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ZITAT »Wir ersticken in der Datenflut.«

    frosch

    04.03.2013, 10:19
     

    froschgrafik: Out of Africa!

    Wirtschaftswachstum ist der kapitalistische Gottvater, Gottsohn und sein Heiliger Geist.
    Staatsverschuldung? Mehr Wachstum! Arbeitslosigkeit? Mehr Wachstum! Hungerlöhne? Mehr Wachstum! Umweltbelastung? Mehr Wachstum!

    In Deutschland ist es jedoch nicht weit her mit dem göttlichen Wachstumssegen. In den Jahren 2000 bis 2012 stieg das Bruttoinlandsprodukt pro Jahr in unserem europäischen Musterländle durchschnittlich um 1,3 Prozent und es sieht nicht so aus, als seien höhere Wachstumsraten in Sicht.

    Für Nichtkapitalisten sind das düstere Aussichten. Kapitalisten haben mehr Optionen. Sie können ihr Kapital gewinnbringend im Ausland anlegen. Nicht nur in Asien winken deutlich höhere Wachstums- und Profitraten als in Europa, auch Afrika hat sich zum kapitalistischen Hoffnungsträger gemausert.
    Nur Eritrea hatte - wie Deutschland - eine durchschnittliche Wachstumsrate von nur 1,3 Prozent seit dem Jahr 2000. Nur zwei afrikanische Länder hatten die letzten 12 Jahre niedrigere Wachstumsraten als Deutschland: Somalia und Zimbabwe.

    [image]

    Laut Umfragen blicken zwei Drittel der Afrikaner optimistisch in die nächsten Jahre. Zwei Drittel der Europäer sind eher pessimistisch - zu recht
    meint frosch.

    ---
    井底之蛙

    Leser23

    E-Mail

    04.03.2013, 14:12
    (editiert von Leser23, 04.03.2013, 14:18)

    @ frosch

    da fehlt mir eine Graphik "Wohlstand" dazu

    Hallo Frosch,

    das ist eine schöne Vorlage, mal den Sinn des Wachstums für die Bevölkerung als solches zu hinterfragen.

    Du schreibst z.B.:
    - „Hungerlöhne“

    Konkret geht es doch bei solchen Fragen aber nicht um die Hungerlöhne als solche, sondern doch eher um Wohlstand der Bevölkerung, welcher aus den speziellen Löhnen resultiert.

    Ein Hungerlohn nach (z.B.) französischem Niveau kann auf den Philippinen, oder nehmen wir Deines Afrikas Angolas z.B. Wohlstand bedeuten, Wachstum hin oder her. "Hungerlohn" ist also, abstrakt gesehen, ein schwammiger Begriff der nur in Relation zur Restbevölkerung betrachtet werden kann.


    Deutschland zeitigt, ohne Wachstum, deutlich höheren Wohlstand als Angola das wissen wir, aber eben auch Botswana vs. Angola.

    Gehen wir ins nämliche Afrika nördlich, lag vor dem (Libyen-)Krieg Libyen z.B. an der Spitze des Wohlstandes des Kontinents, transkontinental vergleichsweise vor Russland und Brasilien, nebenbei bemerkt.

    Heute sind aufgrund der Kriegs-Zerstörungen zwar die Wachstumsraten gestiegen, der Wohlstand befindet sich demgegenüber jedoch aber im freien Fall nach unten.

    Weiterhin verschwindet der Wohlstand Botswanas, welches in Reportagen auch schon mal die „Schweiz“ Afrikas genannt wird, in der reinen Wachstumsanalyse und bzgl. Hungerlöhne scheint das weiter unten gesagte zuzutreffen, kein Handlungsbedarf. Wachstum war für, de Beers welcher dieses Jahr seinen weltweiten Rohdiamantenverkauf von London nach eben diesem Botswana, wo sie ja großteils gefördert werden, verlagern will, auch kein Kriterium.

    Aus Deiner Wachstumsgraphik wäre zudem im Umkehrschluss zu entnehmen, dass Länder ohne signifikante Wachstumsraten, in den Kriterien Hungerlohn, Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit und Umweltbelastung ggf. auch mal gänzlich ohne Handlungsbedarf seien.

    Daraus folgend ist Wachstum mutmaßlich einzig und allein für den zu Hause weilenden, globalen agierenden, nüchtern kapitalistisch orientierten ANLEGER interessant, was ja auch in Deiner Analyse drinsteckt. Für die Bevölkerung respektive deren Wohlstand hingegen ist die Antwort "Wachstum" auf Fragen wie Hungerlohn, Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit und Umweltbelastung offenkundig irreführend.

    Wenn also der "Hosenanzug" oder fortfolgende Konsorten mal wieder via TV ihr Gesicht ins Volk reckt und wir die Begrifflichkeit "Wachstum" heraushören, war diese Rede gemäß dieser Überlegung nicht ans Volk sondern eben an die KAPITALISTISCH genormten internationalen Anleger, genauer gesagt ihrem regulären Platz ihres Aufenthaltes, "den Markt", gerichtet.

    Das wiederum bedeutet, dass die ReGIERung jenem internationalen Anleger protokollarisch scheinbar höher verpflichtet ist, als dem nationalen Wahlvolk.

    Gefühlt ist das ja längst schon so, inhaltlich nach Deiner Graphik und meinen Überlegungen dazu demnach auch faktisch.

    Interessant also wäre, eine weitere Graphik an Deine obige sowie in Bezugnahme zu Deinen einleitenden Worten, den breiten Bevölkerungswohlstand jener Wirtschafts-Wachs oder Nichtwachstums- Länder abbildend.


    Gruss
    Leser23

    > Laut Umfragen blicken zwei Drittel der Afrikaner optimistisch in die
    > nächsten Jahre. Zwei Drittel der Europäer sind eher pessimistisch - zu
    > recht
    > meint frosch.

    PS:
    Bleibt die Frage, wozu der Mensch eher tendiert.
    "Optimist auf niedrigem Niveau oder Pessimist auf hohem Niveau!"
    Es wird also wegen diese Afrikaners Optimismus nicht nur keiner von Europa dorthin auswandern, ganz im Gegenteil, werden die Afrikaner auf Kriterien des Wohlstandes heruntergekürzt, weiterhin unisono danach streben, lieber in Europa unter den anderen europäischen Pessimisten, statt weiter in Afrika unter Afrikanischen Optimisten leben zu können.

    ---
    Mahatma Gandhi:
    "Ziviler Ungehorsam wird zu einer heiligen Pflicht, wenn der Staat den Boden des Rechts verlassen hat."

Wandere aus, solange es noch geht.


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