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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    Sligo

    03.12.2019, 00:09
     

    Zur Nacht: Neues von den Flaschensammlern

    Ohne Kommentar 30min

    https://www.ardmediathek.de/swr/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExNzgwMjM/armut-neues-von-den-flaschensammlern

    Gute Nacht...

    Ostfriese

    03.12.2019, 10:26

    @ Sligo

    Zum Tag: Altes von George Bataille – Jean Baudrillard – Eduard Lüning

    Hallo Sligo

    > Ohne Kommentar 30min

    Ohne Kommentar, aber mit dem Versuch zur vielleicht besseren Einordnung deines Postings erlaube ich mir, einige Inhalte aus meinen früheren Beiträgen in Erinnerung zu rufen.

    Georges Bataille hat schon in Der verfemte Teil das Prinzip der 'unproduktiven Verausgabung' formuliert, das viel umfassender ist als das knausrige Gesetz der Produktion und des Profits, das wir als Kennzeichen einer wohlgeordneten Ökonomie betrachten. Nach Bataille entsteht dort, wo produziert wird, auch Überschuss, der dazu drängt, verausgabt, verschwendet, ja zerstört zu werden – "willentlich oder nicht, in glorioser oder katastrophischer Form". Das kann in einem rauschhaften Fest oder in dessen Negation – dem bisweilen nicht weniger rauschhaften Krieg – stattfinden.

    Dieses Gesetz meint er auch im rituellen Potlatsch der Kwakiutl-Indianer nachzuweisen – einem exzessiven Fest des gegenseitigen Beschenkens, das bis zur Zerstörung ganzer Reichtümer ging.

    Die Müllberge, der Dreck, die Verausgabung der Kräfte und der Werte und das selbstzerstörerische Leben der Medienstars (Amy Winehouse) als Gesten der Verschwendung ('Polterabend' in Meißen) sind auch für Jean Baudrillard Zeichen des Reichtums unserer Gesellschaft, um uns unserer eigenen Vitalität und Kraft zu vergewissern – Verausgaben hat für ihn die Bedeutung von Verschwendung. Auf der Seite 64 ist zu lesen:

    "Alle Gesellschaften haben seit jeher verschwendet, vergeudet, verausgabt und über das unbedingt Notwendige hinaus konsumiert – aus dem einfachen Grund, dass sich das Individuum wie die Gesellschaft im Verbrauch eines Überflusses, von etwas Überflüssigem nicht nur als existent, sondern als lebendig erleben."

    Eduard Lüning schreibt und sagt: "Mit Dosenpfand zum Wohnmobil"

    Wir leben mit dem Dreck, dem Abfall und dem Müll in einer Überflussgesellschaft des Konsums, weil wir unersättlich sind – und fühlen uns wohl dabei.

    Gruß – Ostfriese

    Silke

    03.12.2019, 14:55
    (editiert von Silke, 03.12.2019, 15:36)

    @ Ostfriese

    Ausgangspunkt ist ja stets die notwendige (Erst-) und immer weitere (Neu-)Verschuldung eines Systems

    "Staaten ohne Schulden (= Vorfinanzierung des Machtapparates) nicht definierbar und in der Geschichte - sub summa aller - noch nie gesehen."
    @dottore

    Schöner Text, lieber Ostfriese,
    wie immer [[top]]

    jedes debitistische System startet immer erst mit Verschuldung (nie mit Vermögen).
    Diese erst führt zu Produktion/Handel/Krieg auf der Nachschuldnersuche oder eben gleich über die Abkürzung Raub, so wie es halt die Macht macht (Abgabenerhebung ex nihilo startet alles).

    > Ohne Kommentar, aber mit dem Versuch zur vielleicht besseren Einordnung
    > deines Postings erlaube ich mir, einige Inhalte aus meinen früheren
    > Beiträgen in Erinnerung zu rufen.

    Immer wieder gerne.[[herz]]

    > Georges Bataille hat schon in Der verfemte Teil das Prinzip der
    > 'unproduktiven Verausgabung' formuliert, das viel umfassender ist als das
    > knausrige Gesetz der Produktion und des Profits, das wir als Kennzeichen
    > einer wohlgeordneten Ökonomie betrachten. Nach Bataille entsteht dort, wo
    > produziert wird, auch Überschuss, der dazu drängt, verausgabt,
    > verschwendet, ja zerstört zu werden – "willentlich oder nicht, in
    > glorioser oder katastrophischer Form". Das kann in einem rauschhaften Fest
    > oder in dessen Negation – dem bisweilen nicht weniger rauschhaften Krieg
    > – stattfinden.

    Ursache:
    Start eines urschuldigen Systems, das Vorfinanzierung simulieren und Nachschuldner zwingen muss.

    Folge:
    - Produktion/Handel/Krieg (Nachschuldner stellen und Abgabeerhebung zur Besicherung der Aufschuldung des Systems),
    - Zunahme von Verschuldung, Vermögen, Komplexität und Kritikaltät,
    - Zunahme von Zugriffsoptionen auf mehr Potential und auf mehr Ressourcen und Vernichtung derselben,
    - Zunahme der zedierbaren Macht im ZM-System und immer weitere Konsolidierung des Machtkreislaufes,
    - Zunahme der scheiternden Altschuldner die keine Nachschuldner mehr finden (fallieren mit Ausbuchen von Schulden)und der Verschwendung (Konsum)
    -> das ganze endet in einem ständigen Hick-Hack zwischen konkurrierenden und kooperierenden ZMS verschiedenster Art, die fleissig Fission und Fusion betreiben bis entweder:
    - die Nachschuldner ausgehen,
    - die Ressourcen ausgehen,
    - die Komplexität und Verschuldung nicht mehr händelbar ist und...
    ...das Systemkonglomerat mit einem grossen Knall simplifiziert (nach Joseph Tainter).
    Gerne auch noch mit diktatorisch-imperatorischer Zwischenstufe (Demokratien->Militärdiktaturen), die dann aber genau so zerfliegt.

    Historisch haben wir gelernt, dass das alles auf Teufel komm raus verhindert werden muss:
    Alle garantieren allen alles und alle wissen das und alle wissen aber auch, dass das gar nicht geht (Vertrauen).
    Vertrauensverlust = globaler Zusammenbruch und Neuanfang auf deutlich niedrigem und ziemlich anderem Level (Stoneage Reloaded), wie bei allen anderen Lebewesen auch (nimm nur mal ein Carrington-Ereignis oder einen Yukatan-Meteor oder einen Yellowstone-Ausbruch in heutigen Tagen).
    Da sind die Grünen Pupse aber ziemlich zügig ziemlich unwichtig.
    Historisch kam immer erst die Erwärmung der Ozeane und dann das pöse CO2 (Vostok-Eiskerne usw.) oder eben Methan und sonst was, wenn es denn die Sonne so will.

    Die Menschheit mit ihren verschiedenen ineinander greifenden Zentralmachtsystemen ist in Gesamtheit ein Ordnung im Chaos schaffender Prozess "autopoietischer", dissipativer Strukturen (Systemelemente) unter dem Einfluss äusserer formender Potentialstrukturen (Zentralmacht). Alles ist Derivat der Sonnentätigkeit/Geothermie.

    "Eine Systemanalyse kann erst gelingen, wenn man sich der Tatsache bewusst wird, dass es keine Handlung (aktive Potenz) ohne Fähigkeit (Potential, Macht) gibt. Diese Erkenntnis erfordert es, nach der Herkunft der Potentiale zu fragen. So wie man es bei jeder Potentialanalyse (Machtanalyse) macht. Das Zentralmachtsystem in welchem wir alle aktiv sind (handeln), es basiert eben auf Befähigungen der Individuen (Macht- / Potentialzessionen), nicht auf einer von der Zession unabhängigen "Fähigwerdung der Individuen" (Die Macht ist mit Dir!).
    Eine Anzahl von Individuen als "autopoietischer Schmarrn" ist eine Simulation, die über die für die Entstehung und Eingrenzung der Individuen notwendigen Machtstrukturen und deren Fortentwicklung hinwegtäuscht.
    Die Menschen sind Getriebene der Zentralmacht. Diese Ohnmachtstellung, deren Fundament (nicht Ursache!) die Abgabe ex nihilo bildet, sie erstickt bei genauer Überlegung jede trügerische Sehnsucht nach einem pseudointellektuellen Prozess der Selbsterschaffung (Autopoiesis).
    Ich hatte schon erklärt, dass es keine roten Potentialpfäden zwischen den aktiv werdenden Individuen gibt, sondern dass alles Potential, welches das Individuum nach der gewaltsamen Unterwerfung abgetreten bekommen hat, immer und ausschließlich einen zentralinstanziellen Bezug aufweist, egal wie mächtig und widerstreitend wir uns während dieser Zession auch fühlen. In der Wirtschaft wartet in Bezug auf das Gesamtsystem keine "wahre Macht" auf, sondern nur Machtzession.
    Erst durch den zentralinstanziellen Bezug entsteht die Masse der Individuen, erfolgt die Eingrenzung von ursprünglich akephalen und egalitären Gemeinschaften (keine Individuen) bzw. erster Segmente mittels gewaltsamer und betrügerischer Zerschlagung in die Potential- und Handlungsräume der Zentralmacht."
    http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=420241

    > Dieses Gesetz meint er auch im rituellen Potlatsch der Kwakiutl-Indianer
    > nachzuweisen – einem exzessiven Fest des gegenseitigen Beschenkens, das
    > bis zur Zerstörung ganzer Reichtümer ging.

    Ja.

    > Die Müllberge, der Dreck, die Verausgabung der Kräfte und der Werte und
    > das selbstzerstörerische Leben der Medienstars
    > (Amy
    > Winehouse) als Gesten der Verschwendung
    > ('Polterabend'
    > in Meißen) sind auch für Jean Baudrillard Zeichen des Reichtums
    > unserer Gesellschaft, um uns unserer eigenen Vitalität und Kraft zu
    > vergewissern – Verausgaben hat für ihn die Bedeutung von
    > Verschwendung.

    Das sind alles Folgen von Ursachen und nicht umgedreht.

    > Auf der
    > Seite
    > 64 ist zu lesen:
    >
    > "Alle Gesellschaften haben seit jeher verschwendet, vergeudet,
    > verausgabt und über das unbedingt Notwendige hinaus konsumiert – aus dem
    > einfachen Grund, dass sich das Individuum wie die Gesellschaft im Verbrauch
    > eines Überflusses, von etwas Überflüssigem nicht nur als existent,
    > sondern als lebendig erleben."


    Er ist kein Debitist. Er hat es nicht verstanden.
    Es geht stets um Verschuldung und nicht um Verschwendung.

    > > ">Eduard Lüning schreibt und sagt:
    > "Mit Dosenpfand zum
    > Wohnmobil"
    >
    > Wir leben mit dem Dreck, dem Abfall und dem Müll in einer
    > Überflussgesellschaft des Konsums, weil wir unersättlich sind – und
    > fühlen uns wohl dabei.

    Nein, nein...
    Auf der Ebene der Thermodynamik erklärt verschaffen sich dissipative Systeme Exergie, entfalten sich dabei und müssen Entropie (Schulden und Müll) exportieren (Nachschuldner in "weit weit weg" und in "später und morgen"), sonst gehen sie unter.
    Wir wollen das nicht - wir müssen als urschuldige Systeme, weil wir, sobald wir in der Welt sind, unsere Existenz per Nachschuldnerstellen in Raum und Zeit (ja, ich weiss, das sind nur Konstrukte) verteidigen müssen.

    Das kann man auch mit der von dir und @Ashitaka[[herz]] früher angesprochenen Frequenzialmacht-Theorie erklären.
    Dann kann aber leider niemand hier mehr folgen.[[sauer]]

    @dottore noch einmal ein bisschen sortierend:
    Ein Wirtschaften ohne Staat ist nicht vorstellbar: Besicherung von (Unter-)Eigentum plus Erfüllung von Kontrakten. Hat mit "Wirtschaftsaktivitäten" zunächst nichts zu tun, ist vielmehr die Grundvoraussetzung jedes Kapitalismus. Oder was würde die Kapitalistenklasse ohne Staat machen? Sie gäbe es gar nicht. Etwas anderes sind Staatsaktivitäten im Rahmen des privatwirtschaftlichen debitistischen Prozesses. Das öffentlich-rechtliche Gebilde tritt in "Krisen" ein, d.h. ersetzt die ansonsten privat erscheinenden Nachschuldner (Keynesianismus). Geld ist ebenfalls ein Macht-Derivat. Die Macht ("Herrscher", "Staat") kann als einzige Entität Schulden (Abgaben) ex nihilo in die Welt setzen.
    Der Mainstream kennt das Konzept in der Regel nicht, da er fest ans Tauschparadigma glaubt (Geld = Tauschmittel) und über das, was aus Schuldverhältnissen automatisch resultiert, weil Zeit abläuft, nicht nachgedacht hat (Geld = Schuldendeckungsmittel - oder was geht bei der derzeitigen Kreditkrise ab? Wird/wurde da etwa Geld nicht "richtig" getauscht? Oder fehlt es gar, um bestehende Kreditverhältnisse termingerecht zu erfüllen?)
    Die künftige Entwicklung ist ziemlich einfach abzusehen: Treffen genügend (summenmäßig) Nachschuldner ein (inkl. ZBs und Staaten, siehe USA mit dem 180 Mrd "Konjunkturpaket"), geht's weiter. Falls nicht, geht's nicht weiter.
    Was ist eigentlich eine "Finanzkrise"? Doch wohl etwas, das sich ereignet, falls "Geld fehlt". Da alles Geld nur über Schuldverhältnisse definierbar ist (Schuld-/Kreditgeld), muss es wohl de facto et jure an "new credits" fehlen.
    Urschuld hat mit dem Termin zu tun (der auch nicht groß definiert werden muss). Existieren Schulden (Verpflichtungen o.ä.) und werden diese nicht zum Termin bedient, geht der Schuldner unter - es sei denn es existieren keine Sanktionen, was bei Nichtbedienung der Urschuld nicht vorstellbar ist. Die Sanktion ergibt sich aus den bekannten physischen Gegebenheiten des Lebewesens Mensch.
    Zusammenbruch kommt, sofern es nicht zu "new credits" kommt. Dann reißt der Kettenbrief. Kredite werden zuerst notleidend (non performing), dann ausgebucht.
    Produktionen muss vorfinanziert werden, jedemfalls die am Markt realisierten immer, da die Faktorkosten des Unternehmens nicht ausreichen, um das Hergestellte inkl. Zins und Gewinn vom Markt zu nehmen.
    Wachstum (gesamtwirtschaftlich) ist keine Prämisse, sondern die Folge vorhandener Verschuldung (gesamtwirtschaftlich).
    Der Fehler von H/St ist der Ausgangspunkt: Sie gehen von Eigentum "als solchem" aus, das belastet wird. Ich von ertragbringenden Eigentum.
    Der ist ganz simpel. Existente (Kontrakt-)Schulden bedingen Nettoneuverschuldung.
    Grundsatz: Es fehlt IMMER Geld (Schuldendeckungsmittel).
    > wenn Bernanke und Co. jetzt mit der Nummer
    > durchkommen sollten, dann hilft kein Lamentieren und kein Theoretisieren.
    > Dann haben die recht, und wir nicht ...“
    Sie treten als (kurzfristige) Netto-Neuschuldner auf. Stoppen sie Morgen ihre Aktionen - was passiert dann Übermorgen?
    http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=18183

    Liebe Grüße
    Silke

    PS. Richtig so, nicht aufgeben...[[herz]]
    PPS. Hast du hier absichtlich nicht geantwortet?
    Euer sicher richtiges Konzept (es gibt nur "Wirkung" und keine "Dinge")ist halt für Apfelpflücker wie mich sehr schwer fassbar und dann anderen Apfelpflückern noch weniger vermittelbar.

    ---
    "Es ist zu spät, das war es schon immer, und das wird es immer sein.“
    Watchmen – Die Wächter
    https://www.youtube.com/watch?v=z3EQqjn-ELs
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=250729

    Oblomow

    E-Mail

    Leipzig,
    03.12.2019, 23:00

    @ Ostfriese

    Überfluss

    Hallo @Ostfriese,

    bei Deinen Beiträgen kommt man immer zum Denken.

    Ich erinnre mich an einen Hotelbesuch in Bonn. Ich war da anlässlich eines Praktikums bei der Telekom vor zwanzig Jahren in einem sehr guten Hotel einquartiert.

    Morgens, wenn ich ein Croissant und einen Kaffee zum Frühstück vom Riesenbuffet auswählte (ich hasse Buffets), beobachtete ich immer die Araber, die sich Massen an Lebensmittel nahmen und auf ihren Tisch stellten. Dann saß die Großfamilie drum herum und nahmen nur wenig weg. Wenn die dann gingen, hinterließen sie ein Schlachtfeld. 90% der Lebensmittel standen da rum und wurden sofort entsorgt. Ich war erstaunt bis verärgert, andererseits ist die Masse des Buffets sicherlich auch in den Müll gewandert.

    Schönen Advent
    Oblomow

    ---
    "In Wirklichkeit erkennen wir nichts; denn die Wahrheit liegt in der Tiefe." - Fragment 117

    (griechisch: "ἐτεῆι δὲ οὐδὲν ἴδμεν· ἐν βυθῶι γὰρ ἡ ἀλήθεια")

    Demokrit

    Mephistopheles

    Datschiburg,
    04.12.2019, 01:11
    (editiert von Mephistopheles, 04.12.2019, 01:16)

    @ Oblomow

    Schuld hat nur die EU

    > Hallo @Ostfriese,
    >
    > bei Deinen Beiträgen kommt man immer zum Denken.
    >
    > Ich erinnre mich an einen Hotelbesuch in Bonn. Ich war da anlässlich
    > eines Praktikums bei der Telekom vor zwanzig Jahren in einem sehr guten
    > Hotel einquartiert.
    >
    > Morgens, wenn ich ein Croissant und einen Kaffee zum Frühstück vom
    > Riesenbuffet auswählte (ich hasse Buffets), beobachtete ich immer die
    > Araber, die sich Massen an Lebensmittel nahmen und auf ihren Tisch
    > stellten. Dann saß die Großfamilie drum herum und nahmen nur wenig weg.
    > Wenn die dann gingen, hinterließen sie ein Schlachtfeld. 90% der
    > Lebensmittel standen da rum und wurden sofort entsorgt.

    Vor 20 Jahren? Da haben es wahrscheinlih noch die Schweine bekommen. Ewig schade, dass du das nicht wusstest. Ich stelle mir gerade die Gesichter der Arraber vor, wenn du ihnen erzöählst, alles, was sie nicht aufessen, bekommen hierzulande die Schweine.
    Leider wurde diese jahrhundertelang übliche Praxis im Jahr 2006 von der EU verboten.

    Ich war erstaunt
    > bis verärgert, andererseits ist die Masse des Buffets sicherlich auch in
    > den Müll gewandert.

    nicht vor 20 Jahren, s.o.

    > Schönen Advent
    > Oblomow

    Gruß Mephistopheles

    ---
    „Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an: Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland. Sie werden dann treulos gegen die guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frauen

    Mephistopheles

    Datschiburg,
    05.12.2019, 13:13
    (editiert von Mephistopheles, 05.12.2019, 13:20)

    @ Silke

    Was ist Schuld?

    Ausgangspunt für meine Frage ist folgende Feststellung:

    Ausgangspunkt ist ja stets die notwendige (Erst-) und immer weitere (Neu-)Verschuldung eines Systems

    Stellen wir uns mal vor: Da kommt einer [image] in der Hand, pflanzt sich vor einem [image] auf, zückt die Waffe (Sanktionsandrohung) und erklärt: Ihr seid es mir schuldig, mir morgen einen Morgen [image] Acker pflügt.
    Daraufhin erwidern die Ochsen: ???.

    Frage: Sind die Ochsen jetzt schuldig?
    Erstens gibt es Ochsen in der Natur sowieso nicht, zweitens kämen sie niemals auf die Idee, ein Feld zu pflügen und drittens kommen Pflüge (und Felder) in der Natur nicht vor. Die Feststellung einer Schuld ist also sinnlos.

    genau dasselbe ergibt sich, wenn derjenige. der über eine Pistole verfügt, einen Jäger und Sammler auffordert, ein Feld zu pflügen. Der Nomade versteht ihn einfach nicht, weil weder kennt er pflüge noch Felder noch kennt er Mehl.

    Was ist also erforderlich, damit eine Schuld entstehen kann?

    These: Schuld entsteht erst aufgrund der erbrachten Vorleistung. Stiere müssen kastriert werden, Pferde domestiziert, Metallbearbeitung muss erfunden und die Wildnis gerodet werden. Ohne diese Vorleistung keine Schuld und somit auch keine Urschuld.
    Schicht im Schacht ist immer dann, wenn die erbrachte Vorleistung nicht mehr wiedererbracht (refinanziert) werden kann. Damit verfallen dann natürlich auch sämtliche Vermögenswerte, weil Vermögen nur eine Maßzahl ist für die erbrachte Vorleistung.

    Gruß Mephistopheles

    ---
    „Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an: Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland. Sie werden dann treulos gegen die guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frauen

    Silke

    05.12.2019, 23:08
    (editiert von Silke, 05.12.2019, 23:25)

    @ Mephistopheles

    In dem von dir vorgetragenen Beispiel sehe ich die Schulden wie folgt:

    Bei ernst gemeinten Fragen immer gerne, lieber Meph,

    > Ausgangspunt für meine Frage ist folgende Feststellung:
    >
    > Ausgangspunkt ist ja stets die notwendige (Erst-) und immer weitere
    > (Neu-)Verschuldung eines Systems

    Ok.

    > Stellen wir uns mal vor: Da kommt einer

    der ein anderes Lebewesen verschulden möchte.
    Er möchte also einen Nachschuldner für seine Urschuld (sein Leben erhalten) stellen.
    Ein gut funktionierendes Gehirn wie deines verbraucht sofort etwa 40% deiner momentan aktivierbaren Energieressourcen wenn du nur das Wort "Debitismus" denkst.
    Flugs stellt sich Hunger ein.
    Nahrung muss her.
    Ein Ochse ist prinzipiell nahrungsfähig. Er muss nur gesucht,gefunden, getötet, zerlegt werden, dann kann man ihn roh essen - schmeckt nicht mal schlecht (Tartar klassisch mit Ei). Das muss man können (Vorfinanzierung).

    Das gehört zu meine Urschuld als Lebewesen dazu - Hunger stillen.

    Die Urschuld vom Rindvieh ist in diesem Fall alles zu tun, um nicht als mein Nachschuldner zu enden.

    Hat er das nicht drauf gerät er in eine Überschuldung (ich nehme sein Fleisch, das er aber auch alles zum Leben braucht) und falliert weil er eben nicht weiter leben kann (Urschuld nicht getilgt weil nicht geflohen/verteidigt).

    Die Urschuld eines (noch) lebenden Systems (Ochse) besteht darin, alles zu unternehmen, um seinen lebenden Zustand zu erhalten (fressen, trinken, eine 9mm meiden).

    > These: Schuld entsteht erst aufgrund der erbrachten Vorleistung.

    Jedes in das Leben geworfene System ist ab diesem Moment urschuldig (bei im Zeitablauf ständig wachsenden Anteilen dieser Schuld), sich erhalten zu müssen. Es muss sich also selbst ab sofort immer weiter entweder höchstpersönlich entschulden (Nachschuldner zum fallieren oder weiterreichen der Schuld zwingen) oder jemanden haben, der das erledigt - z.B. Eltern/Gemeinschaft. Das Kalb trinkt Milch, die Mutterkuh friss Grünzeug, die Martinkette (vereinfacht): Kalb->Mutter->Pflanzen->Sonne.

    > Stiere
    > müssen kastriert werden, Pferde domestiziert, Metallbearbeitung muss
    > erfunden und die Wildnis gerodet werden. Ohne diese Vorleistung keine
    > Schuld und somit auch keine Urschuld.

    Jedes lebende System ist urschuldig und zwar immer so lange es noch lebt.

    > Schicht im Schacht ist immer dann, wenn die erbrachte Vorleistung nicht
    > mehr wiedererbracht (refinanziert) werden kann.

    Das reicht nicht.
    Debitistische Systeme verbrauchen zu jedem beliebigen Zeitpunkt mehr, als vorfinanziert wurde (mehr Grünzeug muss im Beispiel seines Lebens beraubt und umgewandelt werden - Aufnahme von Exergie = Weiterleben + Entropie).
    Deshalb besteht immer Wachstumszwang bei der Existenz debitistischer Systeme.
    Es gibt keine statischen debitistischen Systeme.

    > Damit verfallen dann
    > natürlich auch sämtliche Vermögenswerte, weil Vermögen nur eine
    > Maßzahl ist für die erbrachte Vorleistung.

    + in das System durch seine in jedem beliebigen Zeitpunkt in z.B. (Geld)einheiten berechenbare Befähigung dazu zusätzlich von aussen herein zu bringende Ressourcen/Potential zu sichern (Wachstumszwang).

    Banal gesagt muss eine Kuh immer mehr fressen als sie kotet weil sie zumindest Wärme abstrahlt (Entropie) und noch andere Systemkosten hat, wenn sie nur ihr pures Leben (Urschuld) verteidigen will (+ Vermehrung + Fun usw. = gehört auch alles zur Urschuld, weil es eine einzelne Kuh debitistisch betrachtet nicht geben kann sondern immer nur das debitistische Mindestsystem Mutter-Tochter + Beiwerk).

    Liebe Grüße
    Silke

    ---
    "Es ist zu spät, das war es schon immer, und das wird es immer sein.“
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