber, aber, die Risiken?

    Nun, wenn alle Menschen ab Geburt privat versichert wuerden, gaebe es, s.o. keine Risikopruefung. Dann wuerden ab dem ersten Lebensmonat Altersrueckstellungen gebildet und im Alter kostete die Versicherung monatlich (zu heutigen Preisen) immer noch nur ca. 50 Euro pro Kopf. So aber werden fuer Kinder keine Altersrueckstellungen in der PKV gebildet, da diese Kinder i.d.R. ins Angestelltenverhaeltnis wechseln und daher pflichtversichert werden. Waere das anders, wuerde ein Kind vielleicht 5 Euro/Monat Altersrueckstellung einzahlen, wo ein 60-jaehriger, wenn er sich endlich privat versichern darf, hunderte Euro im Monat aufwenden muss.

    f) "Vergreisung" von Tarifen in der PKV
    Nun, es gibt bekanntlich gute und schlechtere Versicherer.
    Die wichtigsten Kriterien fuer die Tarifauswahl sind:
    1) Wie viele Mitglieder sind mit mir zusammen im gleichen Tarif?
    2) Wie lange besteht der Tarif schon?
    Diese Kriterien haben es in sich und ich koennte die ganzen Testzeitschriften (dm, Finanztest usw.) ununterbrochen in den Hintern treten dafuer, dass sie (fast) ausschliesslich Anfangspreise von neuen Tarifen vergleichen und propagieren.
    Selbst wenn ein Tarif "billig" ist und diesen Kriterien nicht genuegt, ist er langfristig teuer und wird vermutlich geschlossen; aber wenn ein (vermeintlich) "teurer" Tarif diesen Kriterien genuegt, wird er in Zukunft billiger sein als andere und bestehen bleiben bis man selbst das Leben aushaucht (es sei denn, die Politik toetet ihn, was leider zu erwarten steht).

    Worauf es bei der PKV-Tarifwahl (fast) ausschliesslich ankommt.
    Ein Tarif ist ein Abrechnungsverband. Wer im jeweiligen Tarif krank wird, dessen Krankheitskosten werden von allen anderen Tarifmitgliedern getragen, aber nicht von den uebrigen Versicherten derselben Gesellschaft!!!

    Wenn ein Tarif zu wenige Mitglieder hat, und ein paar schwer krank werden, dann steigen dessen Praemien extrem stark an (denn ausser den Preissteigerungen werden die nicht vorhergesehenen Krankheitskosten umgelegt - die es aber bei guter Risikomischung gar nicht geben duerfte - sie sind ausschliesslich Resultat zu geringer Kopfstaerke und/oder zu laxer, d.h. zu riskanter Aufnahme-Politik, siehe auch weiter unten).

    Wem der Beitrag zu hoch wird und wer noch gesund genug ist, um wechseln zu koennen, der verlaesst den Tarif. Zurueckbleiben aeltere und kraenkere, die den Wechsel nicht mehr schaffen.

    Wenn der Tarif konkurrenzunfaehig teuer wird, wird der Abrechnungsverband/Tarif endgueltig fuer Neuzugaenge geschlossen. Der Tarif vergreist (Fachsprache).

    Nun, was macht der (unehrliche!) Versicherer? Er legt einen neuen Tarif auf, der wieder nur junge, gesunde, Menschen aufnimmt, von den Testzeitschriften beste Noten bekommt und wieder laufen dem Rattenfaenger scharenweise neue Mitglieder zu, bis sie gefangen sind, die Beitragserhoehungen beginnen und der Tarif geschlossen wird. Und der uebernaechste kriegt bestimmt noch bessere Noten von Finanztest!

    Ueberlegt man all das, wird einem klar, dass "Innovationen" am PKV-Markt nix verloren haben. Der beste Tarif waere der, der seit hundert Jahren schon besteht, fuenf Millionen Mitglieder hat und in den alle neugeborenen Kinder nachwachsen wuerden.

    Das Nachwachsen hat der Staat erfolgreich verhindert, der Risikoausgleich durch stets neue Mitglieder spielt sich ausschliesslich auf dem Sektor der Beamten (Beihilfeergaenzungstarife), Selbstaendigen und der Beitragsbemessungsgrenze entwachsenen aussertariflichen und leitenden (damit meist aelteren) Angestellten ab.

    The good, the bad and the ugly ...

    Und nun gibt es gute und schlechte Versicherer. Ich persoenlich halte die Debeka Koblenz VVaG fuer die mit Abstand beste, wuerde aber jemanden, der bereits bei der DKV aufgenommen und zufrieden ist, auch nicht zum Wechsel raten.

    Nun gibt es aber nicht nur die Versicherer, die permanent neue, hochgejubelte Tarife auflegen, die aufgrund der gesunden, jungen Risiken niedrig kalkuliert werden koennen, nur um beim ersten teuren AIDS- oder Bluterfall dann geschlossen zu werden, es gibt noch weit gefaehrlichere und noch "erfolgreichere" Versicherer: Die druecken selbst bei der Risikopruefung alle Augen zu und nehmen auf, was sie kriegen koennen. Das generiert hohe und vor allem leicht verdiente Provisionen fuer den Aussendienst (es macht ja wenig Spass fuer einen Vertreter, wenn er wochenlang mit einem Antragsteller rummacht, nur um den Antrag am Ende abgelehnt zu kriegen - ein weiteres Argument dafuer, dass der Vertreter und der Versicherer das bestimmt nicht aus "Gewinnstreben" machen!).

    Nun, die letztgenannten Verscherer haben ein ganz tolles Geschaeftskonzept: Die sind nur dazu da, Provisionen fuer den oft in MLM-Systemen organisierten Aussendienst zu generieren, und hohe Stornoquoten sind beabsichtigt! Denn, wer ein, zwei Jahre dabei bleibt, noch kaum oder gar keine Rechnungen eingereicht hat, dessen Vertreter aber seine Provision nach Ablauf der Stornohaftung sicher hat, und der dann dem Unternehmen den Ruecken kehrt bei einem zu niedrig kalkulierten Tarif, der spart dem Unternehmen ja Geld! Das sind die uebelsten Versicherer, sie verderben den Ruf der ganzen Branche, machen aber nicht nur satte Gewinne, werden von Testzeitschriften immer mal wieder gelobt, sondern sind auch noch die "Retter in der Not" fuer die Antragssteller, die woanders abgewiesen wurden - hier werden sie aufgenommen, empfehlen die Gesellschaft weiter usw., denn sie wissen nicht, was sie tun!

    (Der Verfasser ist uebrigens nicht krankenversichert und kann daher ganz ohne finanzielle Interessen schreiben.)

    ---
    Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
    Atomkraft | in English


    gesamter Thread:

  • Welche Private Krankenversicherung ist zur Zeit empfehlenswert? - Herb, 09.12.2010, 13:21

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